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EHC Olten schlägt La Chaux-de-Fonds nur knapp

Der EHC Olten musste am Schluss noch zittern. (Archiv)

Der EHC Olten musste am Schluss noch zittern. (Archiv)

Oltens Derek Cormier liefert bei seiner Heimpremiere im Kleinholz vier Treffer zum 7:6-Sieg über La Chaux-de-Fonds.

Bereits nach 33 Minuten probten die 4128 Zuschauer im Kleinholz mit einer Standing Ovation sozusagen den Ernstfall – im Wissen, dass sie nach 60 Minuten noch einmal ausführlich Gelegenheit dazu erhalten würden. Zu diesem Zeitpunkt war der Gegner nämlich nicht nur angeschlagen, sondern beinahe schon ausgezählt: Das Timeout war bezogen, der Torhüter gewechselt, und man lag mit 1:7 im Hintertreffen.

Bis weit in den letzten Abschnitt sah es überhaupt nicht danach aus, als würde sich die Frage nach dem Sieger noch ernsthaft stellen. Nach drei EHCO-Gegentreffern in Unterzahl sah das aber plötzlich ganz anders aus, und zum Schluss begann tatsächlich noch das grosse Zittern. Kurz: Die Partie zwischen Olten und La Chaux-de-Fonds bot zum Jahreswechsel noch einmal alles, was das Hockeyherz begehrt.

Fünfeinhalb Minuten für fünf Tore

Den einzigen Vorwurf, welchen sich die Oltner nach dem ersten Drittel hatten gefallen lassen müssen, war jener der Ineffizienz. Denn was die Gastgeber alleine in der ersten Viertelstunde – nach einer frühen 2:0-Führung – an Chancen ausliessen, hätte bereits zu diesem Zeitpunkt wohl zur Siegsicherung gereicht. Es war Einbahnhockey des Leaders, gegen verunsicherte Neuenburger, welche mit der zweifelhaften Referenz von nur gerade zwei Siegen aus den letzten elf Pflichtspielen ins Kleinholz reisten. Es waren noch keine drei Minuten gespielt, da musste Damiano Ciaccio bereits das zweite Mal hinter sich greifen. Zuerst hatte der Kanadier Derek Cormier bei seiner Heimpremiere getroffen, dann knallte Sertich eine Schwarzenbach-Vorlage direkt in die Maschen.

Dann kam, nach 14 Minuten, ein erstes Lebenszeichen der Chaux-de-Fonniers, welche das kurze Nachlassen der Einheimischen prompt zum Anschlusstreffer nutzten. Dass sich die Oltner vom zweiten bis zum dritten Torerfolg exakt 24 Minuten gedulden mussten, war unnötig. Denn kaum war die erste Pause vorbei, zündete Grünweiss die zweite Salve. Diese fünf Spielminuten waren fast noch intensiver, als das Feuerwerk zu Beginn der Partie. Irgendwie schafften es die Gäste diesmal, ungeschoren aus dem Dauerbeschuss hervorzugehen. Die zweite Phase der Druckwelle hingegen überrollte die machtlosen Neuenburger dann geradezu. Knapp fünfeinhalb Minuten benötigten die Oltner für fünf Treffer und die Entscheidung in diesem Spiel.

Der Treffsicherste in jener Phase: Derek Cormier. Sieben Treffer hatte der 39-jährige Kanadier zuvor in 29 Partien für den HC Sierre erzielt, gestern Abend legte er innert einer halben Stunde mehr als die Hälfte seiner Walliser Ausbeute drauf. So gelang dem EHCO-Neuzuzug, nebst des Hattricks innert 177 Sekunden (!), durchaus eine Kuriosität: Er erzielte sowohl das 5:1 nach 30:01 Minuten, als auch das 6:1 nur gerade 19 Sekunden später. Dazwischen jedoch lag ein Timeout sowie ein Torhüterwechsel aufseiten der Gäste.

Playoff-Heimvorteil rückt näher

Damit hatten die Oltner ihre schönsten Bouquets sozusagen gezündet. Daran, dass es in dieser Partie tatsächlich noch Spannung würde aufkommen können, mochte zu diesem Zeitpunkt niemand denken – auch nicht die ansehnliche und lautstarke Fandelegation der Gäste. Doch je länger die Partie sich in das dritte Drittel hineinzog, desto mehr Leben kam in die Truppe aus dem Neuenburger Jura zurück. Den Grund dafür lieferten wieder die Oltner, welche sich gleich drei Ausrutscher in Unterzahl lieferten und die Gäste auf 6:7 herankommen liessen. Dank des knappen Erfolgs beträgt der Vorsprung der Oltner auf den gestrigen Gegner, und damit Rang fünf, satte 15 Punkte.

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