EHC Olten

Drei Punkte, viele Fragezeichen: Der 3:1-Sieg des EHCO gegen Schlusslicht Sierre sorgt für gemischte Gefühle

Der EHC Olten schafft mit einem 3:1 bei Aufsteiger Sierre den ersten Auswärtssieg, lässt viele Wünsche offen. Noch gibt es viele Baustellen im Konstrukt von Headcoach Fredrik Söderström. Zählen konnte dieser zum Glück auf den starken Schlussmann Silas Matthys.

Rund um die altehrwürdige Patinoire de Graben in Sierre ging es an diesem Sonntagabend harmonisch zu und her. Die Fanlager der Walliser und des EHC Olten verbindet seit Jahren eine Freundschaft, welche durch die finanziellen Rettungsversuche der Oltner vor sechs Jahren angesichts des sich anbahnenden Konkurses der Siderser noch akzentuiert worden war.

Nun gab es nach einem halben Dutzend Saisons ein Wiedersehen in der Swiss League. Entsprechend wurde mit einem gemeinsamen Apéro und schliesslich mit den vereinigten Fankurven auf der Tribüne würdig gefeiert.

Dumm nur, vermochte das Geschehen auf dem Eis nur bedingt mit der wunderbaren Atmosphäre mitzuhalten. Auf der einen Seite waren dem HC Sierre die fünf Niederlagen in Serie und das Abrutschen in den Tabellenkeller anzumerken. Auf der anderen Seite schien auch der 6:2-Sieg gegen Thurgau keine besonders beruhigende Wirkung auf die Spieler des EHC Olten zu haben.

Silas Matthys hält die drei Punkte fest

So entwickelte sich ein Spiel auf sehr überschaubarem Niveau. Wobei man sich auf Seiten der Oltner durchaus die Frage stellen durfte, was denn genau der Plan war gegen diesen verunsicherten und ersatzgeschwächten Gegner. Denn das, was der EHCO vor den 2433 Zuschauern bot, das war mehrheitlich sehr magere Kost.

Dass das trotzdem zum so lange ersehnten ersten Auswärtssieg der neuen Saison reichte, war das mit Abstand Beste an diesem dürftigen Auftritt. Die Tore von Silvan Wyss (4.) und Riccardo Sartori (22.) und vor allem die Paraden des starken Silas Matthys, der erneut den Vorzug vor Stammgoalie Simon Rytz erhielt, wiesen den Weg zu den wichtigen drei Punkten.

Aber schaut man genauer hin, dann kommt man beim besten Willen nicht darum herum, festzustellen, dass es immer noch viel zu viele Baustellen gibt im Konstrukt von Headcoach Fredrik Söderström. Selbst wenn man die gewichtigen Ausfälle in Betracht zieht, so würde das die Oltner nicht dran hindern, wenigstens strukturiert und konzentriert zu Werke zu gehen.

Mit Unkonzentriertheiten in  Nöte gebracht

Aber bis auf wenige, gefällige Druckphasen gelang es dem EHCO nie, einen bescheidenen Gegner zu kontrollieren. Im Gegenteil: Die Oltner brachten sich mit unzähligen Unkonzentriertheiten und Aussetzern immer wieder in Nöte. Ein Beispiel: Silvan Wyss und Philipp Rytz fassten jeweils kurz vor Drittelsende unnötige Strafen (Reklamieren/Revanchefoul) und brachten die Walliser so zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten wieder ins Spiel zurück. Bestraft wurden diese dummen Aktionen nur deshalb nicht, weil Silas Matthys einmal mehr einen Glanztag einzog.

Generell fällt auf, dass beim EHCO zu viele Passagiere mitgondeln. Besonders von einem Routinier wie Lukas Haas würde man sich mehr Impulse wünschen, wenn es hart auf hart geht. Da kommt schlicht zu wenig. Momentan fehlen Söderström die personellen Alternativen, um auch mal ein Zeichen setzen zu können.

Klar ist aber: In diesem Stil kann und darf es nicht weitergehen, wenn der EHCO seine ambitionierten Ziele erreichen will. Das lässt sich schon jetzt, bevor das Laub von den Bäumen gefallen ist, feststellen. Die Oltner haben nun fünf Tage Pause, ehe am Samstag die Reise zu Leader Ajoie auf dem Programm steht. Treten die Powermäuse auch in Pruntrut derart wirr und unkoordiniert wie in Sierre auf, dann wird es eine ordentliche Brause setzen. Ohne Feststimmung.

Sie haben das Spiel verpasst? Lesen Sie den Verlauf der Partie im Liveticker nach

Meistgesehen

Artboard 1