In einem hochstehenden Wettkampf vor stimmungsvoller Kulisse im Tissot Velodrome holte sich der erst 21-jährige Robin Froidevaux den Schweizer-Meister-Titel im Omnium mit vier Disziplinen. Der Waadtländer siegte vor den Routiniers Tristan Marguet (Meister 2017, ebenfalls im Velodrome) und Titelverteidiger Claudio Imhof. Bereits im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass diese nationalen Meisterschaften in der Vielseitigkeitsprüfung äusserst spannend verlaufen dürften, zählte man doch über ein halbes Dutzend Fahrer zu den Siegesanwärtern. Ebenso konnte man annehmen, dass die junge Garde den Arrivierten tüchtig einheizen würde. Die Ausgangslage nach drei Disziplinen und vor dem abschliessenden Punktefahren war für das Publikum denn auch mehr als nur verheissungsvoll.

Gleich sechs Fahrer lagen innerhalb von nur sechs Punkten: die beiden erst 21-jährigen Robin Froidevaux und Stefan Bissegger, sowie die erfahrenen Théry Schir, Frank Pasche, Tristan Marguet und Titelverteidiger Claudio Imhof. Die letzten hundert Runden über 25 Kilometer verliefen ungemein dramatisch. Der aussichtsreich im Rennen liegende Stefan Bissegger (Junioren-Weltmeister in der Verfolgung) stürzte und musste seine Medaillenhoffnungen früh begraben. Nach seinem Missgeschick kämpfte er sich bravourös ins Rennen zurück und belegte schliesslich den sechsten Rang. Bärenstark zeigte sich der andere hoffnungsvolle Nachwuchsfahrer, Robin Froidevaux.

Der letztjährige Vizemeister punktete in den ersten neun Wertungen, sodass an seinem Sieg schon bald keine Zweifel mehr aufkommen konnten. Tristan «the Rocket» Marguet machte seinem Namen alle Ehre und krönte seine beeindruckende Leistung in der Schlussphase, indem er vom fünften noch auf den zweiten Platz sprintete. Claudio Imhof seinerseits versuchte alles, um mit einem Rundengewinn doch noch den Titel zu verteidigen. Allein, das Tempo bei den Besten im Feld war derart hoch, dass das Unterfangen zum Scheitern verurteilt war.

Bei den Frauen bestätigte Andrea Waldis ihre Favoritenrolle. Allerdings darf sie sich nicht offiziell Schweizer-Meisterin nennen, da nur vier Damen antraten. Die Schwyzerin verwies Aline Seitz und Léna Mettraux auf die weiteren Plätze. Zum «U17 Swiss Champion» kürte sich Matteo Constant, Silber ging an Noah Obrist, Bronze an Yanis Eric Markwalder.

Bei den nationalen Rennen der U19- Junioren war Nicolò De Lisi die überragende Figur. Der Gossauer siegte sowohl in der Ausscheidung als auch im Tempo Race und musste sich nur im Punktefahren von Dominik Weiss auf den Ehrenplatz verweisen lassen.

Bei den Senioren zeigte der Grenchner Sascha Plasa in der «Tour Lancé» einen fulminanten Auftritt. Er siegte überlegen und bretterte mit 62,5 Stundekilometer über das Oval im Schweizer Nationalstadion. Dazu wurde er Dritter im Scratch-Rennen. Zwei Siege landete Bastien Froidevaux (Scratch, Ausscheidungsrennen). Ehrenplätze gab es überdies für die lokalen Sportgruppen Velodrome Suisse und Velo-Art durch Marcel Wullschleger und Beat Ruckstuhl.