Lausannes Trainer Giorgio Contini hatte in der Presse angekündigt, das Treffen im Schweizer Cup ernst zu nehmen und den Solothurner Zweitligisten Iliria nicht zu unterschätzen. Dementsprechend stand auch kein Lausanner Team B auf dem Platz, Contini schickte so ziemlich das Beste, was der Challenge-League-Verein zu bieten hat, auf den Platz.

So kann auch nicht wirklich behauptet werden, dass der Cup-Match am Samstagabend spannend verlaufen wäre. Es dauerte nämlich nur bis zur fünften Minute, bis sich die angriffigen Lausanner zum ersten Mal resolut durchsetzten. Wenig später doppelte Lausanne nach. Da nützten auch die Abseits-Reklamationen der Solothurner nichts.

Das Cup-Spiel war also nach weniger als zehn Minuten entschieden. Der haushohe Favorit führte mit zwei Toren, ohne dass Ilirias Goalie Nicola Trittibach auch nur eine einzige Abwehrchance gehabt hätte. Doch einen emotionalen Höhepunkt hatte das Spiel des Jahres aus der Sicht der Solothurner Adler dann doch noch.

«Ich wusste nicht, wie ich meine Freude zeigen sollte»

Nazim Elezi spielte einen genialen Lupfer hinter die für einmal schlecht aufgestellte Lausanner Abwehr, wo Dasnim Sulejmani auch noch Elton Almada Monteiro gekonnt aussteigen liess und den Ehrentreffer für Iliria erzielte. «Das Toreschiessen ist ja nicht meine Kernaufgabe», kommentierte der auch nach dem Match noch sichtlich aufgewühlte Verteidiger, «ich wusste gar nicht, wie ich meine Freude zeigen sollte.» Seit mehr als einem Jahr habe er nämlich kein Tor mehr geschossen.

Es war die einzige echte Torchance des Solothurner Zweitligisten, und das Team aus der Challenge League liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Vor dem Kopftor von Andi Zeqiri zum 1:3 hatte Trittibach wenigstens einmal aktiv eingreifen können.

Trotzdem sah es nach zwanzig Minuten ganz danach aus, als bahnte sich ein Debakel für den FC Iliria an. Doch dann liessen es die Lausanner bis zur Pause etwas ruhiger angehen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte war ein weiterer Sturmlauf der Lausanner zu sehen. Innert weniger Minuten stand es 1:6.  «Ich hatte zwischendurch Angst, dass es ein zweistelliges Resultat geben wird», meinte Ilirias tapferer Goalie Nicola Trittibach, der in dieser Phase von seiner Defensive arg im Stich gelassen wurde.

Spass gehabt und eine Ehrenrunde verdient

Iliria kam zwar weiterhin kaum je auf vernünftige Art aus der eigenen Platzhälfte heraus, die nach einigen Auswechslungen nun massierte Abwehr funktionierte aber für den Rest des Spiels recht gut und Lausanne verbuchte nur noch einen Pfostentreffer durch einen Distanzschuss von Monteiro.

Zwischen der 60. und der 75. Minute zeigte auch Goalie Trittibach noch ein paar Glanzparaden. So blieb das Schlussresultat im erträglichem Mass und die Solothurner Adler konnten mit erhobenem Haupt eine Ehrenrunde im Stadion drehen.

«Es war sehr speziell für uns, einmal gegen Profis spielen zu dürfen», meinte am Ende Ilirias Torschütze Dasnim Sulejmani. «Lausanne will ja wieder in die Super League zurückkehren und hat sehr gute Spieler. Der Unterschied ist wirklich gross.» Trotzdem habe es viel Spass gemacht.