Die 12. ordentliche Generalversammlung der EHC Olten AG endete, nach gut einer halben Stunde, mit einem Knaller. Es sei die Kehrseite der Medaille, meinte VR-Präsident Benvenuto Savoldelli, dass man als erfolgreiche Mannschaft noch viel mehr im Fokus anderer Vereine stehe. So habe Trainer Scott Beattie «wahnsinnig viele» Angebote erhalten, unter anderem aus Kanada und der NLA, und deshalb habe man sich entschieden, mit ihm einen neuen 5-Jahres-Vertrag zu unterzeichnen. Auch von Lausanne, der sich Ende Oktober von John van Boxmeer getrennt hatte, lag eine Offerte vor. Und eine garantiert höher dotierte. Aus der WHL, einer der drei kanadischen Top-Juniorligen, lockte ebenfalls ein 5-Jahres-Kontrakt. «Scott Beattie ist ein Trainer, der lang zuhören kann und dann die richtigen Worte findet. Ein Typ, der auf jeden Spieler individuell eingehen kann», hält Savoldelli fest.

Langfristige Planung

Es war dies, nach dem Gestürm um den Abgang von Assistenztrainer André Rötheli und den jüngsten Diskussionen um Truttmann und den HC Lugano, ein starkes Zeichen aus der EHCO-Führungsetage. Jener Mann, der aus einer verunsicherten Truppe in kürzester Zeit eine Erfolgsmannschaft formiert hat, bleibt bis 2018 an Bord. Eine Ewigkeit, denkt man an die Schnelllebigkeit des Business. Savoldelli ist sich durchaus bewusst, dass der Schuss auch nach hinten losgehen kann. «Natürlich wissen wir, dass über fünf Jahre nicht alles nur rundlaufen kann. Aber das ist wie in einer Ehe, schwierige Zeiten können einen ja auch stärken», meint er. Und so hoch sei der Vertrag nun auch nicht dotiert. «Es ist ein NLB-Vertrag», hält der Olten-Boss fest. Eine Ausstiegsklausel in dem Sinn existiert gemäss dem Präsidenten nicht. Und sollte der «worst case» dennoch eintreffen, sagt Geschäftsführer Peter Rötheli: «Dann darf man davon ausgehen, dass wir nicht Sachen machen, die ein Risiko für die Unternehmung darstellen. Wir haben bewiesen, dass wir seit Jahren vernünftig und erfolgreich geschäften.»

Beattie und Familie sind glücklich

Der Betroffene selbst ist mit der Absicherung seiner Zukunft natürlich zufrieden. Für ihn sei sehr wichtig gewesen, so Beattie, dass seine Frau und seine drei Kinder mit der Vertragsverlängerung einverstanden sind. Und das sind sie sehr schnell gewesen. Die Chemie, hält Savoldelli fest, zwischen dem Trainer, der Mannschaft und dem Vorstand stimme. «Wir verfolgen die gleichen Ziele, haben die gleichen Ambitionen.» Beide wollten etwas aufbauen in Olten, mit dem Verein etwas erreichen und wichtige Spieler längerfristig an Olten binden. Insofern werden weitere Vertragsverlängerungen folgen. Bereits gestern haben die Verteidiger Cyrill Aeschlimann und Mike Marolf beim EHCO um drei bzw. zwei weitere Jahre unterschrieben.

Ein dreifach cleverer Schachzug

Auch wenn sich der eine oder andere Fan gestern im Forum über den unkonventionellen Schritt von Oltens Führungsetage leicht bis mittelschwer entsetzt gezeigt hat: Der Schachzug ist durchaus durchdacht und zeugt von Cleverness. Fürs Erste bringt er definitiv Ruhe und Konstanz ins Team. Sollte das Ganze Schiffbruch erleiden, «dann kann man mit einem Scott Beattie immer an einen Tisch sitzen und über die Sache reden. Der Mann findet immer einen Job», so Savoldelli. Und hat Olten weiter so Erfolg und bleibt der Coach für andere derart interessant, dann kann er jetzt nur noch aus einem laufenden Vertrag rausgekauft werden – und das ist mächtig teuer. (msk/OT)