Unihockey

Den Meister dramatisch entthront: Der SV Wiler-Ersigen erzittert sich das Superfinal-Ticket

Die Erlösung für Wiler-Ersigen: Spieler und Fans jubeln nach Marco Rentschs Treffer in der Verlängerung.

Die Erlösung für Wiler-Ersigen: Spieler und Fans jubeln nach Marco Rentschs Treffer in der Verlängerung.

Der SV Wiler-Ersigen zieht mit einem 6:5-Sieg nach Verlängerung gegen Floorball Köniz in den Superfinal ein. Bevor es so weit kam, entwickelte sich eine Gala, fast noch in ein Drama. Obwohl Wiler-Ersigen lange das bessere Team ist, verliert der SVWE im Schlussdrittel seine Souveränität und wird von Köniz eingeholt. Es folgen dramatische Minuten, bis Marco Rentsch alle erlöst.

In der fünften Minute der Verlängerung kommt es in der Kirchberger Grossmatthalle zur Explosion der Gefühle: Marco Rentsch trifft aus der Drehung zum 6:5, beendet damit das Spiel, die Saison von Meister Köniz, das Zittern für die Fans und löst für für den SV Wiler-Ersigen das ersehnte Superfinal-Ticket.

Diese eine Aktion setzt den Schlusspunkt hinter eine an Dramatik nicht mehr zu überbietende Partie und lässt die Grossmatt mit ihren über 900 Zuschauern vor laufenden TV-Kameras in ein Tollhaus verwandeln.

Känzigs fulminate Rückkehr

Lange, sehr lange war der SV Wiler-Ersigen das bessere, entschlossenere und effizientere Team und schien mit Pauken und Trompeten das fünfte Halbfinalspiel und damit die Serie gegen den Meister für sich zu entscheiden.

Der wieder genesene Topskorer Deny Känzig traf schon in der Startminute zum 1:0. Sein dritter Treffer, nur eine Sekunde vor Ende des Startdrittels, bedeutete schon das 4:0. Zuvor hatte Verteidiger-Haudegen Dave Wittwer in seinem letzten Karriere-Heimspiel (der 32-Jährige beendet nach dem Superfinal seine Karriere) zum 3:0 getroffen.

Auch im Mitteldrittel kontrollierte Wiler Gegner sowie Spielstand und führte nach 40 Minuten scheinbar beruhigend mit 5:0. Kaum einer rechnete noch mit einem Comeback der Könizer, die praktisch überhaupt nicht stattfanden und ja eigentlich schon alle taktischen Trümpfe – wieder mit neuen Formationen und fast die ganze Zeit nur zwei Linien agierend – ausgespielt hatten.

Alle Trümpfe in der Hand

Doch mit dem ersten Könizer Treffer im Schlussdrittel änderte sich die Partie auf schier unglaubliche Art und Weise. Der SVWE verlor fast von einer auf die andere Minute, spätestens aber nach dem 5:3, die vorher demonstrierte Souveränität komplett.

Und so kam es, wie es kommen musste: Köniz holte den Fünf-Tore-Rückstand tatsächlich noch auf und konnte nach einer dummen Strafe des Heimteams in der Verlängerung sogar in Überzahl agieren.

Nun hatte plötzlich der Meister alle Trümpfe in der Hand, schaffte es nun aber seinerseits nicht mehr, zu reüssieren. Einen Rückstand aufzuholen ist eben das eine. Den Sieg dann auch nach Hause bringen, wieder etwas anderes.

Rentsch schliesst den Kreis

So schloss sich am Ende für den SV Wiler-Ersigen doch noch auf glückliche Art und Weise der Kreis: Marco Rentsch hatte im ersten Halbfinalspiel, welches ebenfalls live im TV übertragen worden war, Backhand aus dem Slot den ersten Treffer dieser Serie erzielt.

Derselbe Marco Rentsch beendete die Serie nun auch, wieder vor laufenden TV-Kameras und wieder aus dem Slot heraus, diesmal aber mittels Drehschuss und Vorhand.

Somit steht der SVWE zum vierten Mal bei der fünften Austragung im Superfinal, der am 27. April in Kloten stattfindet. Der Gegner wird über Ostern ermittelt. In der Serie zwischen den Grasshoppers und Alligator Malans steht es aktuell 3:2.

Meistgesehen

Artboard 1