Erinnern Sie sich an den Namen Melanie Hauss? Oder sagt Ihnen Melanie Annaheim mehr? Um die Triathletin aus Lostorf handelt es sich, die der Schweiz einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2012 in London sicherte.

Und die unter anderem einen dritten Rang am WM-Serie-Finale in Peking 2011 vorzuweisen hat. Vor neun Monaten gab sie ihren Rücktritt vom Leistungssport. Seit zwei Monaten ist die 32-jährige Mutter.

«Liam ist ein Triathlon-Baby», lacht sie und blickt ihrem Ehemann David in die Augen. Während Melanie dem Leistungssport adieu gesagt hat, setzt der Franzose von der Ozeaninsel La Réunion weiterhin voll auf die Karte Triathlon.

Hohe Ziele

David Hauss sagt: «In Rio will ich mehr als in London vor zwei Jahren.» Auf Olympia spielt er an, wo er mit Rang 4 vorliebnehmen musste. Der EM- und WM-Dritte von 2010 hatte eine Medaille angesteuert.
Und Schönenwerd ist zu einem Ausgangspunkt auf dem Weg nach Brasilien geworden.

Dort hat das Paar Anfang Sommer eine Wohnung gefunden. Ideal gelegen sei diese, findet David Hauss und bezieht sich auf seine sportlichen Aktivitäten. Zu Fuss erreicht er sowohl die Leichtathletikpiste als auch das Freibad im Aarauer Schachen schnell. Und für Veloausfahrten bieten sich unzählige Möglichkeiten. Gewährt ist mit diesem Wohnort auch die Nähe zu Melanies Elternhaus.

Starke Auftritte

In welch guter Form sich David Hauss befindet, unterstreichen seine jüngsten Resultate. Mit den Elite-Läufern mass er sich am Basler Stadtlauf und am Zürcher Silvesterlauf. In Basel lief er auf Position 6 und war damit mit Ausnahme von Tadesse Abraham vor sämtlichen Schweizern klassiert.

Platz 11 in Zürich hatte nicht mehr ganz diese Qualität. Für ihn ist dies erklärbar: «Ich trainierte am Vortag und auch am Morgen noch und trat deshalb mit müden Beinen an.» Zwei bevorstehende Strassenläufe in Frankreich haben für ihn mehr Bedeutung.

Anschliessend entflieht die junge Familie im Januar der Kälte und nach La Réunion in den Südhalbkugelsommer entflieht – in seine Heimat, in ihr Zweit-Domizil auf der Ozean-Insel. Dass die neue Rollenverteilung im Hause Hauss klappt, zeigt sich an den Äusserungen der Eltern.

«Ich habe den Rücktritt noch keine Sekunde bereut», sagt Melanie, «ich kann bei der Kinderbetreuung aktiv mitwirken, das sind für mich Phasen der Regeneration zwischen den Trainings», sagt David. Und dass auch Liam mitspielt, hat er bei der Geburt gezeigt: «Liam kam just in den fünf Tagen zwischen zwei Trainingslagern zur Welt», erklärt David Hauss lachend.