Schweizer Cup

«Das muss man googeln» – der FC Olten trifft auf den grossen Unbekannten

Als der FC Olten 2012 zum bisher letzten Mal im Schweizer Cup dabei war, kam der FC Lugano ins Kleinholz.

Als der FC Olten 2012 zum bisher letzten Mal im Schweizer Cup dabei war, kam der FC Lugano ins Kleinholz.

Der FC Olten muss in der ersten Cup-Runde gegen den Unbekannten aus der Westschweiz, der FC Iliria zieht mit dem Challenge-League-Klub Lausanne-Sport das grosse Los. Auch Olten hatte vom grossen Gegner geträumt, doch die Neuenburger haben sich nach dem googeln ebenfalls als guter Gegner herausgestellt.

Nur zwei Solothurner Klubs sind in der kommenden Saison im Schweizer Cup dabei: der FC Olten aus der 2. Liga inter und der Zweitligist FC Iliria. Der FC Soloturn verpasste den Einzug in den Cup aufgrund einer 0:2-Niederlage in der zweiten Qualifikationsrunde der 1. Liga gegen den FC Echallens Région.

Das gleiche Schicksal ereilte Dulliken, Subingen und Wangen b. Olten. Dulliken scheiterte in der 2. Liga inter bereits in der ersten Vorrunde am FC Olten (0:2), der FC Subingen unterlag dem SC Binningen (1:2) und für den FC Wangen b. Olten bedeutete der FC Brunnen die Endstation in der Cup-Qualifikation – 1:3-Niederlage.

Der FC Olten dagegen schaltete nach dem Nachbarn Dulliken auch den späteren Aufsteiger in die 1. Liga, den FC Dietikon, aus. Am vergangenen Samstag sicherte sich der FC Olten dann mit einem 1:0-Sieg gegen den FC Kickers Luzern in der dritten Runde definitiv den Platz im Schweizer Cup. Für die Oltner ist es die erste Teilnahme seit sieben Jahren. 2012/13 unterlagen sie dem damaligen Challenge-League-Klub FC Lugano mit 0:4.

Das Traumlos von Oltens Sportchef Petar Aleksandrov war der FC Aarau, mit dem er 1993 den Schweizer-Meister-Titel gewonnen hatte und bei dem er aktuell im Staff der ersten Mannschaft fungiert. Doch die Aarauer müssen in der ersten Runde beim SC Cham (Promotion League) ran. Oltens Gegner im 1/32-Fnal hört dagegen auf den klingenden Namen FC Béroche-Gorgier. «Das muss man zuerst googeln», kommentiert Aleksandrov die Auslosung.

Und was kam dabei heraus, abgesehen davon, dass es in den Kanton Neuenburg geht? «Der Klub hat in der letzten Saison den Aufstieg in die 2. Liga inter nur um einen Punkt verpasst», weiss Aleksandrov, für den das Los keine Niete darstellt: «Wir haben sehr gute Chancen, in die zweite Runde zu kommen, wenn wir den Gegner nicht unterschätzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit umso höher, dass wir in der nächsten Runde einen Grossen bekommen.»

Ausgeglichene Bilanz im Cup

Der zweite Solothurner Verein im Wettbewerb ist der FC Iliria. Die Stadt-Solothurner sicherten sich Ende Mai mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Grenchen 15 zum zweiten Mal in der Klubgeschichte den Solothurner Cup und sind deshalb für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups gesetzt. Bei der Premiere 2016/17 kam der FC Iliria gar eine Runde weiter. Dank eines 2:0-Erfolgs gegen Grenchen. In den Sechzehntelfinals wartete der Challenge-League-Verein FC Schaffhausen, welcher sich mit 4:1-Erfolg keine Blösse gab.

Bei der diesjährigen Austragung trifft Iliria auf den FC Lausanne-Sport, der in der Challenge League das Rennen um den Barrage-Platz gegen den FC Aarau dieses Jahr verloren hat und sich mit dem dritten Schlussrang begnügen musste. Vilson Dedaj, der Trainer des FC Iliria, ist zufrieden mit dem Los. Er legte gestern auf dem Heimweg von der Arbeit extra einen Stopp ein, um die Ziehung live zu verfolgen.

«Das ist ein guter Gegner, tipptopp», dies seine erste Reaktion. «Ich wollte unbedingt gegen eine Profi-Mannschaft spielen. Jetzt ist es Lausanne. Es hätte viel, viel schlechtere Gegner gegeben, allerdings auch zwei, drei deutlich bessere.» Dedaj hätte natürlich ebenfalls gerne gegen einen ganz Grossen gespielt: «YB, Basel, Xamax oder auch der FC Aarau wären mein Wunschlos gewesen, die richtigen Zuschauermagneten. Aber es ist in Ordnung so.»

Wo die Partie stattfinden wird, ist noch nicht sicher. Das Mittlerer Brühl in Solothurn, auf dem der FC Iliria seine Heimspiele in der 2. Liga austrägt, entspricht den Anforderungen für einen Schweizer-Cup-Match nicht. «Ich gehe davon aus, dass wir im Stadion des FC Solothurn spielen werden. Aber das müssen wir jetzt alles abklären und planen», sagt Vilson Dedaj.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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