EHC Olten

Coup bleibt aus: Olten unterliegt den SCL Tigers nach hartem Kampf im Cup-Achtelfinal

Es hat nicht sollen sein: Trotz zweimaliger Führung verliert der EHC Olten im Kleinholz gegen die SCL Tigers und scheidet damit aus dem Cup aus. Per Doppelschlag in den letzten vier Minuten des zweiten Drittels erzwingen die Langnauer das Momentum auf ihre Seite und geben dieses im letzten Abschnitt nicht mehr aus den Händen.

Da hatten die Olten-Fans unter den über 4000 Zuschauern im Kleinholz den Torschrei schon auf den Lippen. Doch der Puck, den Jewgeni Schirjajew aus spitzem Winkel Richtung Langnauer Tor spedierte, prallte statt ins Gehäuse, nur an den Innenpfosten. Der Ausgleich wurde nur eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit damit nur um Millimeter nicht Tatsache. Es war eine Szene, die den Spielverlauf irgendwie auf den Punkt brachte. Die Oltner hatten in den entscheidenden Momenten ganz einfach kein Glück. Auf der anderen Seite machten die Langnauer mehr aus ihren Möglichkeiten. Und gingen deshalb am Ende mit einem schmeichelhaften 5:3-Sieg und dem Viertelfinal-Einzug in der Tasche nach Hause.

Aufopferung, Leidenschaft, Kampfkraft – und Applaus

Die Spieler des EHC Olten wurden nach der Schlusssirene von den Zuschauern mit grossem Applaus in die Garderobe verabschiedet. Es war eine Niederlage, die sich irgendwie wie ein Sieg anfühlte. Vor allem deshalb, weil die Mannschaft im Vergleich zur miesen Leistung bei der 4:7-Niederlage gegen Ajoie am vergangenen Dienstag nicht wieder zu erkennen war. Aufopferung, Leidenschaft, Kampfkraft – all diese Zutaten, die noch vor wenigen Tagen komplett gefehlt hatten, waren während 60 Minuten zu sehen. Mit ein wenig mehr Kaltblütigkeit und Cleverness wären diese über weite Strecken biederen Langnauer zu schlagen gewesen.

Highlights EHCO - SCL Tigers (20.10.19)

So wie etwa in der Szene kurz vor dem Ende des zweiten Drittels. Es war eine Sequenz, an welcher sich die Gemüter erhitzten. Olten-Stürmer Lukas Haas war auf dem Weg Richtung Langnauer Tor zu Fall gebracht worden. In den Augen der Schiedsrichter auf reguläre Art und Weise. Während sich die EHCO-Spieler noch über den ausgebliebenen Pfiff nervten, ging SCL-Ausländer Harri Pesonen komplett vergessen und erzielte im Gegenzug solo gegen (den einmal mehr überzeugenden) Silas Matthys die erstmalige Führung für die Emmentaler, welche Toms Andersons im letzten Drittel auf 4:2 ausbaute. Doch die Oltner gaben nicht auf und kamen durch Philipp Rytz zum Anschlusstreffer, der das letzte Aufbäumen der Powermäuse einleitete – welches schliesslich vom Pfosten des Langnauer Tors gestoppt wurde.

Garry Nunns bisher beste Vorstellung

Auch wenn für den EHCO das Cup-Abenteuer zu Ende gegangen ist, so lassen sich aus diesem Spiel viele positive Aspekte mitnehmen. Zum Beispiel die Tatsache, dass Garry Nunn seine bisher beste Vorstellung im Oltner Dress ablieferte. Der Kanadier traf in der 33. Minute mit einer Direktabnahme im Powerplay (!) zum 2:1 und bereitete mit seinem schnellen Flügellauf auch das 3:4 vor. Kann Nunn an diese Darbietung anknüpfen, könnte er sich als die erhoffte Verstärkung entpuppen.


Sehr zuversichtlich darf auch die Entwicklung der beiden jungen Langnauer Junioren, Keijo Weibel und Joel Salzgeber stimmen. Weibel traf nach seiner Doublette gegen Winterthur am Freitag auch gegen seinen Stammklub. Die beiden Jungspunde machen sogar ihrem routinierten Sturmpartner Lukas Haas Beine.


Oltens Headcoach Fredrik Söderström war zwar zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, nicht aber mit dem Resultat. Und es ging dabei nicht nur dem Schweden selber so: «Ich bin froh, dass die Spieler nicht glücklich mit der Niederlage sind. Das zeigt mir, dass wir an einen Sieg geglaubt haben.» Auch deshalb sei er sehr stolz auf Seine Spieler. «Wir haben vom Anfang bis zum Ende Charakter gezeigt. Wir haben nie aufgegeben. Und die Langnauer hätten sich nicht darüber beklagen dürfen, wenn uns ganz am Schluss noch der Ausgleich gelungen wäre.» Es hat leider nicht sein sollen.

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