Im Schweizer Cup zu spielen, ist keine Premiere für den FC Iliria. Vor drei Jahren hatten sie Glück und bekamen in der ersten Runde den FC Grenchen 15 zugelost. Mit 2:0 gewannen die Stadt-Solothurner das Spiel relativ locker und durften in der nächsten Runde den FC Schaffhausen empfangen. Der FCS wurde seiner Rolle als Favorit gerecht und schlug Iliria mit 4:1.

Der Ehrentreffer für die Heimmannschaft erzielte damals der heutige Captain Alban Jahiu mit einem Sonntagsschuss. Selbes soll ihm heute auch gegen Lausanne (Anpfiff 18 Uhr) gelingen: «Hoffentlich schiesse ich noch einmal so ein Tor», sagt Jahiu. Durch den Gewinn des Solothurner Cups hat sich der FC Iliria direkt für den Schweizer Cup qualifiziert.

Die Rollen sind ganz klar verteilt am heutigen Samstag. Lausanne, derweil Erster in der Challenge League und nach vier Spieltagen noch ohne Niederlage, kann in Solothurn nur verlieren. Anders dafür der FC Iliria aus der 2. Liga, der am Mittwoch sein erstes Saisonspiel hatte und den FC Oensingen gleich mit 5:0 deklassierte.

Trotz minimaler Vorbereitung parat

Jahiu schliesst aber eine Sensation nicht aus: «Es ist der Schweizer Cup. Hier kann alles passieren. Natürlich sind wir in der Rolle des Underdogs, wollen uns aber nicht so einfach geschlagen geben.» Der FC Iliria ist also bereit für den heutigen Cup-Fight im Stadion des FC Solothurn.

Auch wenn bereit vielleicht das falsche Wort ist. Denn mit dem richtigen Training startete Iliria erst am Montag, weil ein Grossteil der Mannschaft noch in den Sommerferien weilte, erklärt uns Jahiu mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Der 5:0-Sieg gegen Oensingen zeigt aber, dass die Spieler trotz minimaler Vorbereitung parat sind.

Zustupf für die Kasse

Für eine solche Partie braucht es auch das nötige Organisationsgeschick, wie Präsident Rrahim Dakaj klarstellt: «Es war sehr aufwendig, bis wir alles organisiert hatten. Wir werden im Stadion des FC Solothurn spielen, weil wir da mehr Platz haben.» Für das heutige Spiel werden in Solothurn rund 1000 Zuschauer erwartet.

Das bringt auch Positives mit sich. Von den Einnahmen bekommt der FC Iliria einen Zustupf für seine Kasse. Zwar sind noch keine genauen Zahlen vorhanden, da der Verkauf der Tickets lediglich vor Ort stattfindet, doch gibt sich Dakaj positiv: «Das wird sicher einen guten Einfluss auf unsere Kasse haben», äussert er sich.

Captain Jahiu möchte einen Sieg seines Teams nicht ausschliessen. Nein, er sieht sogar reelle Chancen auf ein Weiterkommen: «Ich denke, dass unsere Chance auf einen Sieg bei etwa zwanzig Prozent liegt.»

«Lausanne ist eine Nummer grösser»

Trotzdem will er seinen heutigen Gegner nicht unterschätzen. «Ich habe Lausanne jetzt für eine gewisse Zeit verfolgt. Sie sind noch einmal ein ganz anderes Kaliber als damals der FC Schaffhausen. Lausanne hat klar das Potenzial, in dieser Saison in die Super League aufzusteigen. Lausanne ist eine Nummer grösser», sagt Jahiu.

Aber eben. Im Pokal-Wettbewerb gibt es immer wieder Wunder. Oft schlägt ein David einen Goliath. Oft gewinnt der Underdog, weil sich der Favorit zu siegessicher ist. Und oft wird an einem solchen Samstag ein kleines Stück Fussballgeschichte geschrieben. Zumindest für einen kleinen Verein, der mit etwas Glück und Können einmal im Jahr die Chance bekommt, sich auf der nationalen Ebene zu beweisen. Vielleicht ja auch heute.