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Blanker Abstiegskampf: Am Ende kommt es auf den Willen an

Zweifachtorschütze Sadriji Mergim (mit der Nummer 7) erzielt das erste Tor mittels Kopfball.Hans Ulrich Mülchi

Zweifachtorschütze Sadriji Mergim (mit der Nummer 7) erzielt das erste Tor mittels Kopfball.Hans Ulrich Mülchi

Der FC Iliria nimmt aus dem Kellerduell mit Subingen drei Punkte nach Hause.

Ilirias Mustafi darf bereits nach zwei gespielten Minuten das erste Mal zum Eckball anlaufen. Ein kurzer Blick in die Mitte, dann zirkelt er die Kugel in den Strafraum, wo sich Sadriji erfolgreich gegen FCS-Hüter Schwaller durchsetzt und den Ball zur frühen Führung ins Tor ablenken kann. Ein Start nach Mass für die Solothurner, welche den Aufschwung des Treffers nutzten und die Heimmannschaft so erst spät in die Partie kommen liessen. Zu allem Subinger Übel knallte in der zehnten Spielminute auch noch Florian Gasche mit dem Gäste-Torwart zusammen, worauf er lange gepflegt werden musste und ein «Hämmern im Kopf» verspürte. Diese Zeit in Überzahl konnte Iliria nur beinahe ausnutzen. Elezi nach einer Flanke von links und Sadriji nach einer Hereingabe von rechts verpassten beide die Führungserhöhung.

Als Gasche wieder am Spiel teilnehmen konnte, fand sein Team dann auch ins Spiel, was nach einer halben Stunde Früchte trug. Torwart Schwaller schlug einen langen Ball, Gasche verlängerte punktgenau in den Lauf seines Sturmpartners Sperisen, welcher Ilirias Keeper Dedaj im Eins-gegen-eins keine Abwehrchance liess und zum Ausgleich einschoss. Nun entflammte das Spiel und die Zuschauer bekamen eine attraktivere Partie zu Augen.

Schwaller, der tragische Held

Nachdem sich Schwaller in der zweiten Halbzeit unzählige Male durch glänzende Paraden auszeichnen konnte, brillierte er auch eine Viertelstunde vor Schluss, als er seine zweite Vorlage zur Vorlage buchte. Der 25-Jährige schlug wiederum einen weiten Ball auf Gasche, welcher wie beim ersten Treffer in den Lauf seines Mitspielers verlängerte. Kummer spitzelte letzten Endes den Ball im hohen Bogen ins Iliria-Tor. Das 2:1 hat eine verdächtige Ähnlichkeit mit dem Ausgleichstreffer, was keinesfalls Zufall war. «Ja, das haben wir so eingeübt mit unserem Grossen vorne», erklärte FCS-Trainer Erich Hert.

Ilirias Antwort darauf liess nicht lange auf sich warten. Vier Minuten später schoss Mustafi aus zirka zwanzig Metern harmlos drauf, Schwaller zeigte sich ungewohnt unsicher und liess die Kugel zwischen seinen Beinen zum Ausgleich passieren. Iliria roch nun den Braten und spielte weiterhin mutig nach vorne, was weitere vier Minuten später belohnt wurde. Aus dem Getümmel am Sechzehner kam der Ball irgendwie zu Sadriji, welcher sein persönliches Doppelpack zum umjubelten 2:3-Siegtreffer schnürte.

Keine Angst vor dem Abstieg

Aufseiten des FC Iliria war die Erleichterung gross, nachdem der zweite Sieg in der 2. Liga inter eingefahren und eine fünffache Niederlagenserie beendet worden war. «Unser Wille war heute grösser, deshalb haben wir gewonnen», meinte Assistenztrainer Jashar Ajdini mit Freudentränen in den Augen. Sein Team hätte nie aufgegeben und nach dem Treffer zum 2:1 grossen Charakter gezeigt. Dass nach dieser Partie trotzdem auf dem letzten Tabellenrang in die Winterpause gegangen werden muss, beunruhigt Ajdini keinesfalls. «Am Schluss wird abgerechnet. Ich glaube zu 100 Prozent, dass wir in dieser Liga bleiben.»

Auf der anderen Seite machte sich Ernüchterung breit. Der FCS befindet sich nun ebenfalls in einer Negativserie von fünf Niederlagen am Stück und der Sieg gegen den Tabellennachbarn wäre äusserst wichtig gewesen. Subingens Trainer Erich Hert sieht die zu grosse Angst seiner Mannschaft als grösstes Manko in der gesamten jetzigen Situation. In der Winterpause will man diese Angst ablegen und Selbstvertrauen tanken, was laut Hert kein einfaches Unterfangen sei.

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