Aufwand und Ertrag standen für Biberist in einem krassen Missverhältnis. «Wir waren in allen Belangen überlegen», sagte Trainer Vincenzo Salerno am Ende, «ich ärgere mich gewaltig über die Niederlage.» In allen Belangen – das stimmte doch nicht ganz. Mümliswil zeichnete sich nämlich durch die klar bessere Chancenauswertung aus. So entwischte in der 20. Minute Thomas Knuchel mit eine Steilpass, umdribbelte Goalie Moreno Blum und schob souverän zu Führung für die Gäste ein. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Platzherren längst in Führung liegen müssen. Aber in der 13. Minute, nachdem Philipp Dornbierer an der Seitenlinie den Ball erobert hatte, stand Roman Rüegsegger alleine vor dem Mümliswiler Torhüter. David Kaufmann wehrte aber Schuss und Nachschuss mirakulös ab.

Unmut über Mümliswiler Aufstellung

In diesem Rhythmus ging es in der ersten Halbzeit weiter. Mümliswil machte zu viele Fehler in der Vorwärtsbewegung, Biberist eroberte sich den Ball zurück und lancierte den nächsten Angriff. Der Ausgleich in der 25. Minute war deshalb mehr als verdient. Diesmal traf Rüegsegger aus vollem Lauf unhaltbar zum 1:1. Mehrere gute Chancen vergab Pascal Senn, sodass die Guldentaler mit dem Unentschieden zufrieden sein konnten. Und als als in der 66. Minute Bleron Dakaj nur die Latte traf, begann sich die alte Fussballerweisheit abzuzeichnen: Wer sie vorne nicht macht, kassiert sie hinten.

Dabei waren deren Fans vor dem Match überhaupt nicht glücklich mit der Aufstellung von Trainer Bruno Kaufmann. «Jetzt haben sie gut gespielt und er stellt alles um», meinte da ein Mümliswiler, am liebsten würde er gleich wieder nach Hause fahren. Vor allem, dass Goalgetter Reto Schärmeli auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, führte zu hitzigen Diskussionen. «Er hat einen Trainingsrückstand und die Erholungsphase nach dem schweren Spiel gegen Härkingen vom Mittwoch war für ihn zu kurz», erklärte Kaufmann nach dem Spiel. Auch mit Jörg Müller als zentralem Verteidiger wollten sich die FCM-Fans nicht abfinden. Ausgerechnet der wurde aber zum Matchwinner. «Ich habe ihn gebracht, weil Biberist grosse und kopfballstarke Stürmer hat», erklärte Kaufmann. Die Rechnung ging mehr als auf: Nach einem Freistoss von links erzielte Müller in der 75. Minute per Kopf das Siegestor der Gäste.

Verzweifeltes Anrennen

Was folgte, war ein verzweifeltes Anrennen der Biberister. Sie liessen sich in der Schlussphase zu oft schon im Mittelfeld in unnötige Zweikämpfe verwickeln, was ihren zuvor flüssigen Spielfluss verzögerte. So wollte ihnen der eigentlich verdiente Ausgleich nicht mehr gelingen.