2. Liga inter

Auswärtssieg in Grenchen: Olten gewinnt Derby, das keines ist

Giovanni Gerardi erzielte gegen Grenchen sein drittes und viertes Saisontor.

Giovanni Gerardi schiesst den FC Olten mit seinem Doppelpack in der 2. Liga inter zum Auswärtssieg beim «Kantonsrivalen» FC Grenchen. Damit klettern die Oltner über den Strich und befinden sich nun auf dem elften Zwischenrang. Der FC Grenchen fällt wiederum auf den achten Platz zurück.

Matchwinner Giovanni Gerardi zögert mit der Antwort auf die Frage, ob es sich wie ein Derby angefühlt hat. Der zweifache Torschütze grinst, nach diesem Sieg würde es eigentlich noch gut tönen, geht ihm vielleicht durch den Kopf, und winkt ab: «Grenchen ist zu weit weg.»

Wann denn die letzten beiden Aufeinandertreffen mit Grenchen waren? Wieder muss Gerardi überlegen. 2015/16 in der 2. Liga inter: Der FC Grenchen war nach Jahrzehnten aus der 1. Liga abgestiegen – und sollte gleich durchgereicht werden.

Mit einem 1:1-Unentschieden sowie einem 3:2-Auswärtssieg für Olten endeten die Derbys damals. Gerardi traf in beiden Spielen. Jetzt kann er sich erinnern. «Das passt offenbar doch ganz gut mit Grenchen», sagt er und lacht erneut. «Obwohl mir grosse Plätze wie hier eigentlich nicht so liegen.»

Er sprach nach dem Spiel von einem verdienten und vor allem wichtigen Sieg. Nach der deutlichen Niederlage gegen Zofingen drohte der FC Olten den Anschluss zu verlieren. «Ich denke, wir sind alle erleichtert, dass wir den ersten Sieg geholt haben», sagt Gerardi. Mit den fünf Punkten aus fünf Spielen kann und muss er leben, lieber wären ihm sieben, sagt Gerardi. «Die Stimmung im Team ist sehr gut. Jetzt wollen wir am Mittwoch zu Hause gegen Freienbach den nächsten Sieg.»

Auf den Freistoss-Hammer konnte Grenchen reagieren

In der 23. Minute schlug Oltens Nummer 10 zum ersten Mal zu. Auf seine typische Art: Gerardi zirkelte einen Freistoss aus gut 18 Metern scharf und unhaltbar in die linke, obere Torecke.

Die erste Führung der Gäste hielt allerdings keine zwei Minuten. Aaron Sperisen verwertete den Querpass von Omer Hausic. In der Folge war Grenchen die aktivere Mannschaft, Zählbares schaute aber nicht heraus für das Team von Mirko Recchiuti. «Angesichts der deutlich höheren Spielanteile und des Aufwands, den wir über die neunzig Minuten betrieben haben, ist es eine schmerzhafte Niederlage», sagte der Grenchen-Trainer.

In der Offensive seien die Spieler mit dem Ball zu «schlampig» umgegangen. Am Ende schaute vor dem Tor einfach zu wenig heraus. «In unserem Drittel und im Mittelfeld machten wir es ordentlich, aber im Angriffsdrittel nicht.»

Grenchen spielte auch nach dem Seitenwechsel sehr gefällig, doch der letzte Pass verunglückte jeweils. In der 67. Minute fiel der Game-Winner. Ein Heber von Zejnulla Nexhipi hebelte die FCG-Abwehr aus, Gerardi übernahm und schob an Torhüter Martin Leuenberger vorbei. Vierter Saisontreffer für den 27-Jährigen.

Oltner nun über dem Strich

Der Gastgeber erhöhte das Tempo in den letzten Minuten noch einmal, liess den Ball noch etwas schneller laufen. Doch mehr als Getümmel nach zwei Eckbällen gab es nicht zu notieren. In der Nachspielzeit legten die Oltner noch einen drauf. Der eingewechselte Shayan Maroufi schlenzte den Ball zum 3:1 ins Netz.

Während die Oltner dank ihres ersten Vollerfolgs der Saison, dazu zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, über den Strich klettern, rutscht der FC Grenchen mit nun drei Niederlagen und zwei Siegen auf dem Konto auf Platz acht zurück. Am nächsten Samstag gehts zum Spitzenreiter Pajde. «Wir müssen weiterhin positiv bleiben, Charakter zeigen», so Trainer Mirko Recchiuti.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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