Kanu

Auftakt der Wintercupserie auf der Aare: Paddeln vor schöner Kulisse

Auch in diesem Jahr messen sich die Kanuten auf der Aare in Solothurn.

Auch in diesem Jahr messen sich die Kanuten auf der Aare in Solothurn.

Am Samstagnachmittag findet in der Stadt Solothurn der traditionelle Auftakt der Wintercupserie statt. Gestartet wird um 15 Uhr beim Bootshaus der Solothurner Kajakfahrer auf Höhe der Badi Solothurn mit einem Massenstart. Auch die amtierende Europameisterin Melanie Mathys wird am Wettkampf teilnehmen.

Wer am Samstagnachmittag auf den Solothurner Brücken steht und auf die Aare schaut, könnte sich verblüfft die Augen reiben und denken: «Das kann doch nicht wahr sein!» Diese Leute werden nämlich Zeugen eines aussergewöhnlichen Spektakels: Sie werden zahlreiche Kanuten und Standup-Paddler auf der mittlerweile ziemlich kalten Aare sehen, die sich einen Monat vor Weihnachten im Ernstkampf messen.

Einen Ausflug nach Solothurn an die Aare wird am Samstagnachmittag mit Spektakel belohnt.

Einen Ausflug nach Solothurn an die Aare wird am Samstagnachmittag mit Spektakel belohnt.

In Solothurn findet mittlerweile schon zum 26. Mal der traditionelle Auftakt der Wintercupserie statt. Die Serie umfassen vier Rennen: Je eines in den Städten Solothurn und Basel sowie deren zwei in Brugg.

Der Start in den 6,6 Kilometer lange Rundstreckenkurs erfolgt um 15 Uhr mit einem Massenstart beim Bootshaus der Solothurner Kajakfahrer auf Höhe der Badi. Die Fahrzeit beträgt rund 30 bis 40 Minuten. Beim Wintercup gibt es diverse Kategorien, was erklärt, dass nicht nur Kanus zu sehen sind.

Die Hürde: Den eigenen Schweinehund überwinden

Der Wettbewerb entstand in den 1990er-Jahren, als die Kanuten eine Möglichkeit suchten, ihr Trainingserfolg hinsichtlich der nächsten Saison zu vergleichen, um dadurch den aktuellen Stand zu sehen. Ohne diesen aktuellen Formcheck wären die Athleten in der nächsten Saison chancenlos und wüssten nicht, wie sie im Vergleich zur Konkurrenz dastehen.

Die Gesundheit der Athleten ist bei diesem Wintercup im Spätherbst trotz kalter Luft- und Wassertemperaturen nicht gefährdet. Kaum einer der Fahrer kippt um, da diese Kanufahrer an Wildwasser gewöhnt sind und auf der vergleichsweise ruhigen Aare deshalb ihr Gleichgewicht problemlos halten können.

Mit der richten Ausrüstung kann ein Kanute ausserdem Wassertemperaturen bis minus zehn Grad oder eine Fahrt bei Schneefällen schadlos überstehen. Bei der Ausrüstung ist es eher wichtig, dass sich die Athleten am Kopf und an den Füssen warmhalten, da man sonst dort viel wertvolle Energie verlieren kann.

Die Europameisterin Melanie Mathys will bei ihrem Heimrennen an ihr Limit gehen.

Die Europameisterin Melanie Mathys will bei ihrem Heimrennen an ihr Limit gehen.

 «Ich hoffe auf eine gute Verteilung in den Kategorien. Im letzten Jahr waren fast hundert Boote am Start. Zudem wäre gutes Wetter ideal, um möglichst ein attraktives Bild für die Zuschauer zu bieten, wenn die Fahrer durch die Stadt paddeln», sagt Reto Schläppi, der Organisator des Wintercups und technischer Leiter der Solothurner Kajakfahrer. Er empfiehlt für interessierte Zuschauer die Solothurner Brücken als idealen Standort zur Beobachtung des Rennens.

Am Wintercup in Solothurn nimmt ebenfalls die Europameisterin und WM-Fünfte Melanie Mathys teil. Sie nutzt dieses Rennen als aktuelle Standortbestimmung. «Ich möchte beim Rennen an mein Limit gehen, damit ich für nächstes Jahr weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin», sagt die 25-jährige Solothurnerin. Sie fügt hinzu: «Die Hürde ist manchmal, seinen eigenen Schweinehund zu überwinden.»

Den Titel bei ihrem Heimrennen aus dem vergangenen Jahr wird Mathys, sofern nichts schiefgeht, auch heuer verteidigen, da Ihre Hauptkonkurrentin, Hannah Müller aus Nidwalden, nicht am Rennen teilnehmen kann.

Als Solothurnerin ist der Auftakt der Wintercupserie besonders speziell für Melanie Mathys.

Als Solothurnerin ist der Auftakt der Wintercupserie besonders speziell für Melanie Mathys.

Dennoch ist dieser Wintercup für Mathys speziell: «Das Schöne an diesem Rennen für uns Solothurner ist natürlich, dass wir unseren Heimvorteil nützen können und dass uns viele Solothurner zuschauen. Ebenso die eigene Familie und die eigenen Freunden können vor Ort sein und uns anfeuern.»

Im nächsten Jahr schliesst Mathys mit der Masterarbeit ihr BWL-Studium ab. Nur wenige Wochen später strebt die Solothurnerin an der schon Ende April ausgetragenen WM eine Medaille an. Dadurch will sie die letztmals verpasste WM-Medaille nachholen.

Zuerst will Mathys aber in ihrer Heimatsstadt mit starken Leistungen überzeugen. Obschon beim Auftakt dieser Wintercupserie für einmal nicht der Erfolg, sondern das Ambiente und die Überprüfung der Form im Vordergrund stehen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1