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Am Schluss die grosse Euphorie! Wie der EHC Olten nach einer spektakulären Wende Visp 3:2 bezwingt

Der EHC Olten gewinnt auch das dritte Spiel des Playoff-Viertelfinals gegen Visp und steht mit einem Bein im Halbfinal. Olten rennt im letzten Drittel lange einem Rückstand hinterher und gleicht erst 12 Sekunden vor Schluss aus. In der Verlängerung schiesst Silvan Wyss die Oltner ins Glück.

Manchmal reichen wenige Sekunden, um einen Abend komplett auf den Kopf zu stellen. Lange sah es im Kleinholz danach aus, als würde der EHC Olten erstmals in den diesjährigen Playoffs verlieren. Eine Niederlage hätte die Serie gegen Visp womöglich neu lanciert. Doch dann gelang die späte Wende doch noch. Silvan Wyss wurde zum Helden, seine zwei Tore bedeuten: Olten führt in der Serie 3:0, für den Einzug in den Halbfinal fehlt nur noch ein Sieg.

Held Wyss: «So muss es weitergehen!»

Es war eine aufwühlende Partie. An dessen Ende EHCO-Trainer Chris Bartolone sagte: «Es sah lange so aus, als wäre dieser dritte Abend nicht wirklich unser. Aber so sind Playoffs nun einmal.» Doppeltorschütze Wyss sagte: «So muss es weiter gehen!» Er lobte das ganze Team, das trotz lange Zeit erfolgloser Bemühungen den Glauben an den Sieg nie verlor.

Wyss konnte im Anschluss wohl selbst noch nicht ganz glauben, was sich in diesen letzten Sekunden des Spiels zugetragen hatte. Die Tore tun auch ihm persönlich gut. Er spielte bis anhin noch nicht seine beste Saison. Dass er in den Playoffs aufblüht, zeigte er gestern aber nicht zum ersten Mal.

1:2 lag sein EHCO zurück. Nur noch wenige Momente waren zu spielen, die letzten, verzweifelten Angriffsbemühungen drohten bereits zu verpuffen. Doch dann versuchte es Wyss noch einmal. Er schoss den Puck einfach aufs Tor. Und tatsächlich, obwohl sein Versuch nicht gerade ein Geschoss war, fand der Puck irgendwie den Weg ins Netz hinter Reto Lory. Das ist für den Visper Torhüter umso bitterer, weil er zuvor überragend hielt.

Erneut fallen zwei Schlüsselspieler aus

2:2 stand es also nach 60 Minuten – es ging in die Verlängerung. Und in dieser erhielt Olten bereits nach 32 Sekunden ein Powerplay zugesprochen. Nach einigen wirkungslosen Aktionen fiel der Puck erneut Wyss vor die Schaufel. Und diesmal war sein Tor schlicht grosse Klasse. Er schlenzte die Scheibe herrlich in den Winkel. Danach durfte er sich minutenlang von den Fans feiern lassen.

Bei aller Euphorie über den Sieg. Der gestrige Tag könnte den EHCO in diesen Playoffs noch beträchtlich schmerzen. Am Vormittag im Warm-Up verletzte sich Stan Horansky. Im Spiel selbst schied Marco Truttmann – an seinem Geburtstag – nach einem Stockschlag auf den Arm aus. Horansky wird wohl etwa vier Wochen fehlen, ist frühestens im Final zurück. Wie gravierend die Verletzung von Truttmann ist, wird sich zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass sein Arm nicht gebrochen ist. Bereits kurz vor den Playoffs schied bekanntlich Jewgeni Schirjajew aus, damit wächst das Oltner Lazarett bedrohlich.

Der Start in die Partie missglückte Olten ziemlich. Gleich im ersten Powerplay kassierte der EHCO einen Shorthander. Der stets agile Visper Topskorer Sturny profitierte von einem Missverständnis.

Die Reaktion blieb vorerst aus. Anfangs des zweiten Drittels kam es noch schlimmer. In Unterzahl blockte Gervais einen Schuss und konnte alleine losziehen. Doch sein Stock war gebrochen. Und weil der Kanadier gleichwohl weiterspielte, kassierte er eine Strafe. Visp brauchte nur 14 Sekunden, um die doppelte Überzahl zum 2:0 zu nutzen.

Nun endlich reagierte Olten. Im Stolz verletzt und angestachelt vom Publikum, das nun auf jede (Nicht-)Entscheidung des Schiedsrichter-Duos heftig reagierte, stürmte das Heimteam immer mehr. Die Bemühungen wurden belohnt, Haas gelang der Anschlusstreffer. Die Wende lag in der Luft.

Doch ein weiteres Tor wollte und wollte nicht fallen. Es fehlten Präzision, Kaltblütigkeit und Glück. Bis zur Wende in letzter Sekunde.

Mit Blick auf die vielen Verletzungen gilt für Olten nun: Am Freitag sollte in Visp möglichst der letzte Schritt folgen, den es für den Halbfinal benötigt.

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