HC Olten

Abklatschen und Umarmungen fehlen: So sieht das Corona-Training des Hockeyclubs aus

Unter Auflagen sind seit Montag im Amateurbereich wieder Trainingseinheiten möglich. Ein Einblick beim Hockeyclub Olten.

Auf dem Landhockeyfeld im Kleinholz in Olten herrscht seit Montag wieder reger Betrieb. Die Teams des Hockeyklubs haben das Training unter strengen Auflagen aufgenommen. Die wichtigsten Regeln: Es sind nur Trainings in Gruppen bis zu fünf Personen erlaubt, der Mindestabstand von zwei Metern muss stets eingehalten werden, jeglicher Körperkontakt ist verboten, Garderoben und Duschen dürfen nicht benutzt werden – und die einzige offene Toilette «nur im Notfall» –, das Trainingsmaterial muss regelmässig desinfiziert werden.

«Der Aufwand ist happig. Wir hatten eine Woche lang Hochbetrieb, was die Planung und die Umsetzung angeht», sagt René Buri, Medienverantwortlicher des HCO. «Aber es war der Wunsch aller Vereinsmitglieder, endlich wieder spielen zu dürfen.» Als das Bundesamt für Gesundheit am 27. April erste Lockerungen im Bereich Sport in Aussicht stellte, hat der Klub sofort reagiert. Trainer sowie Mitglieder des Vorstandes besprachen letzte Woche in mehreren Videokonferenzen die mögliche Umsetzung der Vorgaben. Federführend bei der Ausarbeitung des Schutzkonzepts waren die Sportliche Leiterin Ramona Schwager und Nachwuchschef Christoph Conz. «Dem voraus ging das Zeichen der Stadt Olten, dass Trainings im Kleinholz grundsätzlich wieder möglich sind», sagt René Buri und spricht von einer unkomplizierten Zusammenarbeit.

Trainings mit bis zu vier Gruppen

Es geht gleich von 0 auf 100 beim HC Olten. Diese Woche finden bereits wieder jeden Abend Trainingseinheiten statt, zwischen 17.30 und 21.30 Uhr. Am Dienstag, kurz nach 19 Uhr, waren die U10- und U12-Nachwuchsteams dran. Das Feld wurde in vier Viertel aufgeteilt, wodurch bis zu zwanzig Personen gleichzeitig trainieren können. Jede der vier Fünfergruppen hat ihr eigenes Material und Desinfektionsmittel. Die vier Zonen dürfen nur über den vorgezeichneten Weg betreten und verlassen werden. Die Gruppen bleiben bis Ende Juni fix bestehen und sollen nicht in Berührung mit den anderen kommen.

«Ohne Körperkontakt zu trainieren, geht beim Landhockey ganz gut», sagt Buri. «Die Matches fallen natürlich weg, aber wir können sehr viel im technischen Bereich arbeiten.» Die Nachwuchscracks auf dem Platz geniessen es offensichtlich, endlich wieder auf dem Feld zu stehen. Die Regeln werden erstaunlich gut eingehalten. Die Coaches desinfizieren regelmässig und gewissenhaft Material und Bälle, die sie nur mit Handschuhen anfassen. Den Abstand untereinander zu wahren, klappt ebenfalls gut.

Genau rekapitulieren und Verbesserungen vornehmen

Gegen 20 Uhr trudeln allmählich die Spieler der ersten Mannschaft ein – die meisten bereits in ihren Gruppen mit dem nötigen Abstand. Es wird viel gelacht, Sprüche fallen, die Spieler freuen sich, nach langer Zeit wieder dem gemeinsamen Hobby zu frönen. «Damit das Gemeinschaftsgefühl nicht leidet, haben sie in den vergangenen Wochen den Kontakt über Videokonferenzen gehalten», so Ramona Schwager. «Sie vermissen das Kabinenleben genauso wie das Spielen selbst.»

Trainer Nathaniel Joy, der sämtliches Material alleine bereitstellen und wieder verräumen muss, hat eine intensive erste Einheit für die knapp zwanzig Spieler vorbereitet. Die scheinen es am meisten zu geniessen, endlich wieder ihre Goalies mit Schüssen eindecken zu dürfen. Dass ein paar Kugeln weit über das Fangnetz segeln, ist wohl der langen Pause anzulasten. Schwager ermahnt sie dennoch, sich etwas zurückzuhalten, solange die nötige Präzision der Schüsse noch nicht wieder da ist. Grundsätzlich halten sich auch die Männer brav an die Regeln. Dem Laien würde kaum auffallen, dass es sich um ein eingeschränktes Training handelt. Schwager sagt: «Mal eine Umarmung oder auch das Abklatschen nach guten Aktionen – das vermisse ich.»

Würde es denn überhaupt jemandem auffallen, wenn sich der HCO nicht an die Regeln hält? «Es ist durchaus möglich, dass wir kontrolliert werden», sagt René Buri. «Es könnte zum Beispiel mal jemand von der Stadt vorbeischauen – und das wäre auch richtig so. Wir machen uns ja selbst den grössten Druck und wollen ein Vorbild sein.» Am Samstag werden die Verantwortlichen des HC Olten eine Telefonkonferenz abhalten. «Wir werden die Woche genau rekapitulieren und wenn nötig, Verbesserungen vornehmen an unserem Konzept», sagt Ramona Schwager. Sie und René Buri hoffen, dass sich bis im September alles normalisiert und die neue Saison regulär starten kann.

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