Eishockey

7:6 - EHC Olten gewinnt den Krimi gegen Martigny im Penaltyschiessen

Der EHC Olten muss im Heimspiel gegen Martigny in die Verlängerung. Die Powermäuse liefern sich mit den Gästen, die viermal einen Rückstand aufholen, einen offenen Schlagabtausch. Im Penaltyschiessen hat der EHCO dann doch das Glück auf seiner Seite.

 Es gibt Spiele, die sind aus Sicht der Zuschauer höchst unterhaltsam. Zum Beispiel dann, wenn viele Tore fallen und die Spannung dank wilder Abfolge der Treffer immer präsent ist. Kurz: Wenn das Chaos die Hauptrolle spielt. Die 3500 Leute, die den Weg ins Kleinholz-Stadion auf sich genommen hatten, wurden Zeuge eines solchen Spiels. Am Ende sahen sie zwölf Tore, vier Pfostenschüsse, einen verschossenen Penalty und zum Abschluss noch ein Penaltyschiessen – welches Olten gewann.

So spektakulär die Partie aus Sicht des Publikums verlief, so ärgerlich war sie für die beiden Trainer. Besonders Oltens Headcoach Heikki Leime hatte einige Gründe, sich grün und blau zu ärgern über seine Mannschaft. Die schaffte es, viermal eine Führung zu verspielen. Zu schlechter letzt in der allerletzten Minute der regulären Spielzeit. Starkov gelang 53 Sekunden vor der Schlusssirene der Ausgleich zum 6:6. Dies, nachdem die Oltner 34 Sekunden zuvor den scheinbaren Siegtreffer zum 6:5 erzielt hatten.

Truttmann sei Dank

Die Art und Weise, wie sie sich am Ende doch noch die drei Punkte vom Brot nehmen liessen, war jedoch symptomatisch für die fehlerhafte Vorstellung der Powermäuse in der eigenen Zone. Die Unterwalliser profitierten zum wiederholten Mal von der extremen Unordnung in der EHCO-Defensive. «Wir haben es ihnen zu einfach gemacht in unserer Zone. Das wurde bestraft», befand schliesslich auch Marco Truttmann, der beste Oltner Spieler.

Der wirblige Flügelstürmer erzielte nicht nur zwei Tore, sondern war mit seinem verwandelten Penalty auch dafür verantwortlich, dass der EHCO mit einem blauen Auge davonkam und nach drei Niederlagen in Folge erstmals wieder als Sieger vom Eis ging

Die Highlights im Video:

5.1.2016 EHC Olten - HC Red Ice Martigny 7:6 n.P.

5.1.2016 EHC Olten - HC Red Ice Martigny 7:6 n.P.

Trotzdem war auch gegen Martigny unübersehbar, dass der Mannschaft die Souveränität, mit welcher man im Dezember acht Siege aneinandergereiht hatte, über Weihnachten abhandengekommen ist. Besonders das Abwehrverhalten liess sehr viele Wünsche übrig. Immer wieder kamen die Unterwalliser aus der «Nahdistanz» vor (dem nicht immer sicher wirkenden) Goalie Kevin Huber zum Abschluss und konsequenterweise auch zu mehreren Treffern.

Die Oltner machten es dem unter seinem neuen Trainer Adrien Plavsic deutlich offensiver agierenden Aussenseiter viel zu einfach, seine Tore zu erzielen. «Bei allem Respekt für Martigny und ihre Spielweise: Ich denke, dass wir ein wirklich schlechtes Spiel abgeliefert haben», fand Heikki Leime deutliche Worte für die Darbietung seiner Mannschaft. Der Finne verzichtete vor lauter Ärger nach dem Spiel darauf, wie gewohnt ein paar Worte an seine Truppe zu richten.

«Ich muss erst eine Nacht darüber schlafen, ehe ich die Konsequenzen ziehen kann», sagte Leime, der bei seinen Spielern vor allem das «fehlende Feuer» und den «fehlenden Willen, den Preis zu bezahlen» bemängelte. Gut möglich, dass die Absenz des angeschlagenen Verteidigungsministers und Aggressivleaders Reto Kobach das Seinige dazu beitrug, dass in der Oltner Defensive das Chaos regierte. «Immerhin haben wir zwei Punkte geholt», fand Heikki Leime doch noch einen positiven Aspekt eines Abends, der nur bei den Zuschauern in Erinnerung bleiben wird.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Olten Red ICE

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