Das Derby zwischen Aufsteiger Oensingen und Mümliswil versprach spannend zu werden. Doch das Schlussresultat spiegelt die gezeigten Leistungen wider: Der FC Mümliswil war klar besser und gewann souverän und diskussionslos 4:0.

Die erste prickelnde Szene musste zwar Mümliswils Goalie Fabio Gradwohl beheben, indem er ausserhalb des Strafraums mit einem Kopfball klärte. Doch dann verlagerte sich das Spiel definitiv auf die andere Seite. Denn beide Teams zogen ein klassisches 4-4-2 auf, nur dass Mümliswil dem Gegner viel früher auf die Pelle rückte, während Oensingen zunächst weit zurück staffelte.

Individuell stark, kollektiv konfus

Das gefiel den Gästen aus dem Guldental, die hinten ungestört den Ball zirkulieren liessen und dann mit Tempovorstössen über die Seiten gefährlich wurden. So flankte Robin Disler von der linken Seite in die Mitte, wo Nicola Ackermann den Ball per Kopf kraftvoll zum 0:1 in die Maschen schickte. Nach weniger als einer Viertelstunde machte Nicola Ackermann mit seinem zweiten Treffer die Sache bereits klar und die erhoffte Spannung war draussen.

Immerhin: In der 18. Minute folgte die beste Aktion der Oensinger, als Ferhat Capan von links auf Semir Bisevac flankte, der den Ball aber nicht unter Kontrolle bringen konnte. Das Beispiel Bisevac zeigte dabei auf, woran es den Bechburgern fehlte: Der Stürmer mit Erstligaerfahrung (Solothurn, Langenthal) ist zwar wie viele andere in seinem Team individuell stark, aber weil das Kollektiv konfus auftrat, fehlte die Effizienz.

Ein klares Schlussresultat

Nach einer halben Stunde begann auch Oensingen, ein konsequentes Forechecking aufzuziehen, und beim Heimpublikum kam nochmals etwas Hoffnung auf. Aber nicht für lange: Gleich nach der Pause spekulierte Robin Disler richtig, als Dzevahir Ramani mit dem Kopf einen «telefonierten» Rückpass auf den Goalie Dzenan Isovic spielen wollte. Disler klaute den Ball und erzielte kaltblütig das 0:3.

Mit einem weiteren fatalen Rückpass leitete Oensingen selber das 0:4 ein und wenn Goalie Isovic kurz vor Schluss nicht noch das Eins-gegen-eins gegen den alleine heranstürmenden Philippe Wehrli gewonnen hätte, wäre das ohnehin klare Schlussresultat noch höher ausgefallen.

Mit einer ordentlichen Position in die Winterpause

«Ich bin sehr zufrieden, denn der Gegner hat individuelle Stärken, aber wir haben defensiv sehr souverän gespielt», lobte Trainer Remo Bürgi seine Mannschaft. Wird Mümliswil nach dem guten Start nun die Saisonziele nach oben schrauben? Bürgi bleibt trotz der ausgezeichneten Frühform seiner Mannschaft zurückhaltend: «Wir hatten uns vorgenommen, endlich einmal eine gute Herbstrunde zu spielen und nicht wieder in den Abstiegskampf zu geraten. Diesmal wollen wir in einer ordentlichen Position in die Winterpause gehen. Dann sehen wir weiter.» Aktuell belegt der FC Mümliswil nach Verlustpunkten den zweiten Tabellenplatz.

Die Oensinger auf der anderen Seite haderten am Ende vor allem mit dem Platzverweis wegen eines Notbremsefouls in der 73. Minute, das der Linienrichter dem Tessiner Schiedsrichter signalisiert hatte. «Aus meiner Sicht war es gar kein Foul, Fabio Engel wollte den Ball spielen», meinte Trainer Andy Frei. «Der Platzverweis war zwar nicht entscheidend für den Ausgang dieses Spiels, aber nun wird unser Captain zweimal gesperrt sein, und das trifft uns hart.»