2.Liga Inter

3:2-Sieg gegen Klingnau: Der Floh hält Grenchen am Leben

Samuel Zayas schoss den FC Grenchen 15 mit seinem Hattrick zum Sieg.

Dank Samuel Zayas, genannt «la Pulga» (der Floh), gewinnt der FC Grenchen das Zitterspiel gegen Klingnau. Denn Zayas schoss alle drei Tore der Grenchner, die in dieser Partie zweimal ihre Führung hergeben mussten und mehrfach die scheinbar sichere Vorentscheidung verpassten.

Es war eines jener Schicksalsspiele: Zwei Teams, die punktgleich am Tabellenende liegen, treffen in der letzten Runde vor der Winterpause aufeinander. Der Sieger darf für die nächsten drei Monate Moral tanken, der Verlierer dagegen wird frustriert und ohne grosse Hoffnung in die lange Pause gehen.

Der FC Grenchen begann mit viel Elan und drückte den FC Klingau in die Gefahrenzone zurück. «Wenn wir endlich einmal in Führung gehen könnten, sähe alles anders aus», hatte Trainer Mirko Recchiuti nach den letzten, verlorenen Spielen gesagt, die alle mit einer vergleichbaren Startoffensive begonnen hatten.

Diesmal klappte es: Samuel Zayas, auch «la Pulga», also der Floh genannt, setzte sich nach einer schönen Kombination im Strafraum gegen mehrere Klingnauer durch. Den ersten Schuss konnte Fatlind Bytyqi noch abwehren, doch Zayas setzte nach und schoss das 1:0.

Die Gäste meldeten sich noch zweimal zurück

Doch mit der Führung wurde nicht alles besser, wie dies Recchiuti, dessen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2021 verlängert wurde, gehofft hatte. Klingnau reagierte mit wilden Angriffen und Goalie Martin Leuenberger musste eine Glanzparade zeigen, um den Vorsprung zu halten.

In der 20. Minute hebelte Klingnau die FCG-Abwehr mit einem Steilpass aus, Leuenberger kam einen Schritt zu spät und traf den Gegner statt den Ball. Der Schiedsrichter schaute lange auf seinen Assistenten, der schliesslich auf Penalty entschied. Der gefoulte schoss selber, Leuenberger war dran, konnte aber den Nachschuss zum 1:1-Ausgleich nicht verhindern.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte setzte sich Dzenis Poljak am linken Flügel durch und in der Mitte war es wieder der Floh, der für Grenchen traf. Doch auch das 2:1 brachte keine Ruhe in die FCG-Defensive. An Wille, Einsatz und Talent fehlte es nicht, aber an Ruhe, Ordnung und Routine. Klingnau kam wieder zu vielen Chancen und riskierte immer mehr.

Das gab auch Raum für FCG-Konter. Viermal Zayas sowie je einmal Erblin Shaqiri und Cédrc Rihs verpassten die scheinbar sichere Vorentscheidung. Wer so viele Hundertprozentige versiebt, wird meist bestraft. Alle erwarteten einen Rückpass auf einen besser postierten Spieler, doch Polat Günes haute den Ball aus spitzem Winkel auf das Grenchner Tor und überraschte beim 2:2 auch Goalie Leuenberger.

Dem FC Grenchen fehlt ein routinierter Abwehrspieler

Der FCG wankte und Klingnau wollte nun alles – was zu viel war. Leuenberger setzt den an der Mittellinie gestarteten Zayas ein. Dieser zog alleine aufs Tor und schoss Grenchen mit dem 3:2 ins Glück. «Nach jedem Führungstor haben wir wieder Angst bekommen», analysierte Recchiuti.

Was verständlich sei nach den letzten Resultaten. «Dank des heutigen Siegs ist es eine schlechte, aber keine katastrophale Vorrunde. Es fehlt einer, der das Spiel lesen und die Hektik rausnehmen kann.»

Die Spieler haben auf dem Rasen bewiesen, dass sie nicht absteigen wollen und an den Ligaerhalt glauben. Nun muss der Klub nachziehen. In der Defensive fehlt ein Routinier, der die jungen Verteidiger dirigieren und Ruhe ins Spiel bringen kann und eine solche Verstärkung muss gefunden werden, wenn der FCG im Kampf gegen den Abstieg eine Chance haben will.

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