2. Liga inter

0:3-Niederlage für den FC Olten: Viel zu wenig Einsatz und Laufbereitschaft

Der Kopfball von Zofingens Matchwinner Avni Halimi segelt über Oltens Goalie Thomas Husi hinweg ins lange Eck.

Der FC Olten unterliegt am vierten Spieltag der 2. Liga inter daheim dem SC Zofingen diskussionslos mit 0:3.

Es war geradezu bezeichnend für das Spiel, dass der Schiedsrichter nach nicht einmal einer Nachspielminute abpfiff und sich niemand darüber aufregte. Die Geschehnisse in den vorangegangenen neunzig Minuten verliefen äusserst einseitig. Zofingen setzte sich dank zwei frühen Toren in beiden Halbzeiten und einem Penalty souverän durch, orientiert sich allmählich Richtung Ranglistenspitze, während der FC Olten unter den Strich fiel.

Das 0:1 in der sechsten Minute war ein kurioses Tor. Die Oltner monierten, der Eckball von Fernandes sei gar nie im Spiel gewesen. Die Gastgeber verteidigten dabei viel zu passiv und Halimi köpfte am zweiten Pfosten in die entfernte Torecke. Keine fünf Minuten später lag der Ball nach einer Kombination der Zofinger erneut im Tor. Doch der Schiedsrichter annullierte den Treffer von Dibrani wegen Abseits. Oltens einzige Halbchance vor der Pause war ein Freistoss von Gerardi.

Ein Steilpass, ein Lob und das Spiel war entschieden

«Das 0:1 kam zu früh. In der Halbzeit haben wir uns etwas vorgenommen und bekommen dann gleich das 0:2.», sagte der enttäuschte Olten-Trainer Mirko Pavlicevic. Fabbricatore lancierte Halimi mit einem Steilpass, und der bezwang Oltens Goalie Husi mit einem Heber.

Der Rest war Langeweile. Wie hoch der Auswärtssieg ausfällt, dies die einzige offene Frage. In der 53. Minute kullerte der Abschluss von Schwegler an den Pfosten, und dies sollte die beste Chance der Zofinger bleiben. Sie mussten schlicht nicht mehr machen. In 73. Minute klatschte Oltens Lasic ein Aufsetzer an die Hand, was zu einem Penalty und dem Hattrick von Halimi führte.

Flavio Catricalà, der den FC Olten 2017/18 in der 2. Liga inter auf Platz zehn geführt hatte, erlebte eine geruhsame und erfolgreiche Rückkehr aufs Kleinholz. «Wir hatten gefühlt achtzig Prozent Ballbesitz. Aber das haben wir auch erwartet», sagte der Zofingen-Trainer. «Die beiden Klubs haben auch ganz andere Ambitionen. Wir wollen aufsteigen, Olten nicht absteigen.» Catricalà sprach deshalb von einem Pflichtsieg. Nach einer schwierigen Vorbereitung mit vielen Abwesenden sei sein Team «bei etwa siebzig Prozent angelangt».

Zofingen kommt in Fahrt, Olten wartet auf Dreier

Der zweite Sieg im dritten Spiel bringe Selbstvertrauen, so Catricalà weiter. «Wir haben aber auch Woche für Woche Druck. Und manchmal sind wir noch zu hektisch und nervös.» Eine wegweisende Woche steht bevor. Am Mittwoch wartet Freienbach (4.), am Samstag der Leader Pajde. Kommt nach der Pflicht die Kür? «Zuerst einmal gut regenerieren, und dann wollen wir natürlich weiter punkten», sagt Catricalà.

Weiter auf den ersten Vollerfolg warten der FC Olten und Trainer Mirko Pavlicevic. «Zofingen war klar besser, aber es waren nicht herausgespielte Tore, sondern zwei Stellungsfehler von uns und ein Penalty», erklärte er die zweite Saisonniederlage – dazu zwei Unentschieden.

Am nächsten Samstag steht das Solothurner Derby gegen den Aufsteiger FC Grenchen 15 an, der am Samstag dem FC Muri mit 2:3 unterlag und aktuell mit zwei Siegen und zwei Niederlagen dasteht. «Wir müssen viel mehr kämpfen und laufen als gegen Zofingen. Als Favorit sehe ich uns nicht. Ich hoffe, dass das Team jetzt kapiert, dass wir mehr machen müssen.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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