Volleyball

Sm'Aesch Pfeffingen: Auf Augenhöhe mit dem Ligakrösus

Sm’Aesch Pfeffingen reiht Sieg an Sieg und ist Serienmeister Volero Zürich dicht auf den Fersen. Giuseppe Esposito

Sm’Aesch Pfeffingen reiht Sieg an Sieg und ist Serienmeister Volero Zürich dicht auf den Fersen. Giuseppe Esposito

Sm’Aesch Pfeffingen ist plötzlich der grosse Herausforderer von Volero Zürich. Wie kommt es dazu, dass die Baselländerinnen den seit Jahren in der Schweizer Volleyballszene ungefährdeten Zürcherinnen nahe kommen? Dennoch dürfte Sm'Aesch den Ligakrösus wohl kaum gefährden.

8 Spiele, 7 Siege. Das macht 22 von 24 möglichen Punkten – Platz zwei! Die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen sind so gut in eine Nationalliga-A-Meisterschaft gestartet wie noch nie zuvor in den bisherigen elf NLA-Spielzeiten. Das hat zur Folge, dass die Baselbieterinnen dem absoluten Ligadominator Volero Zürich mit nur einem Punkt Rückstand auf den Fersen sind. Jenem unantastbaren Ligadominator, der seit dem 29. Januar 2012 (!) kein NLA-Pflichtspiel der Schweizer Volleyballmeisterschaft mehr verloren hat.

Bezeichnend für den imposanten Saisonstart von Sm’Aesch Pfeffingen war, dass man im Direktduell gegen Volero den Ligakrösus in einen fünften Satz zwingen konnte und zumindest an der grossen Sensation schnuppern durfte. «Wir hatten in diesem Spiel das Momentum teilweise auf unserer Seite. Doch zieht Volero mal die Schrauben an, sind wir meilenweit von ihnen entfernt. Und dennoch war die Quintessenz dieses Spitzenspiels, dass Volero alle Spielerinnen bringen muss, um uns schlagen zu können», blickt Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner zufrieden auf die erste Phase der laufenden Meisterschaft zurück.

Bei Volero Zürich, die sich regelmässig erlauben können, in NLA-Spielen Stammkräfte zu schonen, bricht trotz der Mini-Führung keineswegs Hektik aus, im Gegenteil. Man freut sich mit der konstanteren Konkurrenz. «Es ist auch in unserem Sinne, wenn die Liga an Qualität und Spannung gewinnt, eine positive Entwicklung», sagt Dominic Staub von Volero.

Keinen Übermut spürbar

So oder so: Das Potenzial bei Sm’Aesch, die als einziges Team der NLA auf zwei Schweizerinnen auf den Hauptangriffspositionen setzen, ist riesig. Bereits in den ersten Saisonspielen zeigte sich, dass Sm’Aesch wiederum zu mehr fähig ist als nur ein NLA-Mitläufer zu sein. Bereits in der Vorbereitung konnte man sich in Testspielen gegen ausländische Topteams auszeichnen und qualitativ steigern. Als erste Schlüsselmomente in der Meisterschaft bezeichnet Trainer Lippuner schliesslich die Auswärtssiege in Neuenburg und Düdingen.

Auch am vergangenen Wochenende legte sein Team beim 3:0-Sieg (25:11, 25:19, 25:14) gegen Aufsteiger Volley Lugano nach – mit einer Konstanz, die Spuren in der Liga hinterlässt. Als positiv wertet Lippuner, dass man bislang in den wichtigen Momenten stets einen Zacken zulegen konnte – eine Qualität von Topteams, die nur schwer zu erlangen ist. «Das Selbstvertrauen steigt natürlich mit jedem Sieg. Trotzdem bemerke ich keinen Übermut in unserem Team. Die Spielerinnen sind sich bewusst, dass das Ganze kein Selbstläufer ist», so Lippuner.

Platz zwei im Fokus

Die Chemie bei Sm’Aesch, die zwei Mal täglich trainieren, stimmt. Die Stimmung beschreibt Lippuner als «positiv-professionell». «Wir haben menschlich und sportlich einen guten Mix.» Klingt nach Perfektion. Liegt demnach sogar noch mehr drin als Platz zwei? Der Trainer winkt ab: «Wir müssen realistisch bleiben. Platz eins ist ein utopisches Ziel. Unser Fokus muss auf Platz zwei oder drei liegen. Für höhere Ziele fehlen uns nicht nur die Mittel, sondern schlicht und einfach auch die Qualität.»

Nun folgen wichtige Spiele gegen sämtliche Direktkonkurrentinnen (VFM, NUC, Cheseaux und Düdingen), in denen der Charakter des Teams auf eine erste grosse Bewährungsprobe gestellt wird. Der Trainer sieht in der Adventszeit den «Monat der Wahrheit». «Ich hoffe, dass wir die Qualität möglichst lange halten können. Wir tun unser Bestmögliches, dass wir da oben bleiben», so Lippuner. Das dürfte wohl auch im Sinne der Volleyballszene sein. Denn ein ernsthafter Gegner würde nicht nur Volero, sondern auch dem Sport im Allgemeinen guttun. Warum sollte der Gegner nicht Sm’Aesch Pfeffingen heissen?

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