Der Norweger benötigte für die zwei Weltrekorde bloss zwei Versuche. Im ersten Trainingssprung segelte er auf 243,0 m und überbot die bisherige, fast sechs Jahre alte Bestmarke seines Landsmann Björn Einar Romoeren um vier Meter. In der Qualifikation reizte der 25-Jährige die Anlage fast vollständig aus und setzte nach 246,5 m auf. In Sturzgefahr geriet er nicht.

Simon Ammann, der letzten März in Planica seinen Bestwert auf 236,5 m gesteigert hatte, bot sich keine Chance zur Rekordjagd. Sowohl nach Evensens Sprung im ersten Umgang und in der Qualifikation als auch nach Martin Kochs (Ö) Flug auf 241,5 m im zweiten Probedurchgang verkürzte die Jury den Anlauf massiv. Wer beim Skifliegen am Ende des Feldes startet, hat kaum Chancen auf einen Rekord. Der Schweizer zeigte drei Sprünge im Bereich zwischen 206,5 und 216 m.

Skifliegen ist seit 1950 eine eigenständige Disziplin des Skispringens. Die FIS erkennt Weltrekorde offiziell nicht an und will damit eine gefährliche Weitenjagd verhindern. Gleichwohl werden Bestenlisten geführt. Der ersten Rekord hielt der Österreicher Willi Gantschnig, der am 28. Februar 1950 in Oberstdorf nach 124 m landete. Weltweit gibt es mit Vikersund, Planica, Oberstdorf (De), Kulm (Ö) und Harrachov (Tsch) fünf taugliche Flugschanzen. Erstmals seit 26 Jahren wurde der Weltrekord nicht in Planica (Sln) verbessert.