Fünf Journalisten, aber nur vier Zimmer. Die Rechnung ist ziemlich einfach: Einer muss auf dem Sofa schlafen. Oder darf. Denn vor dem Schwedenofen schläft es sich wunderbar. Anders als im Rest des Hauses, wo es nur knapp über 18 Grad kalt ist, breitet sich die wohlige Wärme von brennendem Holz in der Stube aus. Für den Rest gilt: Bett oder blutt. Weil sonst ist es nur noch in der Sauna wärmer als auf dem Sofa.

Was tut Arbeitnehmer nicht alles, um Arbeitgeber ein paar Franken zu sparen. Statt im Hotel wohnen wir – fünf Männer von verschiedenen Zeitungen – während der Ski-WM in Åre gemeinsam in einem Haus rund 30 Fussminuten vom Ziel entfernt. Doch der lange Spaziergang bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich hat auch Vorteile: in erster Linie für den Brummschädel. Das Leben in der WG kann durstig machen. Zwar sind die meisten von uns aus dem WG-Alter raus, doch alte Gewohnheiten bleiben bestehen.

Zum Beispiel auch, dass niemand den Abwasch macht. Schon nach zwei Tagen stapelt sich das Geschirr und quillt der Abfall aus dem Eimer. Es wird wohl bereits Zeit für einen Ämtliplan: Einkaufen, Kochen, Putzen, Abwaschen. Und das WC zählt als Doppeldienst. Aber immerhin sind wir alle stubenrein.

Ach, das Leben in der WG ist schön. Da singt einer unter der Dusche und geht der andere zum Telefonieren mit der Freundin raus in die Kälte. Man könnte ja sonst mithören: Geheimnisse im hohen Norden. Das tönt wie ein Buchtitel, ist es aber nicht. Zwar ist der Schweden-Krimi in der Schweiz ja gerade ziemlich beliebt. Doch bei uns liegt noch keiner tot in der Sauna. Und der Gärtner hat hier im Winter sowieso nichts zu tun.