Die Deutsche Viktoria Rebensburg, die Olympiasiegerin von 2010, schien auf dem Weg zum Sieg. Vier Zehntel lag sie als Führende nach dem ersten Lauf bei der letzten Zwischenzeit vor Petra Vlhova, doch es reichte nicht. Sie durfte sich aber damit trösten, Deutschland die erste Medaille der WM in Are beschert zu haben.

14 Hundertstel sprachen schliesslich für die Slowakin, die den Schlussabschnitt absolut grossartig gefahren war. In der Kombination, in der sie hinter Wendy Holdener Zweite geworden war, hatte sie als erste Slowakin eine Einzel-Medaille gewonnen. Nun gewann sie als erste Fahrerin ihres Landes gar einen WM-Titel. Der Top-Favoritin Mikaela Shiffrin, der aktuellen Olympiasiegerin, blieb nur Bronze.

Andrea Ellenberger beste Schweizerin

Sonja Nef hatte vor 18 Jahren in St. Anton Gold und gleichzeitig die bisher letzte Schweizer WM-Medaille im Riesenslalom der Frauen errungen. In Are war schon nach dem ersten Durchgang klar, dass keine weitere Auszeichnung hinzu kommen würde. Wendy Holdener lag bei Halbzeit nach einer fehlerhaften Fahrt auf Platz 10, bereits 1,75 Sekunden zurück. Am Ende wurde es gar nur Platz 15.

Von Holdener hatte man sich erhofft, dass sie in Are nach Gold in der Kombination und im Team-Wettbewerb auch im Riesenslalom zuschlagen und es erstmals in dieser Disziplin in die Top 3 bringen könnte. Es blieb beim Wunsch. "Häufig war ich zu spät dran, und kurz vor dem Ziel habe ich es endgültig verbockt", bilanzierte Wendy Holdener zwischen den beiden Durchgängen.

Wendy Holdener war letztlich nicht einmal beste Schweizerin. Diese Ehre gebührte der WM-Debütantin Andrea Ellenberger, die sich als Zehnte unerwartet gut schlug. Eine noch bessere Klassierung verpasste die Nidwaldnerin durch einen zeitraubenden Fehler im untersten Abschnitt des ersten Laufes. Im Weltcup war der 11. Rang des Vormonats in Kronplatz ihr bestes Resultat.

Lara Gut-Behrami, die schon den ganzen Winter im Riesenslalom Mühe bekundet hatte, konnte auch in Are nicht überzeugen und musste sich mit Platz 21 bescheiden.

Die Bedingungen waren ein weiteres Mal grenzwertig. Gegenüber der ersten WM-Woche war es rund 25 Grad wärmer, Regen hatte vor dem Rennen die Piste aufgeweicht. Zudem herrschte unregelmässiger und teils starker Wind. Gefahren wurde deshalb - in Are hat man sich daran schon gewöhnt - auf einer verkürzten Strecke ab Reserve-Start.