An den Weltmeisterschaften vor einem Jahr hatte Sagitowa in der Kür ein Desaster erlebt. Sie stürzte gleich dreimal und fiel vom 2. in den 5. Schlussrang zurück. Im Januar an den Europameisterschaften offenbarte sie im zweiten Wettkampfteil ebenfalls einige Schwächen und musste sich mit Silber begnügen. Insofern ist die Leistung in Saitama hoch einzuschätzen, umso mehr, als sie beim Einlaufen noch wackelte. Als es dann zählte, gelang ihr eine Darbietung, an der es nahezu nichts auszusetzen gab.

Sagitowa war bereits im Kurzprogramm die Beste gewesen. Mit dem Total von 237,50 Punkten distanzierte sie die zweitplatzierte Kasachin Elisabet Tursynbajewa um 12,74 Punkte. "Ich war sehr nervös, da die Saison nicht reibungslos verlaufen war", sagte Sagitowa. Die bei den Olympischen Spielen gemachten Erfahrungen hätten ihr geholfen.

Wie überlegen Sagitowa in Japan war, unterstreicht die Tatsache, dass die Differenz zwischen Tursynbajewa (224,76) und der fünftklassierten Kaori Sakamoto (222,83) lediglich 1,93 Punkte beträgt. Die 19-jährige Tursynbajewa war zuvor an Weltmeisterschaften nie besser als Neunte gewesen. Im vergangenen Herbst entschloss sie sich, Brian Orser zu verlassen und zu ihrer früheren Trainerin Eteri Tutberidse nach Moskau zurückzukehren. Der Höhepunkt im Programm von Tursynbajewa war ein Vierfach-Salchow.

Bronze ging an die Olympia-Zweite Jewgenija Medwedewa, die nach der letzten Saison den umgekehrten Weg von Tursynbajewa gegangen war und sich Orser angeschlossen hatte. Die hoch gehandelten Einheimischen blieben ohne Medaille - Rika Kihira, Sakamoto und Satoko Miyahara belegten geschlossen die Ränge 4 bis 6.

Manni/Röthlisberger mit persönlicher Bestleistung

Im Eistanz belegten die Schweizer Victoria Manni/Carlo Röthlisberger im Rhythmustanz den 23. Platz und verpassten wie erwartet die Kür der besten 20. Im Gegensatz zu den enttäuschenden Alexia Paganini (33.) und Lukas Britschgi (35.) lief das Tessiner Duo jedoch im Rahmen seiner Möglichkeiten. Mit 53,94 Punkten verbesserte es die persönliche Bestleistung um sieben Zehntel. Klar in Führung liegen die französischen Titelverteidiger Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron. Es müsste viel passieren, dass die beiden nicht zum vierten Mal Weltmeister werden.