Ski alpin

Kitzbühel-Sieger Ferstl: «Mein Vater hat mich nie unter Druck gesetzt. Er ist immer hinter mir gestanden»

Mit Startnummer eins zum Sieg: Josef Ferstl.

Mit Startnummer eins zum Sieg: Josef Ferstl.

40 Jahre nach seinem Vater Josef «Sepp» Ferstl gewinnt Josef «Pepi» Ferstl in Kitzbühel – Beat Feuz erlebt im Super-G einen Schreckmoment.

Immer, wenn Josef Ferstl als Kind zu Hause in Bayern durch das Haus seiner Eltern gelaufen war, kam er irgendwann an zwei goldenen Gämsen vorbei. «Und ich dachte jedes Mal, es wäre ein Traum, auch mal eine solche zu gewinnen.» Wer in Kitzbühel siegt, bekommt sie. Und sein Vater Josef, genannt Sepp, hat 1978 und 1979 die Abfahrt auf der Streif gewonnen.

Seit gestern hat auch der Sohn, genannt Pepi, eine. Der 30-Jährige siegte im Super-G und damit 40 Jahre nach seinem Vater ebenfalls auf der Streif. Dieser sass auf der Tribüne und sagte: «Träume ich? Das ist echt ein Wahnsinn!»

Aufschwung im deutschen Speedteam 

Ferstls Erfolg ist ein weiterer Beweis für den Aufschwung im deutschen Speedteam der Männer, das noch vor fünf Jahren sogar vor der Auflösung stand. Dann aber übernahm Mathias Berthold das deutsche Männerteam als Chef.

Ferstls Erfolg ist ein weiterer Beweis für den Aufschwung im deutschen Speedteam der Männer, das noch vor fünf Jahren sogar vor der Auflösung stand.

Ferstls Erfolg ist ein weiterer Beweis für den Aufschwung im deutschen Speedteam der Männer, das noch vor fünf Jahren sogar vor der Auflösung stand.

Der Österreicher, der zuvor vier Jahre lang in gleicher Funktion für sein Heimatland tätig war, schaffte es, neue Dynamik ins Team zu bringen. Josef Ferstl ist nun bereits der zweite Kitzbühelsieger nach Thomas Dressen, der 2018 die Abfahrt gewann, der sich in dieser Zeit zum Siegfahrer entwickelt hat.

Mit sechs Jahren war Josef Ferstl mit seinem Vater erstmals auf der Streif. «Er wollte mir zeigen, wie man schnell startet», erzählt der Sohn. Doch das Vorhaben des Vaters scheiterte. «Er ist gestürzt.» Ferstl sagt es und lacht bei der Erinnerung.

Die Vergleiche

Kinder, die in die Fussstapfen ihrer erfolgreichen Eltern treten, haben es oft nicht leicht. Alles wird verglichen. Das kennt auch Josef Ferstl. Er sagt aber: «Mein Vater hat mich nie unter Druck gesetzt. Er ist immer hinter mir gestanden.»

Die Vergleiche werden trotzdem gemacht. Das erlebte auch ein Landsmann von Ferstl: Felix Neureuther. Auch er wurde immer auch auf seinen Vater Christian Neureuther und seine Mutter Rosi Mittermaier angesprochen, beide einst selbst sehr erfolgreiche Skifahrer.

Nachdem Felix Neureuther im Weltcup erstmals auf dem Podest gestanden war, sagte er im «Merkur»: «Ich bin eine eigene Person

Nachdem Felix Neureuther im Weltcup erstmals auf dem Podest gestanden war, sagte er im «Merkur»: «Ich bin eine eigene Person

Nachdem Felix Neureuther im Weltcup erstmals auf dem Podest gestanden war, sagte er im «Merkur»: «Ich bin eine eigene Person. Ich muss hart für meine Erfolge arbeiten, vielleicht härter als jeder andere. Meine Eltern waren so gut, aber das macht es nicht einfacher für mich.»

Im Januar 2010 gewann Felix Neureuther sein erstes Weltcuprennen. Ausgerechnet in Kitzbühel, wo sein Vater Christian ebenfalls einst den Slalom gewann: 1979 und damit ein Tag nach Sepp Ferstls Sieg in der Abfahrt. Es ist eine weitere Parallele im Leben der Söhne.

Keine Ausbesserung 

Nach dem Sieg seines Sohnes sagte Christian Neureuther in der «FAZ»: «Jetzt sparen Sie einen Nachnamen. Jetzt können Sie einfach ‹Christian und Felix› draufschreiben.» Der Kitzbühel-Sieger erhält neben einer goldenen Gams auch eine Gondel mit seinem Namen darauf eingraviert.

Josef Ferstl sagte dazu gestern mit viel Schalk: «Ich habe immer gesagt: Wenn ich mal gewinne, will ich meine eigene Gondel haben, nicht irgendeine Ausbesserung.» Nun hat er beides. Eine eigene Gondel und eine eigene goldene Gams, an der seine Kinder – Josef «Pepi» Ferstl ist selbst zweifacher Vater – vorbeilaufen können.

Erneut die Traverse

Die Schweizer spielten gestern nur Nebenrollen. Beat Feuz wählte in der Traverse eine zu direkte Linie und schied aus. Einen Sturz konnte er aber verhindern. 2017 war er ebenfalls in der Ziel-Traverse mit klarer Bestzeit in den Fangnetzen gelandet. «Dieses Mal musste ich davon keine Angst haben», sagt Feuz.

Die Schweizer spielten gestern nur Nebenrollen.

Die Schweizer spielten gestern nur Nebenrollen.

       

So klassierte sich Mauro Caviezel als bester Schweizer auf Rang 14. Direkt dahinter folgten Marco Odermatt und Thomas Tumler auf den Rängen 15 und 16. Odermatt, der im vergangenen Winter in St. Moritz fünfmal Gold an der Junioren-WM gewann, sicherte sich damit das WM-Tickt im Super-G bei der Elite. Es ist ein schöner Erfolg für den 21-Jährigen.

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