Berry erwischte einen Glanztag und entschied sämtliche vier Läufe für sich. Zwar glückte im Final dem Franzosen Bastien Midol, der am Vortag im ersten Rennen in Innichen Zweiter geworden war, der bessere Start. Der 28-jährige Bündner vermochte ihn aber zu überholen und brachte die Führung souverän ins Ziel. Das Podest komplettierte Bastien Midols Bruder Jonathan, der Sieger des Vortages.

Berry agierte in seinem 27. Weltcup-Rennen im Stile eines Routiniers, dabei war zuvor der 7. Rang vor einem Jahr in Arosa das beste Resultat auf dieser Stufe gewesen und der 14. Platz am Freitag in Innichen das zweitbeste. Ganz von ungefähr kam der Exploit jedoch nicht, da der Bündner schon in Pitztal im Rahmen der österreichischen Meisterschaften und des Europacups mit einem Sieg überzeugt hatte. Berry, ein gelernter Landwirt und Zimmermann, kann vom Sport (noch) nicht leben, weshalb er daneben arbeitet. Das ist für ihn als Ausgleich "sehr wichtig".

Lüdi für Durchhaltewille belohnt

Lüdi stand erstmals seit dem 16. Januar 2014 und zum insgesamt neunten Mal auf dem Weltcup-Podest. Dass sie sich dermassen lang gedulden mussten, hat auch mit grossem Verletzungspech zu tun. Zwei Kreuzbandrisse, diverse Frakturen, Bänderrisse, Schulterprobleme und eine rätselhafte Viruserkrankung führten dazu, dass die 32-jährige Bernerin viel Zeit abseits der Pisten verbringen musste. Ausserdem wurde sie 2015 von der Disziplinarkammer für Dopingfälle wegen wiederholter Verstösse gegen die Meldepflicht für ein Jahr gesperrt. Im Dezember 2016 legte ihr Swiss-Ski eine unfreiwillige Saisonpause auf.

Trotz der vielen Rückschläge liess sich Lüdi nicht entmutigen, aufzuhören war für sie keine Option. Nun wurde der Durchhaltewille belohnt. Im Final waren einzig die Schwedin Sandra Näslund - die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison feierte ihren zehnten Weltcup-Sieg - und die Kanadierin Marielle Thompson schneller. Am Vortag hatte Lüdi im Viertelfinal, auf Platz 1 liegend, den Ski verloren.

Die Schweizer Teamleaderin Fanny Smith musste sich zum ersten Mal in dieser Saison im Weltcup geschlagen geben. Die 26-jährige Waadtländerin belegte im Halbfinal Rang 3, ehe sie im "kleinen" Final wieder eine Klasse für sich war. In der Gesamtwertung verlor sie die Führung an Näslund, die nun 15 Punkte vor Smith liegt.

Beeindruckende Schweizer Bilanz

Die bisherige Bilanz der Schweizer Skicrosser in dieser Saison kann sich mit vier Siegen in sechs Rennen und zwei 3. Rängen mehr als sehen lassen. Zum Weltcup-Auftakt in Arosa triumphierte bei den Männern Jonas Lenherr. Letzterer musste auf die beiden Rennen in Innichen verzichten, da sich der 29-jährige St. Galler am Freitag bei der Trainingsfahrt die Schulter ausgerenkt hatte. Immerhin ist nichts gebrochen. Am Montag wird er sich in der Schweiz noch einem MRI unterziehen.