Eishockey

SCB feiert vierten Sieg in Folge, Spitzenteams verlieren

Martin Plüss (unten) und der Davoser Perttu Lindgren kämpfen um die Scheibe.

Martin Plüss (unten) und der Davoser Perttu Lindgren kämpfen um die Scheibe.

Der SC Bern setzen ihre Aufholjagd fort: Gegen den HC Davos feiert der Meister bereits seinen vierten Sieg in Folge. Derweil kassieren die beiden Führenden in der Tabelle, Fribourg und Ambri, eine Niederlage. Auch Zug muss als Verlierer vom Platz.

Der SC Bern setzte seine Aufholjagd in der Tabelle auch gegen Davos fort. Der ins taumelnde geratene Meister bezwang die Bündner mit 4:3 und realisierte seinen vierten Sieg in Folge.

Nachdem Davos im Mitteldrittel einen 1:3-Rückstand ausgeglichen hatte, erzielte Tristan Scherwey in der 38. Minute den Siegtreffer für die Berner. Nach zwei Niederlagen war es für den SCB der erste Sieg gegen Davos in dieser Saison.

Die beiden Teams lieferten sich eine rassige und abwechslungsreiche Partie, ganz anders als vor gut einem Monat im letzten Duell, als Davos den Meister von A bis Z dominiert hatte.

Inzwischen haben die Berner ihre Krise überwunden und nach dem Trainerwechsel von Antti Törmänen zu Interimscoach Lars Leuenberger wieder zu ihrem Spiel und Selbstvertrauen gefunden.

Leuenberger lieferte mit dem vierten Sieg in fünf Spielen unter seiner Verantwortung weitere Argumente für eine definitive Beförderung zum Cheftrainer. Jedenfalls scheinen es der SCB und sein CEO Marc Lüthi derzeit nicht eilig zu haben, einen Nachfolger für den freigestellten Törmänen zu ernennen.

Einen starken Auftritt lieferte auf Berner Seite die neu formierte Linie mit dem Doppeltorschützen Martin Plüss und den beiden Ausländern Mikko Lehtonen und Rostislav Olesz (je ein Assist). Das Trio, das nur zusammen auflief, weil Topskorer Byron Ritchie krankheitshalber ausfiel, harmonierte seht gut und sorgte immer wieder für Torgefahr.

Und Davos? Die von Verletzungssorgen geplagten Bündner gingen zum sechsten Mal in den letzten neun Spielen 1:0 in Führung und verloren danach die Partie noch. Gegen den SCB wehrten sie sich zwar teilweise vehement gegen die drohende Niederlage. Drei Punkte aus den letzten sechs Partien sind für Davoser Verhältnisse aber zu wenig.

Immerhin scheint Samuel Walser einen persönlichen Lieblingsgegner gefunden zu haben: Zum zweiten Mal in dieser Saison erzielte er gegen Bern zwei Treffer (zum 1:0 und 3:3). Vier seiner sieben Saisontreffer hat er nun gegen den SCB geschossen. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende bremste er aber sein Team mit einer (unnötigen) Strafe.

Kloten - Zug 3:1 – Wende dank Mueller

Einen wichtigen 3:1-Sieg errangen die Kloten Flyers gegen Zug. Die Klotener bremsten so ihren Absturz in Richtung Strichkampf, derweil der Rückstand der Zuger auf Platz 8 wieder auf acht Punkte anwuchs.

Eine Viertelstunde lang ging die Zuger Rechnung im Eisstadion am Schluefweg auf. Die Gäste führten durch ein Goal von Nolan Diem mit 1:0, obwohl sich die Flyers schon in dieser Anfangsphase Vorteile erarbeitet hatten.

Aber das Momentum schien den Zugern zu helfen, die drei der letzten vier Partien gewonnen hatten. Kloten hingegen hatte zuletzt viermal hintereinander und fünf der letzten sechs Spiele verloren.

Wenn es einem Team nicht läuft, wie zuletzt dem EHC Kloten, wird von den besten und teuersten Akteuren erwartet, dass sie den Karren aus dem Dreck ziehen. Genau das tat der Amerikaner Peter Mueller, der 25-jährige PostFinance-Topskorer der Flyers.

Mueller erzielte zwischen der 16. und der 37. Minute und jeweils auf Vorarbeit von Matthias Bieber die wegweisenden Treffer vom 0:1 zum 3:1. Beim Ausgleich profitierte Mueller von einem Abpraller des finnischen Goalies Eero Kilpeläinen, das 2:1 gelang ihm in Überzahl, und vor dem dritten Goal spielte ihn Bieber mustergültig frei.

Lausanne - Ambri 2:1 – Lausanne siegt dank Powerplay-Stärke

Das zweitbeste Powerplay der Liga hat einmal mehr zugeschlagen. Dreimal durfte Lausanne gegen Ambri in Überzahl antreten, zweimal schlug es nach Schüssen John Gobbis im Netz hinter Nolan Schaefer ein.

Beim 1:0 bei Spielmitte ohne Ablenker, beim Siegtor zum 2:1 nach gut acht Minuten im Schlussdrittel gab Daniel Bang dem Puck die richtige Flugbahn, um den Torhüter der Tessiner zu düpieren.

Für den Schweden war es der erste Treffer seit über einem Monat. Dazwischen hatte Ambris Kanadier Maxim Noreau ebenfalls mit einem Schuss von der blauen Linie den Ausgleich markiert.

Der Aufsteiger aus Lausanne ist sich solche Minisiege gewöhnt. Bereits zum sechsten Mal in dieser Saison setzten sie sich mit 2:1 durch. Mit dem Toreschiessen tun sich die Waadtländer regelmässig schwer.

Gestern hätten sie nach 40 Minuten die Führung verdient gehabt, verzeichneten aber bei einem Pfostenschuss Joel Genazzis Pech und zeigten bei zwei Grosschancen Colby Genoways mangelnde Kaltblütigkeit.

Zu Beginn des letzten Abschnitts drückte allerdings auch Ambri auf den Führungstreffer. Ebenso erhöhten die Tessiner in den letzten zwei Minuten den Druck nochmals, als sie in Überzahl mit sechs gegen vier Feldspielern agierten.

Ihr Powerplay kam jedoch qualitativ nicht an das der Waadtländer heran. Lausanne bleibt damit im Kampf um die Playoff-Qualifikation in Tuchfühlung zum Strich, das bislang zweitplatzierte Ambri verlor an der Spitze etwas an Boden.

Fribourg - Lugano 2:4 – Luganos vierter Auswärtssieg in Serie

Lugano gewann beim 4:2 in Freiburg erstmals in dieser Saison gegen seinen Angstgegner Fribourg. Am Abend der Verteidigertore erzielte Lorenz Kienzle kurz nach Spielmitte den entscheidenden Treffer zum 3:2. Darauf konnte der Leader nicht mehr reagieren.

Lugano gehörte in jüngerer Vergangenheit zu den Lieblingsgegnern des Playoff-Finalisten. Acht der neun letzten Partien hatte Fribourg gegen die Tessiner gewonnen. Die Squadra von Jungtrainer Patrick Fischer ist jedoch mit dem verunsicherten Grüppchen zu Beginn der Saison nicht mehr zu vergleichen.

Keine Mannschaft hatte im November mehr Punkte gewonnen, und auch gestern in Freiburg trat Lugano kompakt, entschlossen und effizient auf. Zweimal holte es einen Rückstand auf, ehe es in der zweiten Spielhälfte zum K.o.-Schlag ansetzte.

Im Mitteldrittel machten die Verteidiger Marc Abplanalp und Stefan Ulmer - beide nicht gerade als profilierte Skorer bekannt - aus dem 1:1 ein 2:2. Danach drückte Lugano auf den Sieg.

Ein Kracher von Captain Steve Hirschi prallte noch von der Latte zurück, wenige Sekunden später gelang Lorenz Kienzle sein erstes Saisontor. Der starke Glen Metropolit - bereits Torschütze zum 1:1 - hatte ein Bully gewonnen und Kienzle von der blauen Linie direkt abgezogen und genau in die tiefe Ecke von Benjamin Conz' Kasten getroffen.

Der Leader vermochte nicht mehr zu reagieren. Insbesondere von den Ausländern Greg Mauldin und Antti Miettinen, die seit über sieben Wochen auf ein persönliches Erfolgserlebnis warten, kamen keinerlei Impulse.

Einen Bärendienst erwies seiner Equipe schliesslich Timo Helbling mit einem Stockschlag gegen Diego Kostner, für den er ausgeschlossen wurde. Fünf Minuten vor Schluss war die mögliche Aufholjagd im Keim erstickt, Eric Walsky markierte in Überzahl noch das 4:2.

Biel - Rapperswil-Jona 3:1 – Biel gewinnt Kellerduell

Der EHC Biel setzte sich im Kellerduell gegen die Rapperswil-Jona Lakers zu Hause 3:1 durch und kehrte nach drei Niederlagen auf die Siegesstrasse zurück.

Der Bieler Dario Trutmann hatte vor der Partie gesagt, dass sich jene Mannschaft durchsetzen werde, die den Sieg mehr wolle und die Nerven im Zaum halte. Damit behielt er Recht.

Die Seeländer taten deutlich mehr fürs Spiel, was das Schussverhältnis von 37:24 unterstreicht. Ahren Spylo (44.) und Oliver Kamber (45.) entschieden die Partie zu Beginn des letzten Drittel mit zwei Toren innerhalb von 98 Sekunden zu Gunsten der Gastgeber.

Vor allem beim Schuss von Spylo sah der in den ersten 40 Minuten überzeugende Rapperswiler Goalie David Aebischer nicht gut aus. Für Kamber, der aus der Drehung reüssierte, war es der erste Saisontreffer überhaupt. Den Assist zum 3:1 liess sich der bei den Lakers ausgemusterte Loïc Burkhalter gutschreiben.

Die Bieler hätten bereits zur zweiten Pause führen müssen. Nach dem 1:0 von Gaëtan Haas (29.), der nach einem herrlichen Pass von Raphael Herburger traf, hatten sie die Partie im Griff - in der 32. Minute scheiterte Ryan MacMurchy in Unterzahl am Pfosten.

Das 1:1 des St. Galler Verteidigers Matteo Nodari (40.) fiel quasi aus heiterem Himmel. Für Kevin Schläpfer war der Sieg eine Premiere, hatte er doch zuvor sämtliche zehn Trainer-Duelle gegen Anders Eldebrink verloren.

Zudem war es der erste Saisonsieg der Seeländer gegen die Lakers, nachdem sie zuvor zweimal 3:4 unterlegen gewesen waren. Rapperswil-Jona liegt nach der dritten Niederlage in Serie nun neun Punkte hinter Biel, dem Tabellenvorletzten.

Weiteres Resultat:

Genf-ZSC Lions 4:5

Übersicht:

Resultate: Bern - Davos 4:3 (2:1, 2:2, 0:0). Biel - Rapperswil-Jona Lakers 3:1 (0:0, 1:1, 2:0). Fribourg - Lugano 2:4 (1:1, 1:2, 0:1). Genève-Servette - ZSC Lions 4:5 (0:1, 4:2, 0:2). Kloten Flyers - Zug 3:1 (1:1, 2:0, 0:0). Lausanne - Ambri-Piotta 2:1 (0:0, 1:1, 1:0).

Rangliste: 1. Fribourg 28/55. 2. ZSC Lions 28/54. 3. Ambri-Piotta 30/53. 4. Davos 29/50. 5. Kloten Flyers 29/48. 6. Lugano 29/45. 7. Genève-Servette 29/43. 8. Bern 29/41. 9. Lausanne 27/39. 10. Zug 28/33. 11. Biel 29/32. 12. Rapperswil-Jona Lakers 29/23.

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