Skispringen

Saisonfinale in Planica: Folgt nun Simon Ammanns letzter Flug?

Geht die Karriere von Simon Ammann dieses Wochenende zu Ende?

Geht die Karriere von Simon Ammann dieses Wochenende zu Ende?

Im slowenischen Planica geht dieses Wochenende die Skisprung-Saison zu Ende. Gleichzeitig auch die Karriere von Simon Ammann? Die Zeichen stehen auf Abschied.

«So kann ich doch nicht aufhören.» Auch wenn Simon Ammann diesen Satz so vielleicht erst einmal gesagt hat: Der Ausspruch hat sich bei vielen Wintersportfans eingebrannt. Weil er Ammanns Karriereherbst perfekt auf den Punkt bringt. Immer wieder fand der 1981 Geborene in den vergangenen Jahren einen Grund, seine Leidenschaft auf höchstem Niveau weiterzuverfolgen.

So ist der Toggenburger, der als 16-Jähriger seine ersten Schritte im Weltcup machte, 37 Jahre alt geworden. Seit Jahren wird ihm das Karrierenende prophezeit. Immer wieder hat der vierfache Olympiasieger alle überrascht. Weitermachen oder nicht? Die Frage ist der gleiche Dauerbrenner wie die Karriere des Skispringers selbst.

Zeichen stärker auf Abschied

«So kann ich doch nicht aufhören.» Der Ausspruch stammt von 2017, als Ammann nach der WM-Saison «mindestens noch ein Jahr» anhängen wollte. Sagt er den Satz auch in diesem Jahr? Passen würde er: Ammann ist in diesem Winter zwar nur sehr langsam in die Gänge gekommen. Nun aber scheinen die «Anpassungen im Set-up», wie es Ammann formuliert, endlich zu fruchten.

Sprich: Der selbst entwickelte Karbonschuh bringt die ersehnten Vorteile. In den Springen der Nordland-Tournee «Raw Air» hat Ammann überzeugt. In der Gesamtwertung belegte er den sechsten Rang. Und auf der Skiflugschanze von Planica am Freitag und am Sonntag ist ihm viel zuzutrauen – zumal das Skifliegen seit je sein Ding ist. So kann er doch nicht aufhören? Vielleicht doch.

Mehr Zeit mit der Familie

Zumindest lässt sich das Gespräch mit Ammann vor den Springen in Slowenien so deuten. «Eine aufsteigende Formkurve Ende Saison bedeutet nicht, dass es Anfang der Folgesaison gleich weitergeht.» Die Entbehrungen im Sommertraining, um die Form konservieren zu können, sind riesig.

Das weiss keiner besser als er. Und so spricht Ammann «von einem Entscheid, den ich nicht alleine zu fällen habe». Sondern eben auch die Familie, die unter den vielen Reisen leide. Gerne würde er mehr Zeit verbringen zu Hause mit seiner Frau und den zwei Kindern, daran lässt er keinen Zweifel.

«Ich konnte mit dem vierjährigen Sohn in diesem Winter nur einmal Ski fahren gehen.» Das Ganze tönt pragmatisch und nach veränderten Prioritäten. Lässt sich darin ein Hinweis auf ein Karrierenende erahnen? So endgültig will dies Ammann nicht verstanden wissen. Nach der Saison wolle er Bilanz ziehen – und wohl nicht sofort einen Entscheid fällen. «Ich spüre es derzeit noch nicht genau.»

Ein SMS aus dem Wald

Dann sagt er Dinge wie: «Ich würde nie vor einem Wettkampf sagen: Das ist nun mein letzter Sprung.» So etwas wie einen Abschiedsflug wird es bei Ammann also nie geben – oder anders gesagt: Der Abschiedsflug wird sich erst im Nachhinein als solcher herausstellen. «Vielleicht», so sagt er mit seinem unverkennbaren Lachen, «gibt’s dann irgendwann ein SMS aus den karelischen Wäldern: ‹Ich höre auf!›»

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