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Roger Federer zur Klimadebatte: «Dann müsste ich sofort aufhören»

Roger Federer ist sich seiner Vorbildsfunktion bewusst.

Roger Federer ist sich seiner Vorbildsfunktion bewusst.

Der Tennis-Spieler wird von Klimaaktivisten ins Kreuzfeuer genommen. Auch Greta Thunberg kritisiert Roger Federer.

«Auf welcher Seite der Geschichte stehst Du als Vater von vier Kindern?», wollen Klimaaktivisten von Roger Federer wissen und nehmen den Tennis-Spieler in die Pflicht. «Roger Federer, werde Klima-Champion und leihe Credit Suisse nicht weiter dein Image, solange sie die Zerstörung unserer Zukunft und unserer Kinder finanziert», lautet ihre Botschaft. Sie fordern Federer dazu auf, seine Partnerschaft mit der Credit Suisse zu beenden, bei der Federer seit 2009 unter Vertrag steht. Die Schweizer Grossbank steht in der Kritik, weil sie Geld in Unternehmen investiert, die fossile Energien fördern wie Kohle oder Fracking. Unter den Kritikern Federers ist auch die schwedische Klimastreik-Ikone Greta Thunberg.

Roger Federer hat sich zur Kampagne bisher nicht geäussert, sich aber sehr wohl Gedanken zu seiner Rolle als Vorbild gemacht. Mitte Dezember sagte er in Dubai zu Schweizer Medien, mit seinem Lebenswandel könne er kein Vorbild sein. «Wir leben ein komplett abnormales Leben. Deshalb ist dies ein heikles Thema für mich. Wenn du auf meinem Niveau Tennis spielst, reist du das ganze Jahr. Ich verbringe so viel Zeit im Flugzeug. Deshalb kann ich den Leuten nicht sagen, sie müssten darauf achten, nicht zu viel zu fliegen, und dann gleich nach Australien reisen. Aber ich kann die Grand-Slam-Turniere ja auch nicht nach Basel holen.»

Klimaaktivisten nehmen Roger Federer immer wieder ins Gebet. Hier in Genf im November 2018 unter dem Motto «#SiRogerSavais» (wenn Roger wüsste).

Klimaaktivisten nehmen Roger Federer immer wieder ins Gebet. Hier in Genf im November 2018 unter dem Motto «#SiRogerSavais» (wenn Roger wüsste).

Federer steht nicht zum ersten Mal in der Kritik

Ob er ein schlechtes Gewissen habe? «Ja und nein. Wenn ich Ja sagen würde, müsste ich meine Karriere sofort beenden. Deshalb kann ich nicht so antworten.» In der Schweiz aufgewachsen, sei er aber durchaus sensibilisiert für Umweltanliegen, sagte er dem «Tages-Anzeiger»: «Du löschst das Licht, wenn du aus dem Haus gehst, du rezyklierst. Mirka und ich versuchen, trotz meines aussergewöhnlichen Lebens als Tennisspieler, gewisse Prinzipien zu beachten und sie unseren Kindern zu vermitteln.» Die Credit Suisse tritt indes auch als Geldgeber seiner Roger Federer Foundation auf, welche Kindern im südlichen Afrika, aber auch in der Schweiz besseren Zugang zu Bildung verschafft.

Dass sich Federer nun von der Credit Suisse lossagt, wie seine Kritiker fordern, erscheint illusorisch. Bereits am Donnerstag erreichte er Australien, wo er am 15. Januar an einem Schaukampf teilnimmt, um Geld für die Bekämpfung der verheerenden Buschbrände zu sammeln. Wegen eines Werbegeschäfts in die Kritik geraten ist Federer auch im Sommer 2018. Damals forderte ihn die Organisation «Public Eye» nach seinen 300-Millionen-Doller-Deal mit der japanischen Kleidermarke Uniqlo dazu auf, sich für Entschädigungen und bessere Bedingungen für die Näherinnen in China und Indonesien einzusetzen.

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