Australian Open
Roger Federer wehrt sich gegen Favoritenrolle: «Es ist ein grosser Fehler, zu weit vorauszudenken»

Bereits am Montag greift Titelverteidiger Roger Federer bei den Australian Open ins Turnier ein. Er ist mit sechs Erfolgen Rekordsieger und hat in Melbourne seit drei Jahren kein Spiel mehr verloren. Dennoch sieht er sich nicht in der Favoritenrolle. Diese schiebt er Novak Djokovic zu.

Simon Häring
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Roger Federer übt sich vor den Australian Open in Zurückhaltung.

Roger Federer übt sich vor den Australian Open in Zurückhaltung.

Keystone

Am Montag startet Titelverteidiger Roger Federer (37) gegen Denis Istomin (32, ATP 99) in die Australian Open. Der Baselbieter hat alle sechs bisherigen Partien gewonnen, gleichwohl warnt er vor dem Usbeken. Der sechsfache Australian-Open-Sieger ist seit dem Halbfinal 2016 gegen Novak Djokovic in Melbourne unbesiegt. Trotzdem wehrt er sich gegen die Favoritenrolle.

Roger Federer, Sie haben die letzten beiden Austragungen der Australian Open gewonnen. Das macht Sie zum Favoriten, einverstanden?

Federer: Nein, das finde ich nicht. Nach den letzten sechs Monaten, die Novak Djokovic hatte, sehe ich ihn in dieser Rolle. Ich möchte die Dinge auch nicht überanalysieren, oder den Resultaten beim Hopman Cup zu viel Gewicht geben. Was ich sagen kann: Ich weiss, dass mein Gegner eine sehr gute Leistung braucht, um mich zu bezwingen.

Kopie von Australian Open 2018, Finale, Federer vs. Cilic
42 Bilder
Roger Federer betritt den Court in der Rod Laver Arena von Melbourne.
Und auch Finalgegner Marin Cilic ist da und nimmt schon mal Augenschein von der begehrten Trophäe.
Die beiden Finalisten posieren für das Matchfoto.
Ein Blick in die gut besuchte Rod Laver Arena.
Wer gewinnt die Australian Open 2018?
Schlechter Start für den Kroaten Cilic : Nach zwölf Minuten im ersten Satz führt Federer bereits mit 4:0.
Go Roger!
Der Maestro scheint es eilig zu haben mit seinem 20. Grand Slam-Triumph. Oder kommt die Euphorie zu früh?
Chancenlos: Der 29-jährige Kroate gewinnt im ersten Satz gegen Federer lediglich zwei Games.
Den Sieg im Fokus: Roger Federer.
Im zweiten Satz wirkt Cilic wie verwandelt, der Kroate erspielt sich die ersten Breakchancen.
Zwar kommt Federer wieder zu diversen Breakmöglichkeiten, doch sein Gegner serviert in den wichtigen Momenten einfach zu gut.
Das bringt den Maestro ordentlich ins Schwitzen – er muss gegen den Kroaten ins Tie-Break.
Wahnsinn, die Aufholjagd von Cilic! Der Kroate entscheidet den zweiten Satz nach einem hart umkämpften Tie-Break für sich.
Jetzt nur nicht nervös werden: Im dritten Satz ist das Spiel zwischen den beiden viel ausgeglichener.
Federers variantenreiches Spiel im dritten Satz bringt den Kroaten erneut in Bedrängnis.
Sensationell entscheidet Federer den dritten Satz mit 6:3 für sich.
Doch Cilic ist noch lange nicht geschlagen. Der Kroate dreht im vierten Satz nochmals richtig auf ...
... und macht das Final in Melbourne zum Fünf-Satz-Krimi. Er entscheidet den vierten Satz mit 6:3 für sich.
Und dann ist der Moment da ...
Roger Federer sichert sich seinen 20. Grand Slam-Titel!
Es ist das sechste Mal, dass der Baselbieter die Australien Open gewinnt!
Was für ein Spiel: Mit dem Endresultat 6:2, 6:7 (5:7), 6:3, 3:6 und 6:1 ...
... schreibt Roger Federer Tennisgeschichte.
Federer lässt sich in der Rod Laver Arena feiern.
Mehr als verdient: Roger Federer nimmt seine sechste Australian Open-Trophäe entgegen.
Mehr als verdient: Roger Federer nimmt seine sechste Australian Open-Trophäe entgegen.
Der Maestro und seine Trophäe.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
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Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
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Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.
Weitere Impressionen aus dem Finalspiel zwischen Federer und Cilic.

Kopie von Australian Open 2018, Finale, Federer vs. Cilic

Keystone

Wie beurteilen Sie ihre Vorbereitung?

Es ist alles sehr positiv verlaufen. Ich hatte in meiner ganzen Karriere das Glück, dass ich in der Vorbereitung nie grosse Rückschläge erlitten habe. Es war eine grossartige Zeit. Der Hopman Cup hat mir auch Bestätigung gegeben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Darum bin ich sehr zuversichtlich. Trotzdem möchte ich nicht zu weit vorausdenken.

Was erwarten Sie von ihrem ersten Gegner?

Er ist auf schnellen Belägen sehr gefährlich, das hat er mit seinem Sieg hier vor zwei Jahren gegen Novak Djokovic bewiesen. Auch ich hatte schon schwierige Partien gegen ihn. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, wie eng alles ist. Du kannst ein Spiel verlieren, obwohl du mehr Punkte gewinnst. Darum ist es ein grosser Fehler, zu weit vorauszudenken.

Wie beurteilen Sie den Rücktritt von Andy Murray?

Es macht mich traurig, auch ein wenig schockiert. Es überrascht mich zwar nicht, wenn man sieht, was er in den letzten Jahren durchgemacht hat. Aber wenn es definitivist, schmerzt es trotzdem. Es ist unglücklich, dass der Körper die Entscheidung für ihn getroffen hat. Für Andy hoffe ich, dass er die letzten Monate so bestreiten kann, wie er sich das wünscht. Und ich bin sicher, dass er einmal sehr stolz und glücklich auf das zurückschauen wird, was er erreicht hat.

Murray sagte, er könne die Schuhe nicht mehr richtig binden und habe Schmerzen, wenn er sich die Socken anziehen. Machen Sie ähnliche Erfahrungen?

Jeder hat einen Körperteil, der anfälliger ist. Für einige ist es der Fuss, für andere die Hüfte, das Knie, die Schulter, der Ellbogen oder der Rücken. Wenn du einmal ein Problem hattest, wird es nie mehr das Gleiche. Das gleiche gilt, wenn du älter wirst: der Körper braucht mehr Erholungszeit. Darum wird es auch wichtiger, wie du deine Kräfte einteilst, je älter du wirst.

Auch Sie hatten schon mit Verletzungen zu kämpfen, aber weniger als Rafael Nadal, Andy Murray, Novak Djokovic oder Stan Wawrinka. Was ist ihr Geheimnis?

Ich hatte sicher auch einfach Glück. Ich verstehe meinen Körper sehr gut und weiss, wann ich noch spielen kann, obwohl ich Schmerzen habe. Dazu vertraue ich auch darauf, dass ich auch gut Tennis spielen kann, wenn ich nicht so viel trainiere. Vielleicht ist das mein Schlüssel: Dass ich Vertrauen in mein Spiel habe. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich arbeite extrem hart, vielleicht kommt das aber wegen meines Spiels manchmal nicht so rüber.

99. Titel, Basel 2018 Marius Copil, 7:6, 6:4
99 Bilder
98. Titel, Stuttgart 2018 Milos Raonic, 6:4, 7:6
97. Titel, Rotterdam 2018 Grigor Dimitrov, 6:2, 6:2
20) Australian Open 2018: Gegen Marin Čilić gewinnt Federer den Fünfsatzkrimi mit 6:2, 6:7, 6:3, 3:6 und 6:1 und schafft es damit auf historische 20 Grand-Slam-Titel.
95. Titel, Basel 2018 Juan Martín del Potro, 6:7, 6:4, 6:3
94. Titel, Shanghai 2017 Rafael Nadal, 6:4, 6:3.
93. Titel, Wimbledon 2017 Marin Cilic, 6:3, 6:1, 6:4
92. Titel, Halle 2017 Alexander Zverev, 6:1, 6:3
91. Titel, Miami 2017 Rafael Nadal, 6:3, 6:4
90. Titel, Indian Wells 2017 Stan Wawrinka, 6:4, 7:5.
89. Titel, Australian Open 2017 Rafael Nadal, 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3.
88. Titel, Basel 2015 Rafael Nadal, 6:3, 5:7, 6:3.
87. Titel, Cincinnati 2015 Novak Djokovic, 7:6 (7:1), 6:3.
86. Titel, Halle 2015 Andreas Seppi, 7:6 (7:1), 6:4
85. Titel, Istanbul 2015 Pablo Cuevas, 6:3, 7:6 (13:11)
84. Titel, Dubai 2015 Novak Djokovic, 6:3, 7:5.
83. Titel, Brisbane 2015 Milos Raonic, 6:4, 7:6, 6:4. - Es war Federers 1000. ATP-Karriere-Sieg.
82. Titel, Basel 2014 David Goffin, 6:2, 6:2.
81. Titel, Schanghai 2014 Gilles Simon, 7:6 (8:6), 7:6 (7:2)
80. Titel, Cincinnati 2014 David Ferrer, 6:3, 1:6, 6:2.
79. Titel, Halle 2014 Alejandro Falla, 7:6, 7:6
78. Titel, Dubai 2014 Tomas Berdych, 3:6, 6:4, 6:3.
77. Titel, Halle 2013 Michail Juschni, 6:7 (5:7), 6:3, 6:4.
76. Titel, Cincinnati 2012 Novak Djokovic, 6:0, 7:6 (9:7)
75. Titel, Wimbledon 2012 Andy Murray 4:6, 7:5, 6:3, 6:4
74. Titel, Madrid 2012 Tomas Berdych 3:6, 7:5, 7:5.
73. Titel, Indian Wells 2012 John Isner, 7:6, 6:3.
72. Titel, Dubai 2012 Andy Murray, 7:5 6:4.
71. Titel, Rotterdam 2012 Juan Martin Del Potro, 6:1, 6:4.
Federer feiert 2011 an den ATP World Tour Finals in London den 70. Titel im 100. Final Jo-Wilfried Tsonga, 6:3, 6:7, 6:3
69. Titel in Paris-Bercy Jo-Wilfried Tsonga, 6:1, 7:6
68. Titel in Basel 2011 Kei Nishikori, 6:1, 6:3
67. Titel in Doha 2011 Nikolay Davydenko, 6:3, 6:4
66. Titel an den World Tour Finals in London 2010 Rafael Nadal, 6:3, 3:6, 6:1
65. Titel in Basel 2010 Novak Djokovic, 6:4, 3:6, 6:1
64. Titel in Stockholm 2010 Florian Mayer, 6:4, 6:3
63. Titel in Cincinnati 2010 Mardy Fish, 6:7, 7:6, 6:4
62. Titel: Federer gewinnt die Australian Open 2010 Andy Murray, 6:3, 6:4, 7:6
61. Titel in Cincinnati 2009 Novak Djokovic, 6:1, 7:5
60. Titel: Wimbledon 2010 Andy Roddick, 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14
59. Titel: Ein emotionaler Titel! Federer gewinnt 2009 endlich die French Open in Paris Robin Söderling, 6:1, 7:6, 6:4
58. Final in Madrid 2009 Rafael Nadal, 6:4, 6:4
57. Final in Basel 2008 David Nalbandian, 6:3, 6:4
56. Titel: Federer gewinnt die US Open 2008 Andy Murray, 6:2, 7:5, 6:2
55. Titel in Halle 2008 Halle. Philipp Kohlschreiber, 6:3, 6:4
54. Titel in Estoril 2008 Nikolay Davydenk0, 7:6, 1:2 (w.o.)
53. Titel in Schanghai 2007 David Ferrer, 6:2, 6:3, 6:2
52. Titel in Basel 2007 Jarkko Nieminen, 6:3, 6:4
51. Titel: US Open-Sieg 2007 Novak Djokovic, 7:6, 7:6, 6:4
50. Titel in Cincinnati 2007 James Blake, 6:1, 6:4
49. Titel: Skpektakulärer Wimbledon-Triumph 2007 Rafael Nadal, 7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2
48. Titel in Hamburg 2007 Rafael Nadal, 2:6, 6:2, 6:0
47. Titel in Dubai 2007 Mikhail Juschni, 6:4, 6:3
46. Titel: Federers Sieg an den Australian Open 2007 Fernando Gonzalez, 7:6, 6:4, 6:4
45. Titel in Schanghai 2006 James Blake, 6:0, 6:3, 6:4
44. Titel in Basel 2006 Fernando Gonzalez, 6:3, 6:2, 7:6.
43. Titel in Madrid 2006 Fernando Gonzalez, 7:5, 6:1, 6:0
42. Titel in Tokio 2006 Tim Henman, 6:3, 6:3
41. Titel: Federer gewinnt 2006 auch die US Open Andy Roddick, 6:2, 4:6, 7:5, 6:1
40. Titel in Toronto 2006 Richard Gasquet, 2:6, 6:3, 6:2
39. Titel, Federer gewinnt 2006 Wimbledon Rafael Nadal, 6:0, 7:6, 6:7, 6:3
38. Titel in Hamburg 2006 Tomas Berdych, 6:0, 6:7, 6:2
37. Titel in Miami 2006 Ivan Ljubicic, 7:6, 7:6, 7:6
36. Titel in Indian Wells 2006 James Blake, 7:5, 6:3, 6:0
35. Titel: Ein emotionaler Titel: Federer gewinnt 2006 die Australian Open Marcos Baghdatis, 5:7, 7:5, 6:0, 6:2
34. Titel in Doha 2006 Gaël Monfils, 6:3, 7:5
33. Titel in Bangkok 2005 Andy Murray, 6:3, 7:5
32. Titel: Federer gewinnt 2005 die US Open Andre Agassi, 6:3, 2:6, 7:6, 6:1
31. Titel in Cincinnati 2005 Andy Roddick, 6:3, 7:5
Federer gewinnt Wimbledon 2005, sein 30. Titel Andy Roddick, 6:2, 7:6, 6:4
29. Titel in Halle 2005 Marat Safin, 6:4, 6:7, 6:4
28. Titel in Hamburg 2005 Richard Gasquet, 6:3, 7:5, 7:6
27. Titel in Miami 2005 Rafael Nadal, 2:6, 6:7, 7:6, 6:3, 6:1
26. Titel in Indian Wells 2005 Lleyton Hewitt, 6:2, 6:4, 6:4
25. Titel in Dubai 2005 Ivan Ljubicic, 6:1, 6:7, 6:3
24. Titel in Rotterdam 2005 Ivan Ljubicic, 5:7, 7:5, 7:6
23. Titel in Doha 2005 Ivan Ljubicic, 6:3, 6:1
22. Titel in Houston 2004 Lleyton Hewitt, 6:3, 6:2
21. Titel in Bangkok 2004 Andy Roddick, 6:4, 6:0
Federer gewinnt zum ersten Mal die US Open, sein insgesamt 20. Titel Lleyton Hewitt, 6:0, 7:6, 6:0
19. Titel in Toronto 2004 Andy Roddick, 7:5, 6:3
18. Titel in Gstaad 2004 Igor Andrejev, 6:2, 6:3, 5:7, 6:3
Der zweite Wimbledon-Titel 2004: Sein insgesamt 17. Titel Andy Roddick, 4:6, 7:5, 7:6, 6:4
16. Titel in Halle 2004 Mardy Fish, 6:0, 6:3
15. Titel in Hamburg 2004 Guillermo Coria, 4:6, 6:4, 6:2, 6:3
14. Titel in Indian Wells 2004 Tim Henman, 6:3, 6:3
13. Titel in Dubai 2004 Feliciano Lopez, 4:6, 6:1, 6:2
Der erste Autralian Open-Sieg: Jahr 2004, sein 12. Titel Marat Safin, 7:6, 6:4, 6:2
11. Titel in Houston 2003 Andre Agassi, 6:3, 6:0, 6:4
10. Titel in Wien 2003 Carlos Moya, 6:3, 6:3, 6:3
Federers erster Grand Slam-Sieg: Wimbledon 2003 Mark Philippoussis, 7:6, 6:2, 7:6
8. Titel in Halle 2003 Nicolas Kiefer, 6:1, 6:3
7. Titel in München 2003 Jarkko Nieminen, 6:1, 6:4
6. Titel in Dubai 2003 Jiri Novak, 6:1, 7:6
5. Titel in Marseille 2003 Jonas Bjorkman, 6:2, 7:6
4. Titel in Wien 2002 Jiri Novak, 6:4, 6:1, 3:6, 6:4
3. Titel in Hamburg 2002 Marat Safin, 6:1, 6:3, 6:4
2. Titel in Sydney 2002 Juan Ignacio Chela, 6:3, 6:3
Roger Federers erster Titel auf der ATP-Tour, Mailand 2001 Julien Boutter, 6:4, 6:7, 6:4

99. Titel, Basel 2018 Marius Copil, 7:6, 6:4

Keystone