Para-Wintersport
Trotz schmerzlicher Rückenprobleme: Thomas Pfyl hat einen versöhnlichen Abschluss

Der Schwyzer wird im Slalom der Paralympics Vierter – der Nidwaldner Pascal Christen sammelt bei seiner Premiere viele Erfahrungen.

Peter Birrer
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Thomas Pfyl nach dem Slalomrennen.

Thomas Pfyl nach dem Slalomrennen.

Ennio Leanza/EPA

Der Rücken plagt ihn, so sehr, dass er am Samstag nicht weiss, ob er anderntags im Slalom starten kann. Thomas Pfyl lässt sich intensiv behandeln, beisst auf die Zähne - und belegt schliesslich in seiner bevorzugten Disziplin den 4. Rang. Für den 35-Jährigen aus Steinen ist es ein versöhnlicher Abschluss der Paralympics in Peking – von Spielen, die für den Schwyzer nicht einfach waren.

Begonnen hatte es ansprechend, mit Platz 7 im Super-G zeigte sich Pfyl sehr zufrieden. «Da habe ich meine Erwartungen eigentlich übertroffen.» Aber es folgte bald ein erster Dämpfer: In der Super-Kombination sah es nach dem ersten Teil, dem Super-G, zwar noch gut aus. Aber im Slalom fädelte er ein, schied aus und musste eine Enttäuschung verdauen. Eine nächste Chance bot sich im Riesenslalom. Nur: Der Rücken machte nicht mit. Kurz vor dem Wettkampf entschied er sich, auf das Rennen zu verzichten.

«Es war schwierig, das zu akzeptieren, aber mir blieb keine Wahl.»

Es war auch ein Entscheid mit Rücksicht auf den Slalom, in dem Pfyl die besten Aussichten auf eine Medaille besass. «Wenn ich dabei bin, will ich nicht einfach ein bisschen mitfahren», betonte er, «dann möchte ich etwas reissen.» Der Schwyzer ging noch einmal an die Leistungsgrenze – er verpasste zwar das Podest, erklärte hinterher aber: «Wenn mir jemand am Vortag gesagt hätte, dass ich Vierter im Slalom werde, hätte ich sofort unterschrieben.»

Für Pfyl waren die Paralympics in China die fünften und letzten in seiner Karriere. Vorgesehen ist, dass er sicher noch ein Jahr anhängt und nach der WM 2023 zurücktritt.

Christen: «Das gibt mir Energie»

Der Nidwaldner Pascal Christen indes erlebte in Peking seine Paralympics-Premiere. In der Kategorie sitzend schied er in der Abfahrt, im Super-G und in der Super-Kombination aus, im Riesenslalom belegte er Rang 17, im Slalom wurde er 14. «Für mich ging es primär darum, Erfahrungen zu sammeln», sagt der 29-Jährige, der in Kriens lebt. «Ich nehme sehr viele Eindrücke mit – und ich glaube, dass mich dieses Erlebnis weiterbringt. Auch wenn die Ergebnisse nicht so ausfielen, wie ich mir das vorstellte: Dieser Anlass gibt mir Energie, um neue Ziele anzupacken.»

Pascal Christen beim Riesenslalom.

Pascal Christen beim Riesenslalom.

Simon Bruty/Handout/ EPA

Anfang April bestreitet Christen die Schweizer Meisterschaften. Und nach kurzer Pause beginnt er bereits mit der Vorbereitung auf den nächsten Winter. Christen konzentriert sich ganz auf den Sport, er hat als Monoskibob-Athlet noch Grosses vor. In vier Jahren will er an den Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo dabei sein – und nach Möglichkeit in die Medaillenränge fahren. «Ich bin bereit, viel dafür zu investieren», sagt er. «Ich gebe Gas.»

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