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Der FC Schötz zeigt Kampfgeist und belohnt sich mit Traumtor

Erstligist Schötz spielt gegen den FC Köniz 2:2. Für das Highlight sorgt Verteidiger Sandro Fischer.

René Leupi
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Antreiber Manuel Roth (rechts) ist derzeit nicht aus dem Schötzer Team wegzudenken.

Antreiber Manuel Roth (rechts) ist derzeit nicht aus dem Schötzer Team wegzudenken.

Bild: Patrick Huerlimann (Buochs, 13. November 2021)

Auf der Sportanlage Wissenhusen läuft bereits die 84. Minute, als Schötz nach einem taktischen Foul eines Berners ausserhalb des Strafraums einen Freistoss zugesprochen erhält. Sandro Fischer nimmt sich ein Herz und zimmert den Ball aus 33 Metern unhaltbar zum 2:2-Ausgleich ins rechte Lattendreieck. Ein Traumtor des 30-jährigen Mittelverteidigers, sein erstes in der laufenden Meisterschaft und das spektakulärste der 21 bisher geschossenen Tore. Aber noch wichtiger: Ein Tor, das die Luzerner Hinterländer für die kämpferisch engagierte Leistung nach dem Seitenwechsel mit einem Punkt belohnte und so mit einem guten Gefühl in die Winterpause steigen lässt.

Die Initialzündung für die Leistungssteigerung nach der Pause lieferte Manuel Roth. Das Schötzer Eigengewächs ersetzte im zentralen Mittelfeld den pomadig wirkenden Alban Selmanaj, der mit dem tiefen und glitschigen Terrain nie zurechtkam und schon vor der Pause hätte ersetzt werden können. «Wir standen in der ersten Halbzeit zu offen, bekamen so kaum Zugriff zum Spiel», analysierte der 27-Jährige, der im verlorenen Heimspiel gegen Bassecourt (1:4) wegen einer Knöchelverletzung an allen Ecken und Enden gefehlt hatte.

Schötzer Angriffe versanden häufig

Der zweikampfstarke Defensivspieler bewies nach seiner Einwechslung, dass er im Spiel nach vorne und als unermüdlicher Antreiber derzeit nicht aus der Mannschaft wegzudenken ist. Zwar brachten sich die Einheimischen in der 55. Minute mit einem Eigentor nach einem Eckball gar 0:2 in Rücklage, doch der hohe Rhythmus und der Wille, dem Spiel eine Wende zu geben, wurden beibehalten. Als Topskorer Patrik Gjidoda mittels Penalty in der 59. Minute auf 1:2 verkürzte, kippte das Momentum endgültig auf die Seite der Luzerner. Nunmehr rannten die Gäste aus Köniz dem Ball und dem Gegner hinterher. Obwohl feldüberlegen, Torchancen vermochten die Schötzer kaum zu kreieren, die Angriffe versandeten vielfach an der Strafraumgrenze. Die überhastet gespielten Pässe landeten beim Gegner oder im Niemandsland. «Wir haben nach dem 0:2 Charakter gezeigt, haben uns nie aufgegeben und wurden dank unserer Tugend, dem Kampf und der mannschaftlichen Geschlossenheit, mit dem 2:2 belohnt»,sagte Schötz-Trainer Roger Felber. «Die zweite Halbzeit hat richtig Freude gemacht.»

Köniz führte 45 Minuten lang spielerisch die feinere Klinge und hätte eigentlich in der Startphase in Führung gehen müssen, doch Suter (4.) und Budakova (24.) hatten ihr Visier (noch) zu wenig genau eingestellt. Als Schötz-Keeper Cédric Häfliger in der 30. Minute nach einem Andrist-Freistoss zum dritten Mal einen Ball nach vorne abprallen liess, nahm Budakova das Geschenk zum 1:0 an. Schötz hätte bis zu diesem Zeitpunkt das Spielgeschehen auf den Kopf stellen können. Erst scheiterte Patrik Gjidoda (18.), vier Zeigerumdrehungen später Cyrill Gasser alleine vor Köniz-Keeper Schädeli. So schaute letztlich ein leistungsgerechtes 2:2 heraus, das Köniz auch im siebten Auswärtsspiel (fünf Remis) keinen Sieg einbrachte. Eine Bilanz, welche dem mit den ehemaligen Super-League-Spielern Stefan Glarner (Thun, Zürich, Sion) und Stephan Andrist (Aarau, Basel, Luzern, Thun) gespickten Team noch Luft nach oben offenlässt.

Die Luzerner Hinterländer hingegen schliessen die Herbstrunde versöhnlich ab, haben Punkte Vorsprung auf den zweiten Relegationsplatz. Es war eine Vorrunde, die von Höhen und Tiefen geprägt war. Doch im Gegensatz zur letzten Saison gingen die wichtigen (Derby-)Siege an das Felber-Ensemble. Der Trainer hätte gerne die 20-Punkte-Marke geknackt, aber die geholten 18 Zähler entsprechen dem aktuellen Leistungsvermögen der Luzerner Hinterländer. Nicht zuletzt auch wegen der zu unstabilen Abwehr, die in 14 Spielen 25 Gegentore zugelassen hat.

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