Reidens Fussballer erwischen die Nottwiler auf dem falschen Fuss

Drittligist Reiden besiegt Nottwil verdient 2:1. Siegtorschütze ist der 20-jährige Gian Cavegn.

Michael Wyss
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Gian Cavegn, Spieler SC Reiden.

Gian Cavegn, Spieler SC Reiden.

Michael Wyss

«Es war nicht das erste Mal, dass ich das Siegestor erzielte. Doch diesmal war es natürlich umso schöner, weil wir in der aktuellen Situation jeden Punkt benötigen. Der Sieg lässt uns wieder etwas ruhiger arbeiten», ist Reidens Eigengewächs Gian Cavegn überzeugt. Bei seiner Einwechslung von Siegestorschütze Cavegn (20) bewies Reidens Trainer Ruedi Krummenacher (55) das richtige Gespür. Cavegn stand keine Minute auf dem Rasen, traf er zum 2:1. «Es ist wichtig, dass auch die Spieler, welche ich einwechsle, Akzente setzen können. Das spricht für meine Bank.» War er auch verdient? Krummenacher: «Absolut. Wir brachten mehr Leidenschaft und Siegeswillen auf den Platz und nach dem 1:1 waren wir mit dem Zähler nicht zufrieden. Jeden Spieler, den ich ins Spiel brachte, hatte sich nahtlos in das Team integriert. Das Kollektiv war überzeugend. Die Mannschaft zeigte eine reife Charakterleistung. Ich bin stolz auf diese Equipe und erleichtert über den Sieg.»

Mit dem zweiten Sieg im neunten Spiel hievte sich Reiden vorerst auf den achten Rang, allerdings ist die Rangliste mit Vorsicht zu geniessen, weil Zell (11. Rang; 4 Punkte) erst acht Partien und Malters (9. Rang; 8 Punkte) erst sieben Spiele absolvierte. «Wir wittern wieder Kontakt zum Mittelfeld, das ist motivierend. Ich sehe uns auch in dieser Region, denn wir können mit jedem Gegner in dieser Liga mithalten», glaubt Cavegn. Und Krummenacher ergänzt: «Unser Manko ist die Chancenauswertung. Wir haben elf Treffer erzielt, das ist nicht befriedigend. Hier müssen wir kaltblütiger und effizienter werden.»

Dass das Team Qualität hat, bewies es unter anderem mit den Unentschieden gegen Dagmersellen (1:1) und Buttisholz (1:1), wie der bitteren 0:1-Niederlage gegen Ruswil, notabene alles Top-4- Teams der Gruppe 3. Am Sonntag reist Reiden ins Rottal zu Grosswangen-Ettiswil, welches nur einen Zähler vor Reiden liegt.

Nottwils Leistungen «wie Tag und Nacht»

Noch vor einer Woche sorgte Nottwil beim 3:1-Sieg über den Leader Ruswil für eine grosse Überraschung, in Reiden enttäuschte es aber. Spielertrainer Heinz Schumacher (41): «Ich bin natürlich frustriert, dass wir mit einer Niederlage an den Sempachersee zurückreisen. Es fehlte die absolute Bereitschaft, der Siegeswille. Wenn man in dieser Liga punkten will, braucht es mehr. Wir pfeifen zwar personell aus dem letzten Loch, weil ich viele verletzte Spieler habe, das ist aber auch keine Entschuldigung, denn gegen Ruswil hatte ich die gleichen Probleme und wir siegten.» Somit hat die Mannschaft ein mentales Problem? Der Cheftrainer: «Absolut. Es ist reine Kopfsache. Man kann nicht gegen den Leader gewinnen und eine Woche später in Reiden so auftreten. Das war wie Tag und Nacht.»

Eine Reaktion ist nötig, denn Nottwil ist gefordert und braucht wieder Punkte. Schumacher: «Mit einem Sieg in Reiden hätten wir uns nach vorne orientieren können, nun müssen wir aufpassen. Die Abstiegszone kommt näher.» Pikant: Nächster Gegner ist das abstiegsbedrohte Zell, das vier Punkte hat. Schumacher: «Jetzt ist Charakter und eine Trotzreaktion gefragt.»