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Kein Durchkommen für FCL U21: Die dritte Niederlage in Serie ist ein Rückschlag im Kampf um eine Wild Card

Die U21-Auswahl des FC Luzern startet mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Solothurn in die Rückrunde.

Stephan Santschi
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Luzerns Alejandro Willimann (rechts) im Zweikampf gegen den Solothurner Marco Mathys.

Luzerns Alejandro Willimann (rechts) im Zweikampf gegen den Solothurner Marco Mathys.

Bild: Nadia Schärli (Kriens, 6. März 2022)

«Katastrophe!» Der Kommentar von Luzerns Spielmacher Ruben Dantas Fernandes fiel beim Gang in die Kabine knapp und prägnant aus. So hatte sich die U21-Auswahl des FCL den 1.-Liga-Jahresauftakt nach einer vielversprechenden Vorbereitung nicht vorgestellt. Gegen das abstiegsbedrohte Solothurn resultierte im Heimspiel im Krienser Kleinfeld eine unnötige 1:3-Niederlage.

«Trotz gefühlter 80 Prozent Ballbesitz kamen wir nur zu wenig Chancen. Wir haben die Angriffe auf den letzten Metern nicht sauber zu Ende gespielt»,

monierte Trainer Sandro Chieffo.

Tatsächlich waren die technisch versierten Luzerner auf dem Kunstrasen das spielerisch bessere Team, liessen den Ball in den eigenen Reihen gefällig zirkulieren, vermissten in der Vorwärtsbewegung aber die Zielstrebigkeit. Letzteres machten die Gäste, die neu von Thomas Binggeli (Ex-Assistent von René Weiler, unter anderem beim FC Luzern) trainiert werden, deutlich besser. Nach der Balleroberung schaltete Solothurn jeweils blitzschnell um und hatte in Sofian Domoraud Operi einen steten Unruheherd.

Ex-Chamer sorgt für Probleme

Der 25-jährige Franzose, der sich in der Vorrunde beim SC Cham nicht durchsetzen konnte, stiess im Winter neu zum Team. Gegen Luzerns Junioren setzte er seinen Körper und seine Schnelligkeit immer wieder gewinnbringend ein und servierte in der 11. Minute mit einer schönen Flanke die Vorlage zum Kopfballtreffer von Emmanuel Mast. Die Gastgeber, angetrieben von Super-League-Profi Tsiy Ndenge, blieben hernach dominant, erspielten sich aber nur zwei aussichtsreiche Abschlussmöglichkeiten. Beide vergab Stürmer Lars Villiger, zunächst blockte ein Gegner auf der Linie (20.), dann wählte er die falsche Schusstechnik, drosch den Ball über das Tor (34.).

Nach dem Seitenwechsel legte sich Luzern den Gegner zurecht, schnürte ihn immer tiefer in der dessen Platzhälfte ein, schien sich dem Ausgleich mit Bedacht anzunähern. Dann aber geriet Innenverteidiger Luca Jaquez, der Ende Januar in der Super League debütierte, ein Rückpass zu kurz, Mast erbte und bedankte sich an diesem sonnigen Sonntagnachmittag wahrlich aus heiterem Himmel mit dem Treffer zum 0:2 (56.). Als auch noch der ehemalige Super-League-Spieler Marco Mathys (St.Gallen, Vaduz) unbedrängt in den Strafraum vorstossen und Teamkollege Jano Loosli mit einem Querpass bedienen durfte, stand es sogar 0:3 (64.).

Nach etwas mehr als einer Stunde war die Partie damit bereits entschieden. Luzerns Nachwuchs war zwar auch in der Folge bemüht,

«doch anstatt ruhig zu bleiben und unseren Plan durchzuziehen, agierten wir verspielt und etwas naiv»,

bemängelte Trainer Chieffo.

Zug und Buochs freut es nicht

Zu oft zogen seine Akteure in die Mitte, verstrickten sich im Klein-Klein-Spiel, liessen die Räume auf den Aussenbahnen ungenutzt und fanden so gegen Solothurns kompakten Abwehrblock keine Lösungen. Immerhin gelang Théophil Bachmann, Luzerns einzigem Winterneuzugang (aus Rapperswil), noch der Ehrentreffer (85.).

Während Solothurn der Abstiegszone entweicht und die Ausgangslage für Buochs und Zug im Tabellenkeller noch komplizierter macht, kassierte Luzerns U21-Equipe jahresübergreifend die dritte Niederlage in Serie und schmälert damit die Chancen, via eine Wildcard für Nachwuchsteams in die Promotion League aufzusteigen.

Luzern U21 – Solothurn 1:3 (0:1)
Kleinfeld, Kriens. – 200 Zuschauer. – SR Auletta. – Tore: 11. Mast 0:1. 56. Mast 0:2. 64. Loosli 0:3. 85. Bachmann 1:3. – Luzern U21: Loretz; Ottiger, Jaquez, Mauricio Willimann, Meyer (46. Zimmermann); Alejandro Willimann (62. Molliqaj), Ndenge; Bieri (46. Martin), Dantas Fernandes, Bachmann; Villiger (72. Zivkovic). – Solothurn: Wagner; Kohler, Stuber, Koekenbier, Philippe Gerspacher; Huser; Loosli, Hunziker; Mathys (66. Sebastian Gerspacher); Domoraud Operi (76. Bruni), Mast (89. Musai).

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