Fussball
Der FC Gunzwil erzwingt ein Endspiel in Altdorf

In der 2. Liga regional gewinnt Abstiegskandidat FC Gunzwil gegen den Aufstiegsanwärter SC Emmen mit 2:1.

Ruedi Vollenwyder
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Der Gunzwiler Till Fleischli beschäftigt die Emmer Marco Baumgartner und Manuel Meier (rechts).

Der Gunzwiler Till Fleischli beschäftigt die Emmer Marco Baumgartner und Manuel Meier (rechts).

Bild: Dominik Wunderli (Gunzwil, 19. Juni 2021)

«Jetzt haben wir das finale Endspiel gegen den FC Altdorf, das wir wollten», frohlockte ein total aufgelöster Gunzwil-Trainer Sebastian Schindler mit heiserer Stimme. Die Emotionen gingen in dieser für beide Teams wegweisende Partie hoch und schwappten auch bei den Trainern über, welche in der hektischen Schlussphase einige Nettigkeiten austauschten. Da der impulsive herumtigernde Sebastian Schindler, dort der ruhige, besonnene Dragan Bijorac.

Aber auch die Fans zogen voll mit. Die Stimmung war grandios. Für den FC Gunzwil ist die Rechnung aufgegangen.

«Um dieses Endspiel zu erreichen, dafür haben wir in die Vorbereitung auch viel investiert»,

begründet Schindler den aufopfernden Auftritt seines Teams. Beim Aufstiegsanwärter SC Emmen hingegen war die Enttäuschung nach der 1:2-Niederlage sichtlich spürbar. «Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen», analysiert Emmen-Trainer Bijorac kurz nach der Niederlage bedrückt. «Sie haben ein gutes Spiel gezeigt, manchmal zwar in der Angriffsauslösung die falschen Entscheide getroffen, aber gekämpft und alles gegeben. Doch es sollte nicht sein.»

Passiver Begleitschutz für Thimo Fleischli

Die Gunzwiler Truppe ging in der 12. Minute mit 1:0 in Führung. Routinier Till Fleischli lenkte mit dem Kopf den Freistossball vom stark aufspielenden Thimo Fleischli ins Tor. Der faire, aber emotional geführte Fight auf Biegen und Brechen war lanciert. Kurz vor der Pause dieser vom Kampf geprägten Partie kam der SC Emmen zum Ausgleich. Rinor Gashi traf nach einer Faustabwehr vom sehr guten Gunzwil-Goalie Moses König mit einem Weitschuss aus 25 Metern ins Netz. Ein verdienter Ausgleich.

«Ja, in der ersten Halbzeit hatten wir mit der breit angelegten Spielanlage der Emmer etwas Mühe»,

resümierte der lautstark coachende Schindler.

Die Entscheidung, die auf dem Sportplatz Linden eine euphorische Stimmung auslöste, fiel in der 58. Minute: Die Emmer Defensivleute leisteten dem von der Mittellinie startenden Thimo Fleischli nur passiven Begleitschutz. Emmen-Goalie Yanick Bäuerle hatte keine Abwehrchance: 2:1. Vier Minuten vor Schluss verpasste Domenik Martini fahrlässig die Siegsicherung. Das wars: Die aufopfernd kämpfenden Gunz-wiler haben ihr Ziel mit den drei gewonnenen Punkten erreicht. Die Emmer, die laut Trainer Bijorac eine mental schwierige Vorbereitung hinter sich haben, konnten die gute Ausgangslage im Kampf um den Aufstieg nicht packen. «Es gibt im Vereinsleben eben wichtigere Dinge als ein Fussballspiel, in dem es um einen eventuellen Aufstieg geht», gibt er sich diplomatisch.

Dass sich der FC Gunzwil überhaupt in dieser misslichen Tabellenlage wiederfindet, hat sich dieser selbst zuzuschreiben. Der auf diese Saison neu zum FC Gunzwil gewechselte Trainer Schindler: «Das gegenseitigen Kennenlernen brauchte Zeit. Und die ungewöhnlich vielen roten Karten durch Undiszipliniertheiten auch gegen zwei Leistungsträger taten ihr Übriges zu der sehr bescheidenen Punkteausbeute.»

Gunzwil braucht Sieg wegen der vielen Strafpunkte

Das ist nun Schnee von gestern. In der Schlussrunde geht es für den FC Gunzwil (14 Punkte) um Sein oder Nichtsein. Die Schindler-Truppe muss gegen das punktgleiche Altdorf auch wegen den vielen Strafpunkten (50) gewinnen, will sie den Abstieg verhindern. Aber auch der SC Emmen muss im letzten Spiel nochmals eine Schippe zulegen. Da der bisherige Leader FC Eschenbach gegen den SC Cham II mit 1:3 verlor, bleibt auch die Truppe um Trainer Bijorac im Aufstiegs-Geschäft.

Diese Ausgangslage spricht im Abstiegskampf gegen den FC Entlebuch (13 Punkte). Ein Sieg der Emmer würde für die Entlebucher den Abstieg in die 3. Liga bedeuten. Für Spannung ist also gesorgt.