Automobil
Nach dem 5. Platz im 24-Stunden-Rennen von Belgien sagt Yannick Mettler: «Es war extrem zäh»

Der Krienser Rennfahrer Yannick Mettler fährt erstmals in seiner Karriere das berüchtigte 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps.

Stephan Santschi
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Der Krienser Yannick Mettler fuhr sein erstes Rennen in Spa.

Der Krienser Yannick Mettler fuhr sein erstes Rennen in Spa.

Bild: PD

Es ist das Highlight des Jahres. Die Elite der GT3-Szene war am letzten Wochenende geschlossen am Start, insgesamt 58 Boliden gaben im 24-Stunden-Rennen auf dem legendären Circuit von Spa-Francorchamps Vollgas. Mittendrin war der 31-jährige Krienser Yannick Mettler, der sich im deutschen Team «SPS Automotive Performance» die Rennzeit mit drei Kollegen – darunter der Basler Nachwuchsfahrer Miklas Born – teilte. Nach 547 Runden in einem Mercedes-AMG GT3 reichte es ihnen im Silver Cup, der Wertung für «Young Professionals», zum respektablen fünften Platz. Das Primärziel war damit erreicht, für die ganz grosse Befriedigung sorgte dies indes nicht. Ein Podestplatz wäre bei optimalem Rennverlauf nämlich im Bereich des Möglichen gewesen.

Dass es nicht zum Exploit reichte, lag am unglücklichen Start. Als nach rund einer Stunde leichter Regen aufkam, entschied sich Mettler, eine weitere Runde auf den Slicks zu fahren. Die Wassermenge nahm anschliessend jedoch stark zu, weshalb der Luzerner durch Aquaplaning auf den profillosen Reifen rund 40 Sekunden einbüsste, ehe er in der Box die Reifen wechseln konnte.

«Natürlich ist es schade, wenn ein Entscheid, den ich innert Sekunden treffen musste, das Rennen derart vorentscheidet.»

In der Folge riskierten sie alles, um wieder Boden gut zu machen. «Es war extrem zäh. Für das, was wir investierten, gab es wenig Lohn, in diesem hart umkämpften Feld kommt man eben nur in kleinen Schritten nach oben.»

Insgesamt schafften es 20 der 58 Rennautos nicht ins Ziel. «Spa gilt als das grösste und härteste GT3-Rennen weltweit», betont Mettler. «Noch nie habe ich mich so stark auf einen Wettkampf vorbereitet.»

Mit Vollgas durch die «Mutkurve»

Doch was macht die Herausforderung in den Ardennen so speziell? «Spa ist mit sieben Kilometern die längste Strecke und im Gegensatz zu vielen anderen nicht flach, sondern gleicht eher einer Achterbahnfahrt», erklärt Yannick Mettler. Berüchtigt ist die Kurvenkombination mit dem Namen «Eau Rouge», die Kuppen, Senken und Links-Rechts-Wendungen bereithält.

«Wir nennen sie auch die Mutkurve. Langsamer als mit 240 km/h ist man darin nicht unterwegs.»

Hinzu kommen das unberechenbare Wetter und eine Konkurrenz, die keine Verschnaufpausen gewährt. «Es ist eher ein 24-Stunden-Sprint als ein Ausdauerrennen», erklärt der Profisportler und er hält fest: «Es ist extrem intensiv und unglaublich faszinierend. Dem Fahrer wird alles abverlangt.» Die Dramaturgie dieses Wettkampfs wird im Herbst übrigens auf dem TV-Sender VOX in einer Dokumentation zu sehen sein.

Sowohl Mettler als auch seine Teamkollegen traten erstmals im 24-Stunden-Rennen von Spa an. Die Erfahrungen, die sie sammelten, sollen ihnen im nächsten Jahr bei der Neuauflage zugutekommen. Als Nächstes steht das «SPS Automotive Performance»-Team am Nürburgring und in Barcelona im Einsatz. Obwohl diese beiden Rennen in jeweils nur drei Stunden absolviert werden, bleibt die Herausforderung gross. Ebenso wie die 24 Stunden von Spa zählen sie zum GT World Challenge Europe Endurance Cup, «ein höheres Level findet man in der GT3-Szene nicht mehr», so Mettler. Details gewinnen an Bedeutung, so habe zum Beispiel bereits der Abfall des Reifendrucks um fünf Hundertstel Bar einen grossen negativen Effekt. «Es muss alles zusammenpassen.»

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