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Dieser Stürmer soll dem SC Buochs den Erhalt der 1. Liga sichern

Progon Maloku war Bayern-Junior und Profi bei Lazio Rom. Nun will er seine Karriere beim SC Buochs neu lancieren.

Stephan Santschi
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Progon Maloku auf dem Krienser Kleinfeld: Weil er sich beim SCK nicht durchsetzen konnte, ist das Talent nun an den SC Buochs ausgeliehen worden.

Progon Maloku auf dem Krienser Kleinfeld: Weil er sich beim SCK nicht durchsetzen konnte, ist das Talent nun an den SC Buochs ausgeliehen worden.

Bild: Pius Amrein (2. März 2022)

Die Ausgangslage ist delikat, fünf Punkte beträgt der Rückstand des SC Buochs auf einen Nichtabstiegsplatz. Wenn am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Bassecourt die 1.-Liga-Rückrunde beginnt, liegt der Fokus der Nidwaldner voll und ganz auf dem Kampf um den Ligaerhalt. Die fehlende Torgefahr war dabei eines der grössten Mankos und deshalb haben sie in der Winterpause auf dem Transfermarkt zugeschlagen: Qendrim Aliti (von Wohlen), Mato Marinovic (Zug) und Progon Maloku verstärken die Offensivabteilung des SCB.

Eine besondere Vita präsentiert Progon Maloku, der vom SC Kriens dazustösst. Seit dem Sommer 2020 figuriert er im Kader des Challenge-League-Klubs, hat sich allerdings nicht durchsetzen können. Letzte Saison kam er in der zweithöchsten Schweizer Liga 10-mal zum Einsatz, zweimal von Anfang an, blieb allerdings ohne Skorerpunkt. In der laufenden Spielzeit setzte ihn eine Knieverletzung ausser Gefecht, weshalb er keine Minute für den SCK aufgelaufen ist. Wieder fit wird der 22-jährige Deutsch-Kosovare nun für den Rest der Saison an den SCB ausgeliehen. «Es ist ein Rückschritt», sagt Maloku. Aber einer, für den er dankbar ist. Und der zum Fortschritt werden soll.

In Kontakt mit Topstars

Seine Profikarriere geriet arg ins Stocken, dabei hatte sie vielversprechend begonnen. Der gebürtige Bayer stiess als Junior zu Bayern München, spielte zwei Jahre in der Nachwuchsabteilung, gewann die deutsche U17-Meisterschaft. Nebenan wirkte das Bundesligateam mit Trainer Pep Guardiola, später mit Carlo Ancelotti. Akteure wie Philipp Lahm, Xabi Alonso, Arjen Robben oder Robert Lewandowski liefen ihm auf dem Trainingsgelände über den Weg, zuweilen schaute Co-Trainer Hermann Gerland vorbei, gab wertvolle Tipps.

«Es war einfach schön, ich habe es genossen»,

schwärmt Maloku.

In der Folge lockte Lazio Rom mit dem ersten Profivertrag. Maloku wechselte als 17-Jähriger in die italienische Metropole, lebte im Vereinsinternat, spielte im Nachwuchs, trainierte mit dem Serie-A-Team. «Mich haben das Tempo und die professionelle Einstellung am meisten beeindruckt», erzählt Maloku und erinnert sich an eine Anekdote mit dem Portugiesen Nani.

«Nach einem Kopftreffer blutete er aus der Nase. Anstatt sich eine Pause zu gönnen, wischte er das Blut weg, machte sofort weiter.»

Auch Sergej Milinkovic-Savic und Felipe Anderson blieben ihm nachhaltig im Gedächtnis. Nach eineinhalb Jahren zog Maloku aber bereits wieder weiter, unterschrieb in den Niederlanden bei Heerenveen, erzielte viele Tore in der zweiten Auswahl, schaffte dort im Profifussball aber ebenso wenig den Durchbruch wie anschliessend beim SC Kriens. «Ich war für die Herausforderungen nicht bereit», sagt er und mit Blick auf die vielen Wechsel vielleicht auch zu ungeduldig? «Möglich, dass der eine oder andere Entscheid nicht optimal war. Ich habe aber viel gelernt, mein Rucksack ist voll», betont Progon Maloku.

Auch der SC Buochs konnte Potenzial nicht ausschöpfen

Beim SCB soll der 1,72-Meter grosse, technisch beschlagene und wendige Spieler als hängende Spitze für die dringend benötigten Tore im Abstiegskampf sorgen. «Die Mannschaft hat enormes Potenzial, dieses bisher aber nicht auf den Platz bringen können», sagt Maloku und beschreibt damit gleich auch sich selbst.

«Progon muss sich bei uns präsentieren und eine top Rückrunde spielen»,

sagt SCB-Trainer Marco Spiess. Gelingt ihm dies, stehen die Chancen gut, dass die Nidwaldner in der 1. Liga bleiben. Und Malokus Karriere neu lanciert wird.