Die Emmer Handball-Tormaschine kämpft um den Aufstieg

Emmens Handballer schlagen zu Hause Muotathal klar mit 38:28 und spielen ab Januar in der Finalrunde um die Rückkehr in die NLB.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Roy Bucher zeichnet sich für vier Emmer Treffer verantwortlich.Bild: Corinne Glanzmann (Emmen, 14. Dezember 2019)

Roy Bucher zeichnet sich für vier Emmer Treffer verantwortlich.Bild: Corinne Glanzmann (Emmen, 14. Dezember 2019)

Corinne Glanzmann, Luzerner Zeitung

Den ersten Matchball in der Vorwoche hatten die Emmer noch verspielt, zu Hause gegen Wohlen verloren sie mit 38:39. Am letzten Samstag nun, in der Schlussrunde der Qualifikation, liessen sie nichts mehr anbrennen. Gegen den KTV Muotathal resultierten ein diskussionsloser 38:28-Sieg und die nötigen zwei Punkte, um sich vor Altdorf auf Platz zwei in die 1.-Liga-Finalrunde zu retten. «Gegen Wohlen ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Gegen Muotathal hat die Mannschaft aber Charakter und eine hervorragende Reaktion gezeigt», sagt Emmens Sportchef Basil Koch.

Die verletzungsbedingt geschwächten Muotathaler waren in Sachen körperlicher Wucht, Grösse und Masse klar unterlegen. Keine acht Minuten waren gespielt, da führte Emmen bereits mit 6:1, nach einer Viertelstunde stand es 13:4. Die Rückraumspieler Luka Ravlija, Mark Schelbert und Luka Kovacevic trafen nach Belieben, auch Kreisläufer Valentino Augugliaro führte ein Herrenleben. Die Gäste aus dem Kanton Schwyz wehrten sich zwar tapfer, verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf fünf Treffer. Nach dem Seitenwechsel mussten sie den Gegner aber definitiv ziehen lassen.

Emmens Abwehr ist eines Spitzenteams nicht würdig

Während Muotathal, wie auch Altdorf, Dagmersellen und Kriens in die Abstiegsrunde muss, kämpfen die NLB-Absteiger aus Emmen ab Januar 2020 um die Rückkehr in die zweithöchste Liga. Ausgetragen wird die Finalrunde mit acht Teams (14 Spieltage), am Ende steigen die beiden Erstklassierten auf. «Klar ist der Aufstieg bei uns ein Thema», sagt Koch, «mittelfristig wollen wir ein gutes NLB-Team werden.» Erzwingen werde man im Sinne einer kontinuierlichen Entwicklung aber nichts. 2018 schafften die Emmer die Promotion eher überraschend, mussten nach nur einer Saison wieder in die 1. Liga zurückkehren. «Daraus haben wir unsere Lehren gezogen. Wir würden uns sicher besser auf die NLB vorbereiten.»

Nach der Relegation im letzten Sommer hätten sie in ihrem Spiel einige Baustellen gehabt, «die Struktur im Angriff, das Rückzugsverhalten, die Gegenstoss-Auslösung – das alles war mangelhaft», erzählt Koch. Mittlerweile habe man sich in diesen Bereichen steigern können, weshalb der Fokus nun der Abwehr gelte. Während die Torproduktion in der gesamten 1. Liga ihresgleichen sucht (35,8 Tore pro Spiel!), sind die durchschnittlich 31,8 Gegentreffer eines Spitzenteams nicht würdig. Grosse und starke Männer für eine effektive 6:0-Abwehr hätte Emmen eigentlich, «doch verteidigen ist eben eine Willenssache, man muss es gerne machen», so Koch.

Neue Rolle im Verein für Trainer Heinz Fuhrimann?

Bleibt die Frage nach dem Trainer: Heinz Fuhrimann coacht die Emmer in der dritten Saison und hat aus eigenen Stücken erklärt, dass die Mannschaft danach wohl frischen Wind brauche. «Heinz ist ein sehr guter Ausbildner, wir wollen ihn auf jeden Fall im Verein halten», betont Sportchef Basil Koch. In welcher Funktion, werden die anstehenden Gespräche klären.

Männer, 1. Liga. Gruppe 3: Emmen – Muotathal 38:28 (19:12). Wohlen – Muri 20:26 (12:11). Altdorf – Kriens 29:27 (15:13). Dagmersellen – SG Olten 24:22 (12:13).
Rangliste nach der Qualifikation (alle 14 Spiele): 1. SG Olten 22. 2. Emmen 21. 3. Altdorf 21. 4. Muotathal 16. 5. Dagmersellen 14. 6. Muri 10. 7. Wohlen 6. 8. Kriens 2. – Top 2 in der Finalrunde.

Emmen - Muotathal 38:28 (19:12)
Rossmoos. – 400 Zuschauer. – SR Haldemann/Neumann. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Emmen, 4-mal 2 Minuten gegen Muotathal. – Emmen: Luthiger/Schmitt; Brunner, Kovacevic (7), Schelbert (6/2), Ravlija (8), Bucher (4), Augugliaro (6); Weingartner (2), Dürger (1/1), Acha-Orbea (2), Cilurzo (2). – Muotathal: Oechslin/Ulrich; Gwerder (2), Ivo Betschart (4), Suter (8), Schelbert (2), Henseler (1), Elias Betschart; Martin Betschart (3), Imhof, Heinzer (2), Roos (4/3), Lüönd (2).