Ski Freeride
Ein überraschender Erfolg: Nach dem Ski-Weltcupsieg will er auch auf dem Wasser berühmt werden

Maxime Chabloz gewinnt nicht nur den Freeride-Weltcup, er ist auch einer der Weltbesten im Kiteboarden.

Ruedi Wechsler
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Maxime Chabloz nach dem letzten Ski-Freeride-Wettbewerb im Wallis.

Maxime Chabloz nach dem letzten Ski-Freeride-Wettbewerb im Wallis.

Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Conthey, 24. März 2022)

Vor wenigen Wochen gewann der Beckenrieder das letzte Rennen in Verbier und gleichzeitig den Freeride-Weltcup mit 32500 Punkten. «Dieser Erfolg kam für mich überraschend und unverhofft zu Stande. Es ist unbeschreiblich und ich freue mich riesig», beschreibt der 21-Jährige seine Gefühlslage beim Zoom aus Catalunya (Spanien), wo er sich momentan aufhält. Die Freeride-Saison dauert von Dezember bis März und der Rennkalender beinhaltet zirka fünf Anlässe.

Wie Bruder Yannick, ist Maxime auch auf den Skiern gross geworden. Schon bald wechselte er zum Freestyle und wurde 2016, 2017 und 2019 Kite Boarding Freestyle Juniorenweltmeister. Parallel zum Skifahren ist das Kitesurfen ab dem 12. Lebensjahr seine grosse Passion. In den Ferien in Südfrankreich machte Chabloz mit dieser faszinierenden Sportart Bekanntschaft.

Auf der Suche nach exzellenten Winden

Auf dem Wasser zu sein, bedeutet Chabloz alles und er ergänzt: «Ich reise um die Welt und bin auf der Suche nach exzellenten Winden und der grossartigen Stimmung.» Von Frühling bis Herbst ist Kitesurf-Saison und rund um den Erdball sind sechs Wettkämpfe geplant. So zum Beispiel in Brasilien, in der Dominikanischen Republik, Italien oder Frankreich.

Auch auf dem Wasser will er bald zu den Weltbesten gehören und sagt:

«Bereits als kleiner Junge habe ich im TV Kitesurfen verfolgt und ich war sofort begeistert. Mich faszinieren das Wasser, der Wind und die unterschiedlichen Bedingungen auf dem Meer und am Strand.»

Das Training ist oft von diesen Faktoren abhängig und lassen es diese nicht zu, dann ist der polyvalente Profisportler beim Gleitschirmfliegen, auf dem Bike oder im Kraftraum anzutreffen. Hält er sich in Brasilien auf, dann ist der Trainingsalltag mit Wellenreiten, mit Kite-Sessions, Ausruhen oder Chillen durchgetaktet. Der Weltenbummler ist sieben Monate im Jahr unterwegs. Er kommt immer gerne nach Beckenried zurück und unser Binnenland ist trotzdem sein Lieblingsland. Der Triumph im Freeriden öffnet nun auch Türen im Sponsoringbereich und Chabloz ergänzt: «Die Flüge werden von Sponsoren bezahlt. Ich wohne in Hotels, in Airbnb oder in Brasilien in Pousadas. Künftig will ich mit dem Sport meinen Lebensunterhalt verdienen.» Der nächste Schritt soll künftig auch im Kitesurfen erfolgen. «Ich will mein Image aufbauen und mein Name soll weltweit bekannt werden», so der hoffnungsvolle Allrounder. Er sei sehr ehrgeizig, habe gerne Wettkämpfe und seine Motivation sei immer, der Beste zu sein.

Harte Arbeit, Ausdauer und eiserner Wille

Auf die Frage, welche der beiden Sportarten gefährlicher sei, antwortet der Ausnahmesportler: «Beim Freeriden präge ich mir die Route genaustens ein, überlege viel und stürze mich nicht kopflos in die Tiefe. Ist es zu gefährlich, kann ich selbst entscheiden.» Das Kitesurfen sei ebenfalls risikoreich und auch da bestehe ein gewisses Verletzungsrisiko. «Auf der professionellen World-Kite-Tour zu sein und gegen die Besten anzutreten, ist für mich eine Ehre. Es ist nicht nur Sonnenschein, Wasser und Chillen am Strand, sondern vieles mehr», fügt er an. Jeder Tag sei mit harter Arbeit, Leidenschaft, Ausdauer und eisernem Willen verbunden. Maxime Chabloz will sich ständig verbessern, um seine Ziele erreichen zu können. Er bereist nicht nur die ganze Welt, sondern will auch auf dem Wasser der Beste auf unserem Planeten werden.

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