Unihockey
Playoffs rücken in weite Ferne: Bitteres Weekend für Floorball Uri

Floorball Uri zieht in gleich zwei Kellerduellen knapp den Kürzeren. Nun droht die Verbannung in die Playouts.

Urs Hanhart
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Uris Laura Müller (Mitte) bei einem Weitschuss gegen die Visper Lions.

Uris Laura Müller (Mitte) bei einem Weitschuss gegen die Visper Lions.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. Januar 2022)

Das an vorletzter Stelle der NLB-Rangliste liegende Frauenteam von Floorball Uri musste übers Wochenende gleich gegen zwei Tabellennachbarn antreten. Es handelte sich um eine wegweisende Doppelrunde im Hinblick auf die Teilnahme an den Playoffs oder den Playouts. Das am Samstag in der heimischen Feldli-Arena in Altdorf ausgetragene Kellerduell gegen Schlusslicht Visper Lions begann für die Urnerinnen sehr vielversprechend. Dank Treffern von Carmen Reding, Erja Seeholzer und Adriana Wey erarbeiteten sie sich im ersten Drittel einen komfortablen Drei-Tore-Vorsprung.

Ab dem mittleren Abschnitt war der Schwung bei den Platzherrinnen jedoch plötzlich dahin. Dazu sagte Headcoach Roger Metry:

«Unser Team hat den Faden unverständlicherweise völlig verloren. Der zuvor gute Spielaufbau funktionierte nicht mehr. Dazu kamen auch noch Undiszipliniertheiten. Dadurch haben wir den Gegnern unnötigerweise selber aufgebaut.»

Die Walliserinnen übernahmen das Zepter und verkürzten den Abstand sukzessive. In der 35. Minute fiel der 3:3-Ausgleich. Immerhin konnten die Gastgeberinnen kurz darauf durch einen Weitschusstreffer von Adriana Wey nochmals die Führung an sich reissen. Doch die kampfstarken Visperinnen schafften Mitte des letzten Drittels den erneuten Gleichstand. Beim 4:4 blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit.

In der zehnminütigen Verlängerung fiel kein Tor, sodass ein Penaltyschiessen fällig wurde. Dort setzten sich die Westschweizerinnen dann ganz knapp durch. Durch diese bittere Niederlage vergaben die Gelb-Schwarzen die Chance, zum Tabellenachten Yverdon aufzuschliessen und auf einen Playoff-Platz vorzustossen.

Auch gegen Yverdon knapp gescheitert

Der Zufall wollte es, dass die Urnerinnen gleich am Sonntag die Möglichkeit gehabt hätten, diese Scharte wieder auszuwetzen, mussten sie doch im Rahmen der drittletzten Qualifikationsrunde auswärts gegen ebendieses Yverdon antreten. Allerdings reiste Metry mit keinem allzu guten Gefühl an den Neuenburgersee, betonte er doch nach dem Taucher gegen Visp: «Diese Leistung wird sicherlich nicht reichen, um Yverdon zu bezwingen. Da braucht es eine deutliche Steigerung.» Die Einschätzung des Trainers erwies sich jedoch als zu pessimistisch. Sein Team konnte nämlich im Vergleich zum Vortag deutlich zusetzen und brachte Yverdon an den Rand einer Niederlage. Erst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit mussten die Urnerinnen den 4:4-Ausgleich hinnehmen. In der Verlängerung gelang den Waadländerinnen auf glückliche Art der 5:4-Siegtreffer.

Adriana Wey (am Ball) erzielt zwei Tore für Uri.

Adriana Wey (am Ball) erzielt zwei Tore für Uri.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 8. Januar 2022)

Uri liegt nun zwei Runden vor dem Ende der Qualifikation vier Punkte hinter Yverdon und muss aller Voraussicht nach gegen die Visper Lions die Playouts bestreiten. Der Verlierer dieses Duells der beiden NLB-Kellerkinder spielt dann gegen den Erstligameister um den letzten Platz in der Nationalliga B. Für Uri sieht es derzeit in Bezug auf den Ligaerhalt nicht gerade rosig aus. Die Niederlagenserie umfasst nun bereits acht Partien. Das letzte Erfolgserlebnis gab es Anfang November gegen Basel Regio.

«Uns fehlt schon seit geraumer Zeit die nötige Entschlossenheit. Auch physisch besteht ein Manko»,

erklärte Metry, und er fügte noch an: «Wir müssen wieder zulegen. Allerdings ist es nicht einfach, den richtigen Hebel anzusetzen. Es gibt momentan mehrere Baustellen, was das Coaching schwierig macht.» Den Playout-Begegnungen gegen Visp sieht Metry mit grossem Respekt entgegen. Er unterstrich: «Die Walliserinnen haben sich beim Gastspiel in Altdorf sehr gut verkauft, obwohl sie nur mit zwölf Feldspielerinnen antreten konnten. Trotz dieses Nachteils ist es ihnen gelungen, ein gutes Pressing aufzuziehen. Das wird zweifellos ein sehr harter Gegner.»

Zum Abschluss der Qualifikation stehen jetzt noch die beiden Spiele gegen Basel Regio und Lejon an. Eine gute Gelegenheit für die Urnerinnen, im Hinblick auf den Showdown wieder etwas Selbstvertrauen zu tanken. Mit zwei Siegen besteht rechnerisch noch eine kleine Chance, das Ruder doch noch herumzureissen, Yverdon abzufangen und den Playouts zu entweichen. Dazu bräuchte es jedoch Schützenhilfe.

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