Fussball
Der Chancentod wütet weiter: Bittere Zeiten für den FC Stans

Schlusslicht FC Stans (2. Liga regional) muss sich dem spielstarken Luzerner SC mit 1:5 beugen.

Ruedi Vollenwyder
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Der Stanser Christopher Pithan (links) läuft hier gegen Luzerns Emanuell Sakica auf.

Der Stanser Christopher Pithan (links) läuft hier gegen Luzerns Emanuell Sakica auf.

Bild: Boris Bürgisser (Stans, 6. November 2021)

1:5 – das tönt nach einem einseitigen Match zwischen dem Tabellenschlusslicht FC Stans (nur 7 Punkte) und dem die Vorrunde auf dem 3. Platz abschliessenden Luzerner SC. Dem war aber überhaupt nicht so. Obwohl Abrahan Blättler die Multi-Kulti-LSC-Truppe schon in der 3. Minute mit 1:0 in Führung brachte und Abdullah Murati (20.) einen weiteren Treffer folgen liess, hielt das personell stark geschwächte Stans (nur drei Auswechselspieler) mit den technisch stark spielenden Stadtluzernern sehr gut mit. Ja, die Nidwaldner hatten in diesem vor allem in der ersten Halbzeit spielerisch sehr gefälligen Match auch beste Torgelegenheiten. So in der 7. Minute, als Ramon Barmettler und zehn Minuten später Joël Furger in Eins-zu-Eins-Situationen am LSC-Goalie Demir Spahiu scheiterten. Der verletzt mitfiebernde Marc Kuster haderte: «Unsere miserable Chancenauswertung zieht sich schon die ganze Vorrunde hindurch.» Es brauchte einen Spahiu-Fehler (27.), der den Stansern den 1:2-Anschlusstreffer ermöglichte: Christopher Pithan traf mit einem satten Weitschuss. Ein verdienter Lohn für ein gefälliges, gepflegtes Spiel nach vorne.

Bis fünf Minuten vor Spielende fühlte man sich nicht in einer David-gegen-Goliath-Partie. Und LSC-Trainer Pren Spaqi musste mehr als ihm lieb war von der Seitenlinie aus «immer lauter aufs Spielgeschehen einwirken». Dazwischen kochten aber auch die Emotionen immer höher. Und schwappten in der 65. Minute über. FCS-Trainer Benji Hess und Joël Ndombele gerieten sich vor der Stanser Spielerbank nach einem Outball «in die Haare». Innert Sekunden war die LSC-Spielerbank leergefegt, das Durcheinander perfekt. Mit der Konsequenz, dass Hess und Ndombele vom guten Schiri Andreas Kneubühl mit «Rot» bedacht wurden. Als wieder Ruhe einkehrte, spielte Stans weiter munter mit, hatte viele Ballkontakte.

Luzerner SC ist braver unterwegs als auch schon

In der 69. Minute verpasste Christopher Pithan mit seinem Kopfball gar eine gute Ausgleichschance. Die Entscheidung in dieser sonst anständigen Partie fiel in den Schlussminuten. Enis Januzaj traf mittels sehenswerter Direktabnahme zum 3:1 (87.) und der in der gleichen Minute eingewechselte junge Erdem Yalcin traf zweimal (89./90.) zum zu hohen 5:1-Schlussresultat.

Dass die Stadtluzerner diesen Sieg euphorisch feierten, ist verständlich. Sie haben eine tolle Vorrunde hinter sich. Trainer Pren Spaqi war nach der Partie frohgelaunt.

«Uns von den Abstiegsplätzen fernzuhalten war unser oberstes Ziel. Guten Fussball zu spielen ein weiteres. Und wenn dann noch ein so guter Rang mit so vielen Punkten herausschaut ist das um so schöner.»

Dass dem Luzerner SC das Image einer «emotionalen, Strafpunkte sammelnden Truppe» anhaftet, das kann auch Spaqi nicht verneinen. Das war auch in diesen Match nicht anders. «Aber gegenüber der letzten Saison mit 99 Strafpunkten in 13 Spielen sind wir schon etwas braver geworden», meinte er mit einem Schmunzeln. Sagte dies, und feierte mit seiner fussballerisch talentierten, aber auch emotionalen Truppe den siegreichen Vorrundenabschluss.

Ganz anders war die Stimmung im Lager der Stanser. «Ab sofort beginnt für mich die Rückrunde», sagt der neue Sportchef Fabian Howald bestimmt. «Da muss sich innerhalb der Mannschaft einiges ändern», legte er nach. Und meint trotzig:

«Insbesondere was die Einstellung angeht. Wegen der zu vielen privaten Absenzen im sonst schon schmalen Kader konnten wir nie als eine verschworene Einheit auftreten. Und da auch die Verletzungshexe brutal zuschlug, ist unsere schlechte Rangierung die logische Folge.»

Was ihn für die Rückrunde zuversichtlich stimmt: «Wir können es besser, als es die rote Laterne dokumentiert. Denn bis auf die Partien gegen Emmen und Cham II, in denen wir keinen Wunsch hatten, lagen immer Punkte drin. Und wenn wir unseren Chancentod ablegen können, sehe ich für den zweiten Teil der Meisterschaft wieder Licht am Horizont. Die sechs Punkte Rückstand können und müssen wir wettmachen.»

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