Champions League

RB Leipzig unter Druck: Für den Halbfinalist der Vorsaison müssen jetzt Punkte her

Emil Forsberg (l.) und sein RB Leipzig kämpfen gegen das frühe Aus an.

Emil Forsberg (l.) und sein RB Leipzig kämpfen gegen das frühe Aus an.

Der Bundesligaklub RB Leipzig kämpft in der Champions League als Vorjahres-Halbfinalist gegen das frühe Aus.

Für Borussia Dortmund liegen die Achtelfinal-Millionen auf dem Silbertablett, RB Leipzig muss sich sein Endspiel erst noch hart erarbeiten. Zum Auftakt seiner «Woche der Wahrheit» will der Champions-League-Halbfinalist der Vorsaison unbedingt bei Istanbul Basaksehir gewinnen, um im «Gruppenfinal» gegen Manchester United den Zugriff aufs grosse Geld zu sichern.

«Wir wollen natürlich aus eigener Kraft weiterkommen, deshalb wollen wir beide Spiele gewinnen», sagte Trainer Julian Nagelsmann vor dem Duell am Mittwoch (18.55 Uhr). Ein Aus in der Gruppenphase wäre für Leipzig eine Enttäuschung – auch wenn die Gruppe hochkarätig besetzt ist. Zwischendurch geht es am Samstag in der Bundesliga zum Topspiel zu Bayern München.

«Mathematik ist egal. Wir denken nur an einen Sieg»

Die Lage in der Königsklasse ist knifflig. RB ist vor dem vorletzten Spieltag punktgleich mit Paris Saint-Germain (beide 6 Punkte) Dritter, hat aber den direkten Vergleich mit Paris verloren. Manchester United (9) ist an der Spitze schon etwas entrückt.

Viel hängt davon ab, wie das Parallelspiel zwischen den Briten und den Franzosen verläuft. Es dürfte gerechnet werden. «Stop», sagte Emil Forsberg aber gegenüber der «Bild»: «Die Mathematik ist mir hier ziemlich egal. Wir denken nur an einen Sieg.»

RB kennt Istanbul noch aus dem Hinspiel (2:0). Der Lieblingsklub des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan hat sich nach schwachem Saisonstart wieder gefangen, liegt in der Süper Lig auf Rang neun. Leipzig hat Respekt. «Das sind alles gute Zocker, gute Fussballspieler, die immer Lösungen haben», sagte Nagelsmann. Willi Orban erwartet ein «intensives» und «offenes Spiel». Wenn Leipzig jedoch den Matchplan erfüllt, «dann nehmen wir drei Punkte mit», sagte der Abwehrspieler.

Für BVB liegen CL-Millionen auf dem Silbertablett

Das ist auch Ziel des BVB. Ein Heimsieg gegen Lazio Rom (21.00 Uhr) sichert den Gruppensieg, ein Punkt genügt schon für den sicheren Achtelfinal-­Einzug. Sichere Einnahmen von etwa 35 Millionen Euro würden dann die coronabedingten Verluste angenehm abfedern.

Der BVB setzt dabei auf das Prinzip Verdrängung. Eine ­peinliche Liga-Pleite wie jene gegen den 1. FC Köln «darf nicht passieren», sagte Trainer Lucien Favre am Dienstag ­achselzuckend: «Aber wir können das nicht ändern. In der Champions League sind wir Tabellenführer und wollen es auch bleiben.»

Dementsprechend wurde das 1:2 gegen das Bundesliga-Kellerkind ganz wie bei der deutschen Nationalmannschaft zum unerklärlichen Ausrutscher gestempelt. Seit dem ebenfalls ernüchternden 1:3 bei Lazio im Hinspiel habe der BVB schliesslich «alles sehr gut korrigiert», wie Favre betonte. Thomas Delaney fügte hinzu: «Der erste freie Tag seit langem» sei wahrscheinlich besser für die Psyche gewesen als eine Tiefenanalyse.

Sportlicher Wert, Geld, die Aussicht auf Rotation im «Gruppenfinal» bei Zenit St.Petersburg am 8. Dezember – Lazio ist dreifach wichtig. «Wir dürfen die Fehler aus dem Hinspiel nicht wiederholen», forderte Favre. Nach einem Treffer des einst beim BVB gescheiterten Ciro Immobile und einem Eigentor hatte es nach 23 Minuten 0:2 gestanden.

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