Tour de France

Rohan Dennis' rätselhafte Tour-Aufgabe

Rätselhafte Aufgabe: Zeitfahr-Weltmeister Rohan Dennis (hier an der Tour de Suisse) gab am Tag vor dem einzigen Einzel-Zeitfahren an der Tour de France überraschend auf

Rätselhafte Aufgabe: Zeitfahr-Weltmeister Rohan Dennis (hier an der Tour de Suisse) gab am Tag vor dem einzigen Einzel-Zeitfahren an der Tour de France überraschend auf

Der Zeitfahr-Weltmeister Rohan Dennis gibt in der 12. Etappe auf höchst rätselhafte Art und Weise die Tour de France auf. Selbst sein Team Bahrain-Merida wundert sich.

In 116 Jahren, seit es die Frankreich-Rundfahrt gibt, haben Fahrer schon viele bizarre Aktionen durchgeführt. Höchst selten allerdings sind sie mitten in der Etappe einfach verschwunden, wie es Dennis am Donnerstag in den Pyrenäen tat. Für einige Zeit herrschte Unklarheit über den Aufenthaltsort des Australiers, der das Rennen rund 80 km vor dem Ziel in Bagnères-de-Bigorre und noch vor den zwei schwierigen Anstiegen des Tages verlassen hatte.

Nach der überraschenden Mitteilung der Tour-Organisatoren, dass er aufgegeben habe, sah sich Dennis' Team gar genötigt, in den Sozialen Medien eine alarmierende Meldung über "das Wohlergehen" des Gesamt-Zweiten der diesjährigen Tour de Suisse abzusetzen. Letztlich tauchte Dennis im Zielbereich in der Nähe des Team-Busses wieder auf. Einen Grund für seinen Entscheid, die 106. Tour aufzugeben, nannte der 29-Jährige allerdings nicht.

"Wir sind auch verwirrt", sagte Bahrain-Sportdirektor Gorazd Stangelj nach der Etappe. "Es war sein Entscheid, bei der Verpflegungszone anzuhalten. Wir haben versucht, mit ihm zu sprechen. Er sagte nur 'Ich will nicht reden', und gab das Rennen auf." Gemäss Stangelj war Dennis' körperliche Verfassung gut genug, das Rennen fortzusetzen.

Rätselhaft, ja gar bizarr erscheint die ganze Aktion, weil am Freitag in Pau das einzige Einzelzeitfahren der "Grande Boucle" auf dem Programm steht. Der Australier, der von August 2014 bis Ende 2018 bei BMC unter Vertrag stand und letzten September in Innsbruck überlegen WM-Gold im Zeitfahren gewann, wurde auf der 27,2 km langen und coupierten Strecke als einer der Topfavoriten auf den Tagessieg gehandelt. "Auch wir erwarteten von ihm eine grossartige Leistung im Zeitfahren", so Stangelj über den ehemaligen Inhaber des Stundenweltrekords.

Auf die Frage, ob es denn schon zuvor nicht einfach gewesen sei, mit Dennis zusammenzuarbeiten, antwortete der Sportdirektor des Teams Bahrain allerdings nur ausweichend: "Diese Frage zu beantworten, ist schwierig."

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