Champions League

Paris Saint-Germain und sein ewiges Scheitern

PSG scheitert erneut bereits im Achtelfinal der Champions League.

Paris Saint-Germain scheitert erneut bereits im Achtelfinal der Champions League. Die Sehnsucht von PSG nach dem Titel in der Königsklasse geht weiter – für immer?

Ja, manchmal ist die Fussballwelt ungerecht. Manchmal ist ein Ergebnis nur schwer zu verstehen. Der Mittwochabend ist wieder einmal so ein Beispiel. Paris Saint-Germain gegen Manchester United. Champions-League-Achtelfinal. Es ist ein einseitiges Duell.

Nur Paris spielt Fussball. Das ist schon im Hinspiel so. Und darum ist das Ende des Abends im Pariser Prinzenpark eine ziemliche Sensation. 1:3 – Manchester jubelt. Paris weint – wie immer.

Wer der Boshaftigkeit nicht abgeneigt ist, wer sich daran ergötzt, dass auch viel Geld nicht automatisch Erfolg bedeutet, der freut sich nun diebisch über dieses erneute Out von PSG. Und er zollt der Auferstehung Respekt, welche die United seit dem Trainerwechsel von José Mourinho zu Ole Gunnar Solskjaer erlebt.

Nie zuvor in 106 Fällen im Europacup ist ein Team nach einer 0:2-Niederlage zu Hause im ersten Vergleich einer K.-o-Runde doch noch weitergekommen.

Und doch verdient Paris mehr als nur ein kleines bisschen Mitleid. Die Geschichte wiederholt sich Jahr für Jahr. Der Verein und das Umfeld erwarten den grossen Coup, den Titel in der Champions League, zumindest aber die Qualifikation für den Final.

Doch dann ist der Traum auf ziemlich schnellstmögliche Weise ausgeträumt. Dabei zeigen die Franzosen einen Fussball, der manchmal tatsächlich zum Träumen verleitet. Der neutrale Fan wird jedenfalls stets bestens unterhalten.

Die Ironie der Geschichte

«Encore pire», titelte «L’Equipe» in ihrer gedruckten Ausgabe gestern in grossen Lettern. Noch schlimmer also sei das jüngste Scheitern. Die französische Sportzeitung spannt damit den Bogen zur Saison 2016/17. Damals, am 8. März, bezwang Barcelona den PSG 6:1 und fügte den Parisern damit nach einem 0:4 im Hinspiel eine nicht für möglich gehaltene Niederlage zu.

Die Ironie der Geschichte: Nach jenem Spiel beklagten die Pariser die Fehlentscheide der Schiedsrichter und das Fehlen des Videobeweises. Nun wurden sie gegen Manchester Opfer davon, dass die Videoschiedsrichter 2019 erstmals auch in der Champions League eingesetzt werden.

Die Tränen trocknen

Nicht alle gingen gleich sportlich um mit der Niederlage. Der verletzte brasilianische Superstar Neymar beispielsweise klagte: «Es ist eine Schande, die setzen vier Typen hin, die keine Ahnung vom Fussball haben und sich das Spiel in Zeitlupe anschauen.» Der deutsche Trainer Thomas Tuchel dagegen sagte: «Ich bin ein grosser Unterstützer des Videobeweises – und das bleibe ich auch.»

Drei Jahre hintereinander ist PSG nun im Achtelfinal ausgeschieden. Da können auch die Titelgewinne in der heimischen Meisterschaft die Tränen nicht trocknen. Es bleibt die Hoffnung auf baldige Besserung. Aber der Glaube an den grossen Triumph wird mit jeder Enttäuschung kleiner.

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