Kolumne Nordische WM
Der Kampf gegen die Pandemie an der WM: Nasenbohren als Beruhigungspille

Coronatests am Laufmeter und Maskenpflicht trotz Einsamkeit - die Massnahmen in Oberstdorf dienen vor allem auch zur Besänftigung der Einheimischen.

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Auch die Sprungrichter beim Skispringer verteilen ihre Noten mit Maske.

Auch die Sprungrichter beim Skispringer verteilen ihre Noten mit Maske.

Philipp Guelland / EPA

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, an dieser Stelle nie über Corona zu schreiben. Aber das Thema ist auch an der Langlauf-WM derart dominant, dass jeder Fluchtversuch zum Scheitern verurteilt ist. Oberstdorf lebt vom Tourismus, aber wer durch die grosszügige Fussgängerzone des Ortes spaziert, wähnt sich in einer Geisterstadt. Der Lockdown hat Deutschland noch weitaus stärker im Griff als die Schweiz.

Von den 860 Sportlern aus 65 Ländern und den insgesamt 4500 WM-Beteiligten ist in Oberstdorf ebenso wenig zu spüren wie von den 10 000 Einheimischen. Das öffentliche Leben ist lahmgelegt. Trotzdem war die WM im Vorfeld angesichts der massiven Einschränkung des eigenen Lebens im Ort je länger desto unbeliebter.

Die Politik reagierte mit Beruhigungspillen auf den Protest. Nun werden alle, die mit der WM zu tun haben, jeden zweiten anstatt jeden vierten Tag auf Corona getestet. Und seit neustem gilt auch draussen die strikte Tragpflicht einer FFP2-Maske. Welchen Sinn das in einer leer gefegten Stadt macht, bleibt das Geheimnis der Behörden. Und angesichts der Testdichte kann man getrost sagen: Falls sich ein WM-Teilnehmer mit Corona ansteckt, dann wohl von einem Einheimischen.