Ausraster
«Man kann vom Weltall aus sehen, dass dieser Ball drin war»

Der serbische Tennisspieler Viktor Troicki rastete am ATP-Turnier von Rom total aus. Er echauffierte sich wie einst der Amerikaner John McEnroe, da sein Ball ausgegeben wurde. Es führte so weit, dass Troicki einen Kameramann an den Tatort heranführte

Adrian Hunziker
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Viktor Troicki diskutiert wild gestikulierend mit dem Stuhlschiedsrichter.

Viktor Troicki diskutiert wild gestikulierend mit dem Stuhlschiedsrichter.

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Tatort Rom: Zweite Runde des ATP-Sandplatzturnieres. Es stehen sich der 27-jährige Serbe Viktor Troicki, aktuelle Nummer 30 der Welt, und der Lette Ernests Gulbis (ATP 67) gegenüber.

Auf dem Papier also eine klare Sache. Doch Troicki muss den ersten Satz mit 1:6 abgeben.

Dann passiert es. Troicki spielt einen Ball auf die Linie, meint er. Der Linienrichter stimmt ihm zu, der Stuhlschiedsrichter overruled den Entscheid. Troicki verliert das Game.

Er fordert den Stuhlschiedsrichter auf, sich den Abdruck auf Sand genauer zu betrachten, was dieser auch tut. Troicki kommt hinzu und verliert komplett seine Contenance.

«Man kann vom Weltall aus sehen, dass dieser Ball drin war», schreit Troicki. Damit ähnelt er sehr John McEnroe. Der Amerikaner echauffierte sich regelmässig bei Entscheidungen, die ihm nicht passten.

Nach der Verwarnung verliert Troicki das Spiel

«Ich werde aufgeben, ernsthaft, ich gebe auf.» Troicki kriegt sich nicht mehr ein. «Sie haben zu 100 Prozent Unrecht», meint er zum Stuhlschiedsrichter.

Dann folgt das absolute Highlight: «Gib mir die Kamera, ich nehme es auf», sagt er zum Kameramann. Doch dieser will sein Arbeitsgerät nicht einfach so hergeben. Also schleppt Troicki die Kamera samt Kameramann zum Tatort – ganz zur Belustigung der Zuschauer.

Der Stuhlschiedsrichter verwarnt Troicki wegen seines Verhaltens. Danach muss sich der Serbe wieder auf das Spiel konzentrieren – vergebens. Er kriegt kein Bein vors andere. Er unterliegt Gulbis letztlich ganz klar mit 1:6 und 1:6.

Das Spiel wird sicherlich nicht wegen Troickis sportlicher Leistung in Erinnerung bleiben. Doch sein Aussetzer wird im World Wide Web auf jeden Fall seinen Weg gehen.