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Pures Spektakel bei Rahmens Debüt: Der FCB gewinnt in Luzern mit 4:3

Patrick Rahmen feiert ein erfolgreiches Debüt als Interimstrainer des FC Basel. In Luzern erleben die Gäste einen Horrorstart, erzielen dann drei Treffer, verspielen die Führung aber. Das letzte Wort in einem rasanten und spektakulären Spiel hat aber schliesslich der FCB.

Simon Leser
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Die Freude muss raus: Patrick Rahmen jubelt über den Last-Minute-Treffer von Arthur Cabral.
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Die Stimmung bei Luzern ist im Keller.
Kollektives Aufatmen: Der FCB feiert den vierten Sieg gegen Luzern in der laufenden Saison.
Alle herzen den Torschützen Cabral.
Der Brasilianer schreit seine Freude ins weite Rund.
Es ist das vierte Tor der Basler, und es ist das entscheidende.
Arthur Cabral ist die Erleichterung anzumerken.
FCL-Torhüter Marius Müller hat gegen den Kopfball Cabrals keine Chance.
Patrick Rahmen leidet mit.
Da sah es nicht gut aus: Heinz Lindner kann den Penalty nicht parieren - 3:3.
Mal durchatmen: Das gibt es nicht oft in diesem Spiel.
Amir Abrashi kämpft um den Ball.
Arthur Cabral hüpft seinem Gegenspieler davon.
Darian Males erzielt gegen seinen früheren Arbeitgeber den Ausgleich.
Ein Foto zum einrahmen: Amir Abrashi und Louis Schaub verzerren das Gesicht.
Abgehoben: Edon Zhegrova blüht in Hälfte Eins auf.
Raoul Petretta liefert gegen Luzern gleich zwei Assists.
Wo ist die Lücke? Petretta sucht sie.
Pure Überzeugung: Der FCB jubelt über den Ausgleich von Darian Males.
Der Torschütze bedankt sich bei Vorlagengeber Stocker.
Schon nach drei Minuten jubeln die Luzerner erstmals.
Patrick Rahmen blickt seinem ersten Einsatz als Interimstrainer entgegen.

Die Freude muss raus: Patrick Rahmen jubelt über den Last-Minute-Treffer von Arthur Cabral.

Martin Meienberger

Das Spiel: Noch ein Angriff hat der FC Basel, um gegen den FC Luzern ein Tor zu schiessen. Das erlösende Tor. Dasjenige, das dem Club drei eminent wichtige Punkte bescheren würde, in einem Spiel, das ein reines Spektakel ist. Noch einmal darf der FCB auf der linken Seite einwerfen. Aldo Kalulu erhält den Ball, wurstelt sich durch, Raoul Petretta übernimmt. Dieser wackelt seinen Gegner aus, flankt in die Mitte. Dort schraubt sich Arthur Cabral in die Höhe und köpft ein. Was folgt ist ein Urgeschrei des Brasilianers, der sich abdreht und mit seinen Mitspielern feiert. Über einen spektakulären 4:3-Sieg, über einen äusserst hart erkämpften Sieg. Und das alles beim Debüt von Interimstrainer Patrick Rahmen.

Doch der Reihe nach: Der FCB startet katastrophal in die Partie gegen Luzern, kassiert bereits nach drei Minuten einen Gegentreffer, weil die Basler Verteidigung keine Zuordnung hat und Louis Schaub den Ball derart optimal trifft, dass sich dieser in einem hohen Bogen in das Basler Tor senkt. Es ist ein Anfang zum Vergessen für Rahmen, doch nach zehn Minuten fängt sich seine Mannschaft. Und wie. Nach einer Kopfballvorlage von Valentin Stocker steht nach 14 Minuten plötzlich Darian Males frei vor dem Tor, der den Ausgleich erzielt. Nur vier Zeigerumdrehungen später geht der FCB gar in Führung, weil sich der FCB traumhaft durch die Luzerner Abwehr kombiniert und Edon Zhegrova den Ball mit Hilfe des Innenpfostens im Luzerner Tor versenkt. Erneut nur vier Minuten später ist es erneut Zhegrova, der sogleich das dritte Tor erzielt. Das Spektakel, es nimmt kein Ende. Plötzlich zeigt der FCB all das, was er zuletzt vermissen liess: Tempo im Angriff, eine offensive Einstellung mit unermüdlich anlaufenden Aussenverteidigern, leidenschaftliches und solidarisches Zweikampfverhalten. Zur Pause könnten die Gäste auch gut und gerne mit 4:1 führen.

Das Spektakel, es nimmt nach der Pause seine Fortsetzung. Zuerst knallt Cabral den Ball an die Unterlatte, dann bringt Petretta seinen Gegenspieler ins Stolpern, blöderweise im eigenen Strafraum. Doch Heinz Lindner pariert den flach, zentral, hart geschossenen Penalty von Pascal Schürpf, in dem er seine Beine noch schliesst. Doch Luzern zeigt sich unbeeindruckt, drückt gegen einen FCB, der plötzlich offensiv nicht mehr stattfindet und defensiv löchrig ist, munter weiter. Und wird belohnt. In der 64. Minute stehen sich Timm Klose und Luca Zuffi gegenseitig auf den Füssen, Ibrahima Ndiaye profitiert und verkürzt. Kurz darauf trifft Varol Tasar den Pfosten. Und als sich zehn Minuten vor Schluss der VAR meldet, weil Pajtim Kasami nach einer Ecke der Ball an die Hand prallt, gibt es erneut Penalty. Dieses Mal übernimmt Schaub, dieses Mal ist Lindner machtlos. 3:3 - die Schlussphase ist eröffnet. Und ist dann beendet, als sich Cabral in der letzten Minute in die Höhe schraubt und den perfekten Einstand für seinen neuen Trainer Patrick rahmen beschert.

Der Beste: Es gibt viele, die sich diese Bezeichnung verdienen würden, unter anderem Arthur Cabral. Der Brasilianer geht weite Wege, erarbeitet sich Chancen, nutzt sie nur lange nicht. Dann kommt die 93. Minute und Cabral schwingt sich zum gefeierten Matchwinner empor.

Das gab zu reden: Für einmal das Sportliche. Was der FC Luzern und der FC Basel abliefern, ist beste Werbung für den Schweizer Fussballsport. Schöne Kombinationen, tolle Tore, strittige Penaltyszenen, Leidenschaft. Es ist ein Genuss.

Telegramm

FC Luzern – FC Basel 1893 3:4 (1:3)

Swissporarena. – Keine Zuschauenden. – SR Fedayi San.
Tore: 3. Schaub 1:0 (Ndiaye). 14. Males 1:1 (Stocker). 18. Zhegrova 1:2 (Petretta). 22. Zhegrova 1:3 (Cabral). 64. Ndiaye 2:3 (Tasar). 83. Schaub 3:3 (Handspenalty). 93. Cabral 3:4 (Petretta).

FC Luzern: Müller; Alves (46. Tasar), Knezevic, Burch; Sidler (77. Schwegler), Ugrinic, Emini (70. Alabi), Frydek; Schürpf, Schaub, Ndiaye (77. Alounga).

FC Basel: Lindner; Widmer, Frei, Klose, Petretta; Abrashi (77. Sene), Zuffi; Males (67. Kasami), Stocker, Zhegrova (67. Kalulu); Cabral.

Bemerkungen: FCB ohne Hajdari (krank) Chiappetta, Cömert, Isufi, Jorge, Padula, von Moos und Xhaka (alle verletzt). – Verwarnungen: 22. Emini (Foul).61. Cabral (Reklamieren).  68. Zuffi (Foul). 84. Frei (Reklamieren). 84. Widmer (Foul). 92. Alabi (Foul). – 47. Lattenschuss Cabral. 49. Lindner hält Penalty von Schürpf. 73. Pfostenschuss Tasar. – 400. Spiel von Fabian Frei für den FCB.

Hier gibt es die Highlighs zum Geniessen:

Das Spektakel verpasst? Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen: