Champions League
Lionel Messi zwischen Fussballplatz und Gerichtssaal

Den Wirbel um seine Erwähnung in den Panama-Papers will Weltfußballer Lionel Messi auf dem Spielfeld kontern. Ein Treffer im innerspanischen Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Atletico Madrid wäre das 500. Profitor des Argentiniers.

SID / Fabian Soland
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Abseits vom Spielfeld hat Lionel Messi derzeit kein Grund zum Lachen.

Abseits vom Spielfeld hat Lionel Messi derzeit kein Grund zum Lachen.

Keystone

Es ist gewiss nicht die optimale Spielvorbereitung für Barcelona-Superstar Lionel Messi hinsichtlich des Champions League-Viertelfinal-Hinspiels gegen Atletico Madrid (20.45 Uhr). In den Panama-Papers wird sein Name mit hässlichen Geldschiebereien in Verbindung gebracht. 4,1 Millionen Euro Steuergelder soll Messi den spanischen Behörden unterschlagen haben. Am 31. Mai steht für den 28-jährigen Argentinier nun ein Gerichtstermin an - bis dann bieten sich Messi zahlreiche Möglichkeiten, sich wieder mit positiven Meldungen in den Vordergrund zu drängen. Die erste ergibt sich bereits heute Abend im Spiel gegen Atletico Madrid.

Und die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die Gäste aus der Hauptstadt gehören zu den absoluten Lieblingsgegnern des Argentiniers. In 28 Spielen gegen Atletico - drei Dreierpacks eingeschlossen - traf der 28-Jährige 25-mal, eine Quote, die noch kein anderer Spieler erreicht hat. Mit einem weiteren Tor heute Abend könnte Messi das 500. Profitor seiner Karriere realisieren. Beste Werbung in eigener Sache also.

Die 1:2-Niederlage vom letzten Samstag gegen Real Madrid scheint an den Katalanen nicht spurlos vorbei gegangen zu sein.

Die 1:2-Niederlage vom letzten Samstag gegen Real Madrid scheint an den Katalanen nicht spurlos vorbei gegangen zu sein.

Keystone

Trotzdem dürfte es für Barcelona alles andere als ein einfaches Spiel werden. Einerseits ist es fraglich, wie sehr der Skandal rund um Teamleader Lionel Messi die Spielweise des 107-fachen argentinischen Nationalspielers sowie der ganzen Mannschaft beeinflussen wird. Andererseits ist unklar, wie die Mannschaft von Coach Luis Enrique mit der 1:2-Niederlage vom Samstag im "Clasico" gegen Real Madrid umgehen wird. Es war dies die erste Niederlage der Katalanen seit 39 Spielen. Das Gefühl einer verlorenen Partie dürfte dem Starensemble nun wieder bekannt sein. Die Auswirkungen jedoch (noch) nicht.

Barca ist Favorit - Atletico aber nicht ohne Chance

Barca-Coach Luis Enrique setzt in der Bewältigung der Niederlage auf Verdrängung. «Der Schmerz ist vorbei, das Spiel Geschichte. Aus jeder Niederlage kann man lernen, das werden wir tun», sagte Enrique. Einen Weckruf an seine Teamkollegen jedoch formulierte Abwehrchef Gerard Pique: «Die Saison dauert noch zwei Monate, wir dürfen jetzt nicht in ein Loch fallen.» Auch Mittelfeldspieler Andres Iniesta warnte. «Wir müssen das Real-Spiel gut analysieren, damit wir nicht erneut verlieren», sagte der Mittelfeldspieler.

Es ist durchaus eine gewisse Unsicherheit aus den Aussagen der Barcelona Akteure herauszuspüren. Und doch steigt der FC Barcelona als klarer Favorit in die Partie gegen Ateltico. Die individuelle Klasse des Tabellenersten der Primera Division liegt weit über derjenigen der Madrilenen. Dazu kommt, dass die letzt sechs Vergleiche der beiden Mannschaften allesamt der FC Barcelona für sich entscheiden konnte. Trotzdem ist Atletico Madrid alles andere als ein Freilos - insbesondere nach den jüngsten Vorkommnissen.

Bayern München - Benfica Lissabon (20.45 Uhr, live SRF info)

Benfica Lissabon spielte schon sechsmal gegen Bayern München und konnte noch nie gewinnen. Insbesondere in München gab es für die Portugiesen nichts zu holen. Benfica Lissabon verlor seine drei Spiele dort zweimal 1:4 und 1:5. Benficas Trainer Rui Vitoria lässt sich davon nicht beeindrucken. «Mein Team hat diese Saison schon mehrere Hürden übersprungen», sagte Vitoria, dessen Spieler zuletzt 19 von 20 Partien gewonnen und damit den Fehlstart in die Saison wettgemacht haben. Pep Guardiola wollte von einem «Freilos Benfica» nichts wissen. «Es wird sehr schwierig, den Halbfinal zu erreichen», warnte der Katalane und forderte ein «intelligentes Spiel» seines Teams. (sda)