Die Musik, die zuvor hauptsächlich aus Rockklassikern bestanden hatte, verstummte kurz. Die beiden DJs, die sich hinters Mischpult gestellt hatten, begannen, aktuelle Charthits in einem Remix laufen zu lassen. Das animierte ein paar Knaben dazu, ihr spontanes Turnier am Tischtennistisch zu unterbrechen und die Hüften zu schwingen. Andere stellten sich in die Schlange, die sich vor dem Hamburgerstand gebildet hatte, oder bedienten sich am Süssigkeiten-Stand.

Es war alles ein bisschen anders als sonst an diesem Sonntag auf der Anlage des Golfclubs Unterengstringen. Und das hatte einen einfachen Grund. An diesem Sonntag fand das «Pädes Junior Golf Open» statt, ein Golfturnier für Kinder und Jugendliche, das in Unterengstringen mittlerweile zum festen Termin im Kalender geworden ist. 80 junge Golfspielerinnen und -spieler bis Jahrgang 1998, deren Handicap höchstens 45 beträgt, hatten sich für die diesjährige, insgesamt siebte Ausgabe angemeldet. Darunter auch der elfjährige Tim Niederbacher. «Ich mag dieses Turnier», sagte der Aescher, der Golf spielt, seit er sechs Jahre alt ist. «Es ist einfach cool, mit toller Musik.»

Für Tim war das Junior Golf Open, bei dem Sachpreise vergeben werden, sozusagen ein Heimturnier, denn er spielt beim Golfclub Unterengstringen. «Das ist für mich ein kleiner Vorteil», sagte er. Nur an diesem frühen Sonntagnachmittag konnte er daraus bisher kein Kapital schlagen: «Ich liege ein, zwei Schläge hinter meiner Vorgabe. Aber mal sehen.»

Viel lockerer

Zwar keine Vorgabe, aber viel Ehrgeiz hatten auch Gioia Carpinelli, Rachel Rossel und Nicolas Thommen. Die prominenten Golferinnen und Golfer, die dieses Jahr von den Organisatoren eingeladen worden waren, wollten «ihr Bestes geben», wie Carpinelli sagte. Aber klar: Sie waren auch zum Plausch nach Unterengstringen gekommen. «Ich nehme vor allem wegen Organisator Patrik Rohde teil», sagte Carpinelli, die schon 2017 dabei war und in diesem Jahr von ihrer Kollegin Rachel Rossel angefragt worden war. «Patrik alias Päde ist ein cooler Typ. Und es herrscht hier in Unterengstringen immer gute Stimmung.» Dass diese mit der lauten Musik und dem entspannten Ambiente eigentlich atypisch ist für den Golfsport, findet Carpinelli nicht mal so schlecht. «Es ist alles viel lockerer», sagte sie. «Und das macht auch Spass – vielleicht sogar noch mehr als einem gewöhnlichen Turnier.»

Der Spassfaktor ist wohl auch ein Grund dafür, dass sich dieses Jahr noch mehr Kinder angemeldet hatten als noch letztes Jahr, in dem 72 gekommen waren. «Die meisten, die dieses Jahr dabei sind, stammen aus der Deutschschweiz», so Organisator Patrik Rohde. «Aber wir hatten auch schon Teilnehmende aus anderen Ländern.»

Verlängerte Spielzeiten

Mit den 80 Kindern ergaben sich an diesem Sonntag 20 Flights, also Gruppen von vier Golferinnen oder Golfern, die miteinander von Loch zu Loch spielen. Damit sei man auf der 9-Loch-Anlage am Limit, andere Kinder, die sich noch kurzfristig anmelden wollten, habe man abweisen müssen. «Aber wir haben die Spielzeiten verlängert», so Rohde.

Auch das Rahmenprogramm haben die Organisatoren erweitert, allerdings schon im vergangenen Jahr. Dann fand zum ersten Mal die sogenannte Trick-Shot-Challenge statt, bei der es darum geht, seine Geschicklichkeit mit dem Golfball unter Beweis zu stellen – mit, wie der Name schon sagt, einem Trick. 60 Sekunden haben die Spielerinnen und Spieler jeweils dafür Zeit. Die Gewinnerin beziehungsweise der Gewinner darf sich dann Schweizer Trickshot-Meister nennen, auch wenn der Titel inoffiziell ist. «Im vergangenen Jahr war es noch Freestyle», sagte Rohde, «dieses Jahr hatten einige dafür trainiert.»

Tim gehörte nicht dazu. Er schaute bei der Trickshot-Challenge lediglich zu. «Das ist jeweils sehr cool», sagte der Aescher, der schon an diesem Sonntag wusste, dass er auch im nächsten Jahr wieder am Pädes Junior Golf Open teilnehmen möchte.